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Meldung vom 01.07.2020

Hinweis im Sinne des Gleichbehandlungsgesetzes

Aus Gründen der leichteren Lesbarkeit sowie der orthographischen und grammatikalischen Korrektheit wird auf die Praxis der verkürzten geschlechterspezifischen Differenzierung verzichtet. Entsprechende Begriffe gelten im Sinne der Gleichbehandlung gleichermaßen für alle Geschlechter.

Regensburger Domspatzen trauern um Georg Ratzinger

Als Domkapellmeister leitete er 30 Jahre lang den Chor der Domspatzen

Am heutigen Mittwoch, 1. Juli 2020, verstarb Georg Ratzinger, der frühere Regensburger Domkapellmeister. Am 1. Juni 1964 übernahm Georg Ratzinger das Amt des Domkapellmeisters am Regensburger Dom und verantwortete seitdem 30 Jahre lang die musikalische Leitung der Domspatzen. 1976 konnte er mit dem Chor das 1.000-jährige Bestehen feiern. Der Chor erwarb sich unter seiner Leitung internationales Renommee. Im Zentrum seines Wirkens stand immer die musikalische Entfaltung der Liturgie im Regensburger Dom. 1994 übergab Georg Ratzinger sein Amt an Roland Büchner.

Kirchenmusiker par excellence

„Sein Leben waren die Domspatzen“, sagt der aktuelle Domkapellmeister Christian Heiß. Er selbst war zu Zeiten von Georg Ratzinger ein Regensburger Chorknabe. „Ohne ihn wäre ich nicht das, was ich heute bin. Als sein Nach-Nachfolger darf ich nun wirklich das tun, was er dreißig Jahre lang mit unglaublicher und nicht nachlassender Energie und Disziplin tat: diesen wunderbaren Knabenchor auf bestmöglichem Niveau zu leiten und in die Zukunft zu führen.“ Heiß bewunderte die unvergleichliche Hingabe an die Kirchenmusik, der sich Ratzinger mit Leib und Seele verschrieben hatte, sein Klangsinn, seine beständige Sorge für die Institution und seine Bescheidenheit bei allem Erfolg. Georg Ratzinger war kein Mann der großen Gebärden. Ausladend dirigierende Gestik war ihm fremd. Zu seinem großen Gespür für Töne und Klang passte eine feine und eher unauffällige Art der Chorführung, in der sich Feinsinnigkeit und Respekt vor dem Klang der Musik und der darin enthaltenen Fülle zum Ausdruck brachte. Christian Heiß sagt dazu: „Georg Ratzinger zeichnete sich durch eine gewisse Eleganz beim Dirigieren aus. Er liebte die Weichheit der Töne, des Gesangs, er suchte wie kaum ein anderer den warmen, weichen Chorklang und forderte eine Bandbreite an Dynamik.“

Chorleiter und Komponist

Er forderte und förderte. Sehr viel. Sein musikalisches Talent und sein Eifer machten die Domspatzen zu einem der bekanntesten Knabenchöre. Konzertreisen führten den Chor und ihn rund um die Welt. Im Mittelpunkt aber stand für den durch und durch priesterlichen Menschen Georg Ratzinger der liturgische Dienst in der Regensburger Bischofskirche. Georg Ratzinger wirkte nicht nur als Chorleiter, sondern auch als Komponist. Unter seinen Werken wurde die Missa l’anno santo bekannt, die er dem Heiligen Jahr widmete, das Papst Johannes Paul II. zur Jahrtausendwende ausrief.

