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CD-Besprechung

Arabesque

Ebonit Saxophone Quartet

7 Mountain Records 7MNTN-013

1 CD • 58min • 2018

22.12.2018

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10
Klangqualität:
Klangqualität: 9
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Es ist das Manko des Saxophons, in der klassischen Musik nicht ganz ernst genommen zu werden. Im Orchestereinsatz konnte es sich, als um die Mitte des 19. Jahrhunderts erfundener Nachzügler, nicht wirklich durchsetzen – trotz einiger Einsätze in Werken von Ravel (in seiner orchestrierung der Bilder einer Ausstellung und tief im Boléro-Orchester), Prokofjew (u.a. Romeo und Julia), Glazunow (der gar ein Konzert für Saxophon schrieb), Vaughan Williams (jeweils in seiner Sechsten und Neunten Sinfonie) sowie Richard Strauss (Sinfonia Domestica) und Berg (Violinkonzert). Schöne Haupt- und Nebenrollen in Werken von relativen Exoten wie Vincent d’Indy, Erland von Koch, Florent Schmitt sind dem klassisch ambitionierten Saxophonisten sicher lieb, helfen aber der Breitenakzeptanz nicht recht weiter. Der Einsatz als signifkant im „Jazz“ in klassischen Werken (Gershwin, Milhaud etc.) verstärkt nur die stereotype Einordnung des Saxophons als prinzipales Jazz-Instrument.

Früher oder später landet man als klassikaffiner Saxophonist also bei Saxophon-Quartett Arrangements. Auch das hat schon eine über 100-jährige Tradition, angefangen vom Quatuor Marcel Mule über das Raschér Saxophone Quartet bis hin zu einem Ensemble, wie dem sich hier präsentierenden Ebonit Saxophone Quartet. Die vier Musiker aus Polen, Deutschland, den Niederlanden und Russland haben sich bei der Auswahl zweier Komponisten zum einen auf Debussy geeinigt, der freilich naheligend ist, konnte er sich doch für das Instrument (u.a. schon in seiner Rhapsodie für Alto) erwärmen. Wobei es auch hier Transkriptionen bekannter (und weniger bekannter) Klavier- und Orchesterwerke sind, die das Ebonit Quartet präsentiert, keine Stücke, die für ein Saxophon, oder gar vier davon, gedacht waren. Weniger naheliegend mag vielleicht der Einbezug von Janáček (Im Nebel) gewesen sein, der das Instrument in seinem Œuvre nie eingesetzt hat.

Das Resultat ist gleichermaßen wunderbar und seltsam. Wunderbar weil hervorragend gespielt, oft mit geradezu unglaublicher Finesse und zart beschwingter Delikatesse (Andantino von Im Nebel), manchmal mit Zirkuspolka-Intensität (Debussys Divertissement für Klavier vierhändig L36), manchmal gar mit beidem (Saint-Saëns‘ Danse Macabre, der die CD quasi als Bonustrack abschließt). Auch, weil man Bekanntes (das Andantino con moto der Arabesque in E-Dur von Debussy) auf unbekannte Art wiederhört, und weniger bekanntes (besagtes Divertissement ) gänzlich neu erscheint. Seltsam aber auch, weil der Reiz nur im Moment wirkt und kaum anhält. Warum hört man diese Stücke nochmal im Klangmantel des bei aller technischen und musikalischen Gewandtheit doch immer leicht aufdringlich-unverwechselbaren, Aufmerksamkeit auf sich ziehenden Saxophones? Das ist bei Orgel-, Klavier-, oder Orchestertranskriptionen, aus welchem Grund auch immer, eine ganz andere Erfahrung. Damit ist die Einspielung hier genau das richtige für all jene, die diese Stücke schon immer in Saxophonquartett-Versionen hören wollten, oder eben das Genre des Saxophonquartetts lieben. Für alle anderen stellt sie eher eine liebenswerte Kuriosität dar.

Jens F. Laurson [22.12.2018]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Claude Debussy
1Masques L 105 – Très vif et fantasque 00:05:26
2Rêverie L 76 – Andantino sans lenteur 00:03:44
3Symphony h-Moll 00:08:45
4Arabesque No. 1 E major L 74/1 – Andantino con moto 00:04:11
5Arabesque No. 2 G major L 74/2 – Allegretto scherzando 00:03:24
Leoš Janáček
6Im Nebel (vier Klavierstücke) 00:14:29
Claude Debussy
10Divertissement 00:10:56
Camille Saint-Saëns
11Danse macabre op. 40 00:06:53

Interpreten der Einspielung

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