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Conradin Kreutzer 170. Todestag

† 1849

14

Dezember


* vor 239 Jahren
† vor 170 Jahren
14.12.19

Conradin Kreutzer 170. Todestag

Conradin Kreutzer / DA

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Es gibt viele Komponisten, die zu Lebzeiten berühmt waren, deren Werke aber nach ihrem Tod schnell in Vergessenheit gerieten. Nicht selten allerdings konnte sich davon wenigstens ein Werk bis in unsere Gegenwart behaupten. Zu diesen Komponisten zählt auch Conradin Kreutzer. Ihn kennt man eigentlich nur als den Komponisten der Oper Das Nachtlager von Granada (1834). Seine übrigen 30 Opern sind schnell von den Spielplänen verschwunden. Lediglich seine Musik zu Ferdinand Raimunds Bühnenstück Der Verschwender ist heute noch bekannt – wobei das berühmte Hobellied von Raimund selber stammt. Daneben erfreuen sich noch Kreutzers Chorwerke bis heute großer Beliebtheit bei Männerchören. Conradin Kreutzer führte ein bewegtes Leben. Geboren wurde er am 22. November 1780 in Meßbach in Baden als Sohn eines Müllers. Seine musikalische Begabung zeigte sich frühzeitig und sie wurde im Benediktinerstift Zwiefalten, wo Kreutzer Sängerknabe war, sowie bei den Prämonstratensern in Schussenried nach Kräften gefördert. Nach dem Schulabschluss studierte er in Freiburg i.Br. dem Wunsch seines Vaters entsprechend zunächst Jura. Nach dem Tod seines Vaters wandte er sich 1800 aber ausschließlich der Musik zu und hatte mit der Aufführung seiner ersten Oper Die lächerliche Werbung 1801 auch seinen ersten Erfolg als Komponist. Seinen Lebensunterhalt bestritt er allerdings als reisender Virtuose. Neben Klavier und Orgel spielte er auch Klarinette, Oboe und Violine und tat sich auch als Sänger hervor. 1804 ließ er sich in Wien als Klaviervirtuose und Sänger nieder und nahm Unterricht bei Georg Albrechtsberger, bei dem auch Beethoven Unterricht hatte. Mit Jery und Bätely konnte er 1810 in Wien seinen ersten größeren Erfolg feiern. Die Aufführung seiner Oper Konradin von Schwaben verschaffte ihm die Ernennung zum württembergischen Hofkapellmeister, von 1812 bis 1816 war er Hofkapellmeister in Stuttgart und durfte dort 1815 die Aufführung seiner Oper Die Alpenhütte erleben. Nach erneutem Wanderleben trat er 1817 die Stelle eines Hofkapellmeisters am fürstenbergischen Hof in Donaueschingen an, die er jedoch 1822 wieder aufgab, da ihm die Stelle zu abgeschieden vom aktuellen Musikleben war. Nach erfolgreicher Aufführung seiner Oper Libussa öffnete sich ihm 1822 ein neues Betätigungsfeld in Wien in wechselnder Anstellung als Kapellmeister am Kärtnertor-Theater in Wien, an der Wiener Hofoper und am Theater in der Josefstadt. Seine letzte feste Anstellung fand Kreutzer 1840 bis 1842 als städtischer Musikdirektor in Köln. 1848 begleitete er seine Tochter Marie zu einem Engagement nach Riga, wo er an einem Hirnschlag starb. Allgemein wird sein Todesdatum mit dem 14.12.1849 angegeben, einem Bericht der Rigaschen Zeitung entsprechend starb Conradin Kreutzer jedoch bereits am 3. Dezember.

Conradin Kreutzer – CD-Einspielungen

Mieczyslaw Weinberg 100. Geburtstag

* 1919

8

Dezember


* vor 100 Jahren
† vor 23 Jahren
08.12.19

Mieczyslaw Weinberg 100. Geburtstag

Mieczysław Weinberg / cpo

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Das Leben des Komponisten Mieczysław Weinberg war von schweren Schicksalsschlägen gezeichnet. Er selbst schrieb einmal: „Viele meiner Werke befassen sich mit dem Thema des Krieges. Dies war leider nicht meine eigene Wahl. Es wurde mir von meinem Schicksal diktiert, vom tragischen Schicksal meiner Verwandten. Ich sehe es als meine moralische Pflicht, vom Krieg zu schreiben, von den Greueln, die der Menschheit in unserem Jahrhundert widerfuhren.“ Sein Urgroßvater und sein Großvater waren 1903 bei einem grauenhaften antisemitischen Übergriff erschlagen worden. Seine Eltern und seine Schwester wurden von den Nazis umgebracht, sein Schwiegervater wurde durch Stalins Geheimpolizei ermordet und er selbst konnte sein Leben mehrmals nur durch Flucht retten. Am 6. Februar 1953 wurde er unter fadenscheinigen Anschuldigungen, eine jüdische Republik auf der Krim mit errichten zu wollen, vom Stalin-Regime verhaftet. Was ihn letztlich vor dem Tod bewahrte, war allein der Umstand, das Stalin starb. Dass Weinberg trotz allem ein so reiches und reichhaltiges künstlerisches Erbe hinterlassen hat, ist unter solchen Umständen kaum zu begreifen. Mehr als 150 Werke umfasst Weinbergs offizielles Opusverzeichnis, bestehend aus 26 Sinfonien, 17 Streichquartetten, 28 Sonaten verschiedener Besetzung, mehr als einem Dutzend Bühnenwerken sowie Werken für Soloinstrument und Gesang, darüber hinaus existiert jedoch noch eine Fülle von Kompositionen ohne Opuszahl, hauptsächlich für das Kino, das Theater oder für Hörspiele. Mieczysław Weinberg wurde am 8. Dezember 1919 in Warschau geboren. Sein Vater war Komponist und Musiker an einem jüdischen Theater. Die außergewöhnliche musikalische Begabung Mieczysławs zeigte sich schon früh. Sein Debüt als Pianist und Dirigent gab er bereits im Alter von nur zehn Jahren am Theater in Warschau, mit zwölf Jahren studierte Weinberg am Konservatorium der Musikakademie Warschau Klavier bei Jozef Turczynski. Unmittelbar nach Abschluss des Studiums 1939 floh er aufgrund seiner jüdischen Herkunft vor den Nazis nach Minsk und nach Taschkent in Usbekistan. Dort arbeitete er als Komponist und Korrepetitor und lernte auch seine zukünftige Frau Natalija, die Tochter des Schauspielers und Regisseurs Solomon Michoels, kennen. Seine erste Sinfonie schickte Weinberg an Schostakowitsch, der so begeistert war, dass er ihn zu sich nach Moskau einlud. Auf Vermittlung Schostakowitschs erhielt Weinberg eine Aufenthaltsgenehmigung für Moskau und übersiedelte 1943 in die sowjetische Hauptstadt, wo er bis zu seinem Lebensende wohnte. Zwischen Schostakowitsch und Weinberg entstand eine gegenseitige lebenslange Wertschätzung und Freundschaft. So zeigten sie sich gegenseitig ihre neuesten Kompositionen, bevor wie veröffentlicht wurden. Schostakowitsch bezeichnete Weinberg als „einen der hervorragendsten Komponisten der heutigen Zeit“. Weinberg arbeitete hauptsächlich als freischaffender Komponist und Pianist, er hatte nie eine finanziell gesicherte Anstellung. Bei gelegentlichen finanziellen Engpässen sprang Dmitri Schostakowitsch unauffällig und selbstlos in die Bresche. Als Mieczysław Weinbergs Hauptwerk gilt die Oper Die Passagierin. Es ist die Geschichte einer Auschwitz-Überlebenden, die „ihrer“ KZ-Aufseherin nach dem Krieg auf einem Ozeandampfer wiederbegegnet. Die Oper wurde 1968 fertiggestellt, aufgeführt wurde sie erstmals 2006, allerdings nur konzertant. Die szenische Uraufführung erlebte das Werk erst 2010 bei den Bregenzer Festspielen. Mieczysław Weinberg starb am 26. Februar 1996 in Moskau.

Mieczyslaw Weinberg – CD-Einspielungen

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Empfehlung vom Dezember 2015

CD der Woche am 07.12.2015

Franz Anton Hoffmeister

Symphonies

Franz Anton Hoffmeister

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Der zu seinen Lebzeiten von keinen geringeren als Joseph Haydn und Wolfgang Amadeus Mozart hochgeschätzte Franz Anton Hoffmeister ist beileibe kein Kleinmeister, dazu ist seine Musik auch viel zu gut, spannungsvoll und originell.

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