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CD-Besprechung

Albéric Magnard

cpo 777 765-2

1 CD • 78min • 2012

09.10.2015

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8
Klangqualität:
Klangqualität: 8
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Einem Künstler, der bei seinen unablässigen Reisen durch die unterirdischen Welten der Musik so viel Vergessenes ans Tageslicht gebracht und durch sein feines Gespür für die individuellen Erfordernisse der Fundstücke aus den puren Raritäten wirkliche Entdeckungen gemacht hat wie Oliver Triendl – dem kann es durchaus einmal unterlaufen, dass er sich von der Begeisterung hinfort- und zu Kraftakten hinreißen lässt, die unabsichtlich auf den betrachteten Gegenstand zurückschlagen.

Ein solcher Rückstoß scheint mir hier vorzuliegen. Natürlich war Albéric Magnard ein erklärter Wagnerianer und in seinen Bühnenwerken, seinen vier Symphonien und seinen kammermusikalischen Preziosen immer auch an den großen deutschen Meistern orientiert. Doch er war vor allem Franzose. Und wenn er den Anfang seines Klaviertrios „sombre“ gespielt haben wollte, dann meinte er eben nicht „dunkel“ oder „finster“ – sondern genau das, was er geschrieben hat: eine Düsternis, die nicht einfach nur dahingrollt, sondern – vom triolischen Puls des Klaviers leise vorangeweht – mit der schwärzlichen Cellokantilene jenen delikaten Schauer verbreitet, von dem zugleich eine merkwürdige Lockung ausgeht wie von einer unsichtbaren Quelle schweren Parfüms, die wir nicht lokalisieren können, weil sie uns in unregelmäßig wechselnden Intensitäten anweht und aus ebenso unregelmäßig wechselnden Richtungen umgarnen will ...

Wäre das nun der einzige Vorbehalt, den ich gegen die Interpretation der beiden kapitalen Werke vorzubringen hätte, dann wäre darüber kein Wort zu verlieren gewesen. Doch auch nach mehreren konzentrierten Durchgängen durch die beinahe 80-minütige Produktion mochte der Eindruck nicht weichen: dass die drei hier versammelten Musiker zwar mit viel Elan und technischem Können den verzwickten Strukturen zu Leibe gerückt, ihrem „Flair“ aber allzu behutsam aus dem Wege gegangen sind. Das wird besonders deutlich durch die wenigen Momente, die die Grenze berühren und in der Violinsonate gelegentlich sogar überschreiten – wenn sich nämlich die Geigerin Geneviève Laurenceau schwerelos von der linearen Substanz abzuheben beginnt und uns etwas von den immateriellen Regionen mitteilt, aus denen alles Kreative letztlich kommt: „Wirklich schön ist die Musik nur in uns selbst“, hat Albéric Magnard einmal geschrieben. Deshalb muss man sie erst einmal in sich einlassen.

Rasmus van Rijn [09.10.2015]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Albéric Magnard
1Trio f-Moll op. 18 für Violine, Violoncello und Klavier 00:36:53
5Sonate G-Dur op. 13 für Violine und Klavier 00:40:55

Interpreten der Einspielung

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