Anzeige

Teilen auf Facebook RSS-Feed Klassik Heute
Klassik Heute - Ihr Klassik-Portal im Internet

Meldung vom 19.01.2023

Hinweis im Sinne des Gleichbehandlungsgesetzes

Aus Gründen der leichteren Lesbarkeit sowie der orthographischen und grammatikalischen Korrektheit wird auf die Praxis der verkürzten geschlechterspezifischen Differenzierung verzichtet. Entsprechende Begriffe gelten im Sinne der Gleichbehandlung gleichermaßen für alle Geschlechter.

"Dido and Aeneas... Erwartung" an der Bayerischen Staatsoper

Krzysztof Warlikowski führt zwei Werke zusammen

An der Bayerische Staatsoper hat am Sonntag, 29. Januar 2023, um 17 Uhr Dido and Aeneas ... Erwartung von Henry Purcell und Arnold Schönberg Premiere. Inszeniert wird der Abend von Krzysztof Warlikowski, der seine insgesamt siebte Produktion auf der Bühne des Nationaltheaters realisiert. Wie auch schon für Eugen Onegin, Die Frau ohne Schatten, Die Gezeichneten, Salome oder zuletzt Tristan und Isolde hat Małgorzata Szczęśniak für die Neuinszenierung Bühne und Kostüme entworfen.Tanz (Choreografie Claude Bardouil) und Video (Kamil Polak) sind, wie häufig bei Krzysztof Warlikowski, Teil dieses dichten Musiktheaterabends.

Dramatik und Affekte

Regisseur Krzysztof Warlikowski führt zwei Werke zusammen und verbindet sie zu einem intensiven Abend ohne Pause und zu einer Erzählung: die Barock-Oper Dido and Aeneas von Henry Purcell (ca. 1688/89) und das Monodram Erwartung op. 17, ein wichtiges Werk der musikalischen Moderne (1909). Musikalisch verbunden werden beide Stücke mit einem elektronischen Interlude, das für diesen Abend von Paweł Mykietyn komponiert wurde.

Das Libretto zu Henry Purcells Dido and Aeneas verfasste der englische Dichter und Schriftsteller Nahum Tate (1652-1715), er greift Motive auf aus dem vierten Gesang des unvollendeten Epos Aeneis von Vergil (70-19 v. Chr.). Dido and Aeneas ist das erste vollständige Bühnenwerk des 30-jährigen Henry Purcells – und das einzige, das den Gattungstitel „An Opera“ trägt. In England gab es zu dieser Zeit keine eigenständige Operntradition. Purcell verschmolz Einflüsse der italienischen, französischen und englischen Bühnentradition, Elemente aus Tanz und Oper, zu einer ganz eigenen Form. Er verdichtet die Erzählung auf nur eine Stunde. In seiner Musik dominiert das Dramatische, stehen die Affekte und Emotionen der Figuren und Situationen der knappen Handlung im Vordergrund gegenüber der reinen Gesangsvirtuosität. Die Entstehungs- und Uraufführungsgeschichte von Dido and Aeneas ist verworren und nicht eindeutig. Fest steht, dass Purcells Dido and Aeneas 1689 in Chelsea unter Leitung des zur damaligen Zeit berühmten Ballettmeisters Josias Priest aufgeführt wurde.

Großer zeitlicher Bogen

Etwa 220 Jahre später, im Sommer 1909, wurde Arnold Schönberg die angehende Wiener Ärztin Marie Pappenheim vorgestellt. Unter dem Pseudonym Maria Heim hatte sie sich einen Namen als Autorin von Gedichten gemacht. Die Idee zu einem Bühnenstück entstand höchstwahrscheinlich im gemeinsamen Gespräch, die Textvorlage zu Erwartung verfasste Pappenheim in wenigen Tagen. Schönberg vollzog in Erwartung den Bruch mit der musikhistorischen Tradition: Er löst sich von den Regulativen tonaler Musik, befreit sich von traditionellen Strukturen in Motivik / Thematik, Melodik, Harmonik und Form. Auch die Gattung Monodram, ein mit nur einer Frau besetztes (Musik)Theaterstück, ist als Gattung neu. In völlig freier Tonalität lässt Schönberg das groß besetzte spätromantische Orchester in Erwartung die Seelenzustände einer Frau nachzeichnen: „In der Erwartung ist es die Absicht, das, was sich in einer Sekunde seelischer höchster Erregung abspielt, sozusagen mit der Zeitlupe, auf eine halbe Stunde ausgedehnt, darzustellen.“ (Arnold Schönberg).

Erwartung wurde erst 15 Jahre nach Vollendung der Komposition uraufgeführt: Zahlreiche Versuche einer früheren Aufführung durch Schönberg waren gescheitert. Alexander von Zemlinsky setzte es am 6. Juni 1924 schließlich auf das Programm des Musikfestes der Internationalen Gesellschaft für Neue Musik in Prag.

Die Musikalische Leitung übernimmt Andrew Manze, der mit dieser Produktion sein Hausdebüt an der Bayerischen Staatsoper gibt. Die Titelpartie Dido/eine Frau übernimmt Ausrine Stundyte. Das Ensemble besteht u.a. aus Günter Papendell (Aeneas), Victoria Randem (Belinda) und Rinat Shaham (Venus).

Henry Purcell / Arnold Schönberg: Dido and Aeneas ... Erwartung

Oper in drei Akten / Monodram in einem Akt (1688/89; 1909)

Premiere: So, 29.1.23, 17.00 Uhr

Weitere Vorstellungen:

Mi, 01.02.23, 19.00 Uhr - Hörfunk-Übertragung auf BR-KLASSIK

Sa, 04.02.23, 19.00 Uhr

Mi, 08.02.23, 19.30 Uhr

Fr, 10.02.23, 19.00 Uhr

Do, 20.07.23 19.00 Uhr

Sa, 22.07.23, 19.00 Uhr

im Nationaltheater. Weitere Informationen unter www.staatsoper.de

Anzeige

[09.04.2026] Mirga Gražinytė-Tyla debütiert bei den Berliner Philharmonikern

Konzerte mit Pianist Emanuel Ax am 16. und 18. April 2026

Mit Mieczysław Weinbergs Burattino und das goldene Schlüsselchen: Orchestersuite Nr. 4 op. 55d und Auszügen aus Sergej Prokofjews Romeo und Julia op. 64 wird Dirigentin Mirga Gražinytė-Tyla in den Konzerten vom 16. bis 18. April erstmalig am Pult der Berliner Philharmoniker stehen. Das Programm wird von John Williams‘ Konzert für Klavier und Orchester ergänzt, mit Emanuel Ax als Solist.

[09.04.2026] Marco Medved zum neuen Chordirektor der Deutschen Oper Berlin berufen

Er wird sein Amt im August 2026 als Nachfolger von Jeremy Bines antreten

Marco Medved hat die Berufung zum neuen Chordirektor der Deutschen Oper Berlin angenommen hat und wird sein Amt im August 2026 als Nachfolger von Jeremy Bines antreten. Der Mailänder Marco Medved genoss am Konservatorium Giuseppe Verdi eine exzellente Ausbildung in Klavier, Komposition, Chor- und Orchesterleitung, die er mit Auszeichnung abschloss. Seither verfügt er nach Leitungspositionen bei den Tiroler Festspielen Erl, beim National Centre for Performing Arts in Peking, den Festspielen Südtirol von Toblach, den Opern in Köln und Bonn und zuletzt am Teatro Petruzzelli in Bari über breit gefächerte Erfahrungen als Chordirektor im Opernbetrieb.

[09.04.2026] Neue Intendantin für die Salzburger Festspiele

Theatermanagerin Karin Bergmann folgt auf Markus Hinterhäuser

Nachdem Intendant Markus Hinterhäuser nach wochelangem Streit mit dem Festspielkuratorium sein Amt mit sofortiger Wirkung niedergelegt hatte, übernimmt die Theatermanagerin Karin Bergmann vorläufig bis 2027 die künstlerische Leitung der Salzburger Festspiele. Die 1953 in Recklnghausen geborene Kulturmanagerin ist eine gute Wahl und bringt reichlich Erfahrung mit. Von 20214 bis 2019 leitete sie als erste Frau erfolgreich das Wiener Burgtheater und war als Schauspielchefin der Salzburger Festspiele im Gespräch.

[09.04.2026] SWR Jazzpreis 2026 an Pianistin Olga Reznichenko

Ältester deutscher Jazz-Preis, zum 46. Mal verliehen

Der gemeinsam vom Land Rheinland-Pfalz und dem Südwestrundfunk vergebene SWR Jazzpreis geht 2026 an die Pianistin Olga Reznichenko. Die Preisvergabe findet am 31. Oktober 2026 im Rahmen des Festivals Enjoy Jazz im BASF Gesellschaftshaus in Ludwigshafen statt. In der Jurybegründung heißt es: „Bewegung! Das scheint ein Credo von Olga Reznichenko zu sein. Extrem aktiv und extrem vielseitig gestaltet die Pianistin den Sound des aktuellen Jazz aus Deutschland maßgeblich mit. O.R.T. heißt ihr langjähriges Trio (mit Lorenz Heigenhuber und Maximilian Stadtfeld), man kann sie aber darüber hinaus auch an sehr vielen anderen musikalischen Orten treffen.

Weitere Meldungen der letzten 14 Tage

Anzeige

Klassik Heute - Ihr Klassik-Portal im Internet

Anzeige