15 Jahre Jewish Chamber Orchestra Munich
Am 30. Januar 2020, wenige Tage nach dem 75. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz, spielt das Jewish Chamber Orchestra Munich (JCOM) bei einer Filmvorführung in der Volksbühne Berlin die für den Kino-Klassiker Nacht und Nebel« komponierte originale Filmmusik des jüdischen Komponisten Hanns Eisler. Die deutsche Nachdichtung von Cayrols Text aus der Feder von Paul Celan wird von dem Schauspieler Valentin Mirow auf der Bühne gelesen. Vor dem Film mit Live-Musik führt Daniel Grossmann, künstlerischer Leiter des JCOM, ein Gespräch mit der Psychotherapeutin Dr. Eva Umlauf, die als Zweijährige Auschwitz überlebte.
Mit diesem Vermittlungsprojekt präsentiert sich das Orchester erstmals in dieser Saison in Berlin. Zuletzt begeisterten Daniel Grossmann und seine Musiker das Berliner Publikum auf der Berlinale 2018 mit der Uraufführung der digital restaurierten Fassung des 1923 gedrehten Stummfilms Das alte Gesetz« mit der Neukomposition des Franzosen Philippe Schoeller im Auftrag von ARTE/ZDF.
Das Jewish Chamber Orchestra Munich wurde 2005 als Orchester Jakobsplatz München (OJM) von Daniel Grossmann gegründet. Seitdem hat es sich als vielfältige, zeitgenössische jüdische Stimme ein einzigartiges Profil erarbeitet. Das Orchester feiert sein 15-jähriges Bestehen mit einem fulminanten Konzertprogramm, einem multimedialen Format zur Zeitgeschichte und einer Musiktheaterproduktion.
Das JCOM feiert in der Saison 2019/2020 sein 15-jähriges Bestehen. „Die Grundidee hinter dem Orchester war von Anfang an: Jüdische Kultur als selbstverständlichen Teil der Gesellschaft zu begreifen und für alle und jeden sichtbar, hörbar, erlebbar zu machen", sagt Grossmann. In dem Kammerorchester spielen zwischen 13 und 35 Musiker unterschiedlicher Konfessionen aus mehr als 20 Ländern. „Wir sind ein Orchester für alle Nationen, Ethnien und Religionen", meint der Dirigent und bezieht sich damit nicht nur auf die Musiker, sondern auch auf das Publikum. Anton Biebl, Kulturreferent der Landeshauptstadt München, sieht die erfolgreichen Brückenschläge des Orchesters „von zentraler Bedeutung gerade in einer Zeit, in der wir täglich mit Rechtsextremismus und verbrecherischer nationalsozialistischer Ideologie konfrontiert werden, in der Antisemitismus, Menschenverachtung und Fremdenfeindlichkeit auf allen Kanälen präsent sind (…)."
2005 trat das JCOM, damals noch unter dem Namen Orchester Jakobsplatz München, mit Philip Glass' Kammeroper The Fall of the House of Usher« erstmals öffentlich in Erscheinung. Zum Jubiläum wird das Stück nach der gleichnamigen Kurzgeschichte von Edgar Allan Poe nun in einer Neuproduktion wieder aufgeführt: am 19. März in den Münchner Kammerspielen, am 25. März im Stadttheater Aschaffenburg sowie am 3. April im Stadttheater Landsberg.
Fantasieanregend ist auch die Jüdische Kino Varieté«, mit der das JCOM die Zuschauer in die wilden Zwanzigerjahre des vergangenen Jahrhunderts – die Blütezeit des deutschen Stummfilms – entführt. Historische Wochenschau-Beiträge und Filme wie Call of the Cuckoo« (USA, 1927) sowie Ernst Lubitschs Die Puppe« (1919) werden mit Live-Musik am 11. Februar in den Münchner Kammerspielen zur Aufführung gebracht. Zwischen den Filmen werden - wie früher in den Goldenen Zwanzigern - unterhaltsame Variété-Nummern geboten.
Vorschau - Konzerttermine
- 30. Januar 2020, 20 Uhr: Nacht und Nebel; Großes Haus, Volksbühne Berlin
- 11. Februar 2020, 20.30 Uhr: Flimmerkammer #6: Jüdische Kino Varieté; Kammer 1, Münchner Kammerspiele
- 8. März 2020, 11 Uhr: Kinderkino - Hubert-Burda-Saal, Jüdisches Zentrum München
- 19. März 2020, 20 Uhr: Philip Glass: The Fall of the House of Usher; Kammer 1, Münchner Kammerspiele
www.jcom.de
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