Prägende Persönlichkeit

„Mit unserem Domkapellmeister hat sich eine Persönlichkeit von dieser Welt verabschiedet, die den Werdegang tausender Domspatzen geprägt hat. Mir werden sein musikantischer Instinkt und seine tiefe Hingabe für das Göttliche und Menschliche in Erinnerung bleiben. Seine erstaunliche Fähigkeit, sich an jeden einzelnen Domspatzen auch nach Jahrzehnten zu erinnern, ist mir noch heute unerklärlich. Für viele Domspatzen wird der „Cheef“ der immerwährende Domkapellmeister bleiben.“ So erinnert sich Thomas E. Bauer, Profi-Bariton, Intendant und Erbauer des großartigen Konzerthauses in Blaibach, selbst Domspatz von 1981 – 1990.

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[09.04.2026] Mirga Gražinytė-Tyla debütiert bei den Berliner Philharmonikern

Konzerte mit Pianist Emanuel Ax am 16. und 18. April 2026

Mit Mieczysław Weinbergs Burattino und das goldene Schlüsselchen: Orchestersuite Nr. 4 op. 55d und Auszügen aus Sergej Prokofjews Romeo und Julia op. 64 wird Dirigentin Mirga Gražinytė-Tyla in den Konzerten vom 16. bis 18. April erstmalig am Pult der Berliner Philharmoniker stehen. Das Programm wird von John Williams‘ Konzert für Klavier und Orchester ergänzt, mit Emanuel Ax als Solist.

[09.04.2026] Marco Medved zum neuen Chordirektor der Deutschen Oper Berlin berufen

Er wird sein Amt im August 2026 als Nachfolger von Jeremy Bines antreten

Marco Medved hat die Berufung zum neuen Chordirektor der Deutschen Oper Berlin angenommen hat und wird sein Amt im August 2026 als Nachfolger von Jeremy Bines antreten. Der Mailänder Marco Medved genoss am Konservatorium Giuseppe Verdi eine exzellente Ausbildung in Klavier, Komposition, Chor- und Orchesterleitung, die er mit Auszeichnung abschloss. Seither verfügt er nach Leitungspositionen bei den Tiroler Festspielen Erl, beim National Centre for Performing Arts in Peking, den Festspielen Südtirol von Toblach, den Opern in Köln und Bonn und zuletzt am Teatro Petruzzelli in Bari über breit gefächerte Erfahrungen als Chordirektor im Opernbetrieb.

[09.04.2026] Neue Intendantin für die Salzburger Festspiele

Theatermanagerin Karin Bergmann folgt auf Markus Hinterhäuser

Nachdem Intendant Markus Hinterhäuser nach wochelangem Streit mit dem Festspielkuratorium sein Amt mit sofortiger Wirkung niedergelegt hatte, übernimmt die Theatermanagerin Karin Bergmann vorläufig bis 2027 die künstlerische Leitung der Salzburger Festspiele. Die 1953 in Recklnghausen geborene Kulturmanagerin ist eine gute Wahl und bringt reichlich Erfahrung mit. Von 20214 bis 2019 leitete sie als erste Frau erfolgreich das Wiener Burgtheater und war als Schauspielchefin der Salzburger Festspiele im Gespräch.

[09.04.2026] SWR Jazzpreis 2026 an Pianistin Olga Reznichenko

Ältester deutscher Jazz-Preis, zum 46. Mal verliehen

Der gemeinsam vom Land Rheinland-Pfalz und dem Südwestrundfunk vergebene SWR Jazzpreis geht 2026 an die Pianistin Olga Reznichenko. Die Preisvergabe findet am 31. Oktober 2026 im Rahmen des Festivals Enjoy Jazz im BASF Gesellschaftshaus in Ludwigshafen statt. In der Jurybegründung heißt es: „Bewegung! Das scheint ein Credo von Olga Reznichenko zu sein. Extrem aktiv und extrem vielseitig gestaltet die Pianistin den Sound des aktuellen Jazz aus Deutschland maßgeblich mit. O.R.T. heißt ihr langjähriges Trio (mit Lorenz Heigenhuber und Maximilian Stadtfeld), man kann sie aber darüber hinaus auch an sehr vielen anderen musikalischen Orten treffen.

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