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CD-Besprechung

Fuga Libera FUG 538

1 CD • 63min • 2006

28.10.2008

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8
Klangqualität:
Klangqualität: 8
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Zum Zeitpunkt dieser Einspielung war der bulgarische Pianist Boyan Vodenitcharov 45 oder 46 Jahre alt. Wie er im Begleitheft verrät, hatte er in den Tagen seiner studentischen Jugend gewisse Vorbehalte gegen „alte Musik“ wie jene des Salzburger Meisters. Erst in späteren Jahren lockerte sich diese Beziehung – und hilfreich war ihm dabei die Entdeckung des historischen Aufführungsgeräts. Hier nun betätigt sich der u.a. bei Wettbewerben in Senigallia, Bozen und Brüssel ausgezeichnete, auch von Leon Fleisher unterwiesene Pianist auf einer von Chris Maene angefertigten Walter-Kopie, zurückgehend auf ein Instrument aus dem Jahr 1795. Dieser Hammerflügel hat ein persönliches Klangaroma vor allem in den leise angestreichelten, pedalisierten Momenten (wie etwa am Ende des Andante cantabile aus der C-Dur Sonate KV 330). Im forte und in schnellen Passagen tönt er leicht scheppernd, insgesamt aber sind die akustischen Merkmale dieser Kopie dem rubatoreichen, sehr affektiven, betont gegen jede Anwandlung von leerer Mechanik auftrumpfenden Spiels sehr dienlich. Glätte, motorisch lupenreine Diktion im Verlauf von melodischen, aber auch von hurtigen Abläufen wird hier geradezu peinlichst vermieden. Man nehme nur die Durchführung der erwähnten C-Dur-Sonate! Immer wieder wird der Fluss mit kleinen Interpunktionen wie Gedankenstrichen oder Kommata unterbrochen – ganz im Sinne eines Vortrags im Sinne von Intimität, als ob sich der Interpret an eine kleine, hellhörige, wie verschworene Publikumsgemeinschaft wenden würde.

Vodenitcharov nutzt die Chancen, sich verzierend mit dem schon Erlebten auseinanderzusetzen – etwa in der Kopfsatzreprise und im Finalsatz von KV 330. Etwas steif und mürbe scheint mir das Finale der B-Dur-Sonate (KV 570) angepackt. Die thematischen Akkordrepetitionen im Mittelteil wirken besonders ausgetrocknet. Solche Kleinigkeiten freilich ändern nichts am günstigen Gesamteindruck eines gestalterischen Engagements, das sich zwischen drei Sonaten-Komplexen auch auf das gedanklich-lyrische Abenteuer des Adagios KV 540 einlässt. Auf einem Hammerflügel gespielt, enthüllt dieses ungefällige, tendenziell tragische Stück nur schwer die ihm innewohnende Schmerzlichkeit, wirkt in manchen Sequenzen geradezu kindlich. Wenn Vodenitcharov jedoch die grollenden Bässe dem kantablen Prozess einfügt (bzw. unterlegt), dann wird doch für Momente deutlich, wie seinerzeit die unvorbereiteten Hörer in Anbetracht solch unkonventioneller Aussage erschauert haben mögen.

Die Begleittexte sind in holländischer, englischer und französischer Sprache abgefasst – für den deutschen Leser dürfte der „nederlandse tekst“ halbwegs verständlich sein…

Peter Cossé † [28.10.2008]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Wolfgang Amadeus Mozart
1Klaviersonate Nr. 10 C-Dur KV 330 KV 300h 00:20:28
4Klaviersonate Nr. 17 B-Dur KV 570 00:17:43
7Adagio h-Moll KV 540 00:09:20
8Klaviersonate Nr. 18 D-Dur KV 576 00:15:30

Interpreten der Einspielung

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