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CD-Besprechung

Naxos 8.660152-54

3 CD • 3h 32min • 2004

14.07.2005

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 6
Klangqualität:
Klangqualität: 9
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 6

Noch vor dem EMI-Tristan mit Starbesetzung, allen voran Plácido Domingo, hat auch Naxos eine neue Produktion des Werks herausgebracht, großteils mit schwedischen Sängern, musikalisch verantwortet vom finnischen Dirigenten Leif Segerstam. Lediglich das titelgebende Liebespaar kommt aus Deutschland. Entstanden ist wenig mehr als eine künstlerisch provinzielle Interpretation. Wolfgang Millgramm verfügt zwar über die der Tristan-Partie adäquate stimmliche Heldenstatur, doch ist sein Tenor nicht phonogen genug, das heißt, er kommt per Mikrofon nicht sehr attraktiv zur Geltung. Meist ist Millgramms Tongebung schlecht fokussiert und entwickelt daher selten Glanz und Strahlkraft. Seine Stärken liegen weniger in der Entfaltung einer lyrischen Kantilene im großen Liebesduett als in den dramatisch-deklamatorischen Solopassagen des 3. Akts. Hedwig Fassbenders Problem besteht in den hohen Tönen, die sich die ehemalige Mezzosopranistin nur durch forcierten Stimmeinsatz und um den Preis schriller, saurer Klänge erkämpfen kann. In entspannten Passagen gelingen ihr durchaus schöne gestalterische Momente, wenn sich auch wegen ihres uncharakteristischen Timbres ihre Interpretation nicht einprägt. Auch Martine Dike kann nur mit einem Durchschnittsmezzo ohne besondere persönliche „Kennung“ aufwarten, so dass ihr Porträt der Brangäne weder Kontur noch Profil gewinnt. Gunnar Lundbergs Kurwenal präsentiert sich durchgängig als grober, ungeschlachter Geselle, der die auch vorhandenen sensiblen, lyrischen Züge der Figur im 3. Akt verschenkt. Die große Szene des König Marke im 2. Akt wird von Lennart Forsén mit uneben und rauh tönendem Bass viel zu pauschal heruntergesungen, ohne dass sich Leid und Verzweiflung des betrogenen Ehemanns mitteilten. Noch am meisten beeindruckt Segerstams engagiertes, energisches, meist sehr zügiges Dirigat, das seine Grenzen im Leistungsvermögen des ihm zur Verfügung stehenden Klangkörpers findet. Ein schwerwiegendes Manko der Aufnahme ist der – in den meisten älteren Tristan-Aufnahmen zu registrierende, aber heute nicht mehr akzeptable – gravierende Strich von 323 Takten in der 2. Szene des 2. Akts vor Beginn des eigentlichen Liebesduetts „O sink hernieder“.

Kurt Malisch † [14.07.2005]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Richard Wagner
1Tristan und Isolde

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