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CD-Besprechung

Warner Classics 2564 62998-2

1 CD • 58min • 2006

08.08.2006

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 7
Klangqualität:
Klangqualität: 9
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Das Endellion-Quartett setzt seine im Entstehen begriffene Gesamteinspielung der Streicher-Kammermusik Beethovens mit dem op. 130 B-Dur fort. Erfreulicherweise überlassen es die Musiker endlich einmal dem Hörer, ob er das gewaltige Werk mit der ursprünglichen Fuge (später als op. 133 separat veröffentlicht) oder mit dem von Beethoven nachkomponierten leichteren Finalsatz hören möchte: Die Fuge bildet chronologisch korrekt Track 6, das neue Finale Tr. 7; im Zweifelsfall kann man einfach einen Track überspringen oder entsprechend programmieren. Jonathan Del Mar, prominenter und kompetenter Herausgeber Beethovenscher Werke, stellte für diese Einspielung großzügig seine Forschungsergebnisse zum Notentext zur Verfügung, obwohl im konkreten Fall gar keine Veröffentlichung einer neuen Ausgabe dieses Quartetts geplant ist. Del Mar hat die verfügbaren Stimmen noch einmal penibel gegen die Originalquellen Korrektur gelesen und dabei einige schlimme Fehler richtigstellen können, auf die das Beiheft hinweist. Mit höchstem Engagement stürzt sich das Quartett in den Kopfsatz – eine Wiedergabe, so stürmisch, daß sie sich mitunter den Teufel um die Intonation schert. Das nachfolgende Presto ist herrlich spukhaft und hinterläßt vielleicht den besten Eindruck auf dieser CD; die beiden Intermezzi sind für meinen Geschmack ein wenig zu bodenständig. Die Cavatina ist wieder einmal recht langsam geraten; wie häufig wird Beethovens Zusatz “molto espressivo” vor allem auf das üppige Vibrato bezogen. Wie sagte so schön mein alter Professor an der Musikhochschule? “Das angemessene Tempo eines langsamen Quartettsatzes bei den Wiener Klassikern findet man, wenn man ihn so nimmt, daß er beim Spiel ohne jedes Vibrato gerade noch trägt.” Hier wird einmal mehr aus dem tröstlichen Gesang ein sentimentaler Erguß. Schade, zumal das dem unvermittelt einbrechenden, heftigen Beginn der Fuge viel von seiner Wirkung nimmt. Das Klangbild ist natürlich und farbig, stellt aber leider die Primgeige zu sehr in den Vordergrund; von der Sekundgeige ist kaum etwas zu hören. Glücklicherweise ist der vorzügliche Garfield Jackson ein sehr selbstbewußter Bratscher und sorgt dafür, daß das Binnenstimmen-Geflecht nicht völlig auf der Strecke bleibt. Alles in allem eine spielfreudig musizierte Interpretation, die dem Potential des Stückes allerdings auch einiges schuldig bleibt.

Dr. Benjamin G. Cohrs [08.08.2006]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Ludwig van Beethoven
1Streichquartett Nr. 13 B-Dur op. 130
2Große Fuge B flat major op. 133 for String Quartet

Interpreten der Einspielung

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