Am 5. Juni 2026 feiert die argentinische Pianistin Martha Argerich ihren 85. Geburtstag. Seit Jahrzehnten gehört sie zur Pianisten-Elite und hat auf allen großen Bühnen Triumphe gefeiert. Als Vierjährige gab sie ihr erstes Konzert, studierte in Argentinien bei Vicente Scaramuzza und übersiedelte mit ihrer Familie nach Europa, um bei Friedrich Gulda, Madeleine Lipatti, Nikita Magaloff und Arturo Benedetti Michelangeli zu studieren. 1957 gewann sie den Busoni-Wettbewerb und den Internationalen Klavierwettbewerb von Genf, 1965 folgte der Chopin Wettbewerb in Warschau. Neben ihren großen Konzertauftritten widmet sie sich intensiv der Kammermusik mit Partnern wie Gidon Kremer, Mischa Maisky, Alexandre Rabinovitch, Lilya Zilberstein. An ihren 75. Geburtstag gab sie mit der Staatskapelle Berlin und Daniel Barenboim, der sowohl als Pianist als auch als Dirigent agiert, ein Benefizkonzert in der Berliner Philharmonie. Ihre Fan-Gemeinde kennt und schätzt die zahlreichen Tonträger, die Martha Argerichs Klavierkunst dokumentieren.
Tabellarische Biographie
| 1941 | geboren in Buenos Aires, Argentien. |
| 1946 | Erster Klavierunterricht bei Vicenzo Scaramuzzo. |
| 1949 | Erstes öffentliches Konzert in Buenos Aires mit Werken von Mozart, Beethoven und Bach. |
| 1955 | Übersiedelung der Familie nach Wien, dort weitere Ausbildung u.a. bei Friedrich Gulda, Stefan Askenase und Nikita Magaloff. |
| 1957 | Gewinn der Klavierwettbewerbe von Genf und Bozen und Beginn der Konzerttätigkeit. |
| 1962 | Zweijährige Konzertpause, Umzug nach New York. |
| 1965 | Siegerin beim Chopin-Wettbewerb in Warschau und Beginn der internationalen Karriere. |
| 1969-1973 | Ehe mit dem Dirigenten Charles Dutoit, dem sie auch nach der Scheidung freundschaftlich verbunden bleibt. |
| ab 1980 | Beginn der intensiven Auseinandersetzung mit Kammermusik. Partner sind Gidon Kremer, Mischa Maisky, Alexander Rabinovitch, Nelson Freire u.a. |
| 1999 | erster Internationaler Martha Argerich Klavierwettbewerb in Buenos Aires mit Martha Argerich als Jury-Präsidentin. Im gleichen Jahr wird in Japan ein Martha Argerich Festival durchgeführt bei denen sie Meisterklassen gibt |
| 2002 | Absage beim Solistenkonzert der Salzburger Festspiele: Martha Argerich sagte kurzfristig wegen Krankheit ihren Duoabend mit Cellist Mischa Maisky ab. Der junge Pianist Sergio Tiempo, der bereits mehrfach mit Maisky konzertiert hat, sprang ein. |
| 2005 | Am 19. Juli fand im Münchner Nationaltheater ein Nachtkonzert statt: Martha Argerich erinnerte zusammen mit ihrer Meisterschülerin Gabriela Montero, den Brüdern Paul und Rico Gulda und dem Cellisten Gautier Capuçon in einer musikalische Hommage an Friedrich Gulda, den Ausnahmemusiker, für den es in seiner Kunst so gut wie keine Grenzen gab. |
| 2007