Das Quintessence Saxophone Quintet beweist seit drei Jahrzehnten, dass das Saxofon-Quintett eine Gattung ist, die es eigentlich gar nicht geben dürfte – fünf Instrumente derselben Familie, kein kanonisches Repertoire, keine kammermusikalische Tradition – die genau deshalb so frei ist. Ihr neues Album heißt „A Cinematic Suite‟: zehn Szenen, ein imaginärer Film. Dass er mit Bachs d-Moll-Toccata beginnt, ist kein Zufall, sondern ein Statement. Bevor das Kino kommt, wird erst einmal der Grundstein gelegt – und der heißt seit dreihundert Jahren Bach. Die Antithese zu jeder Filmmusik-Inflation, der Prüfstein, an dem sich zeigt, ob ein Ensemble mehr kann als allzu vertraute Oberflächen nachzuspielen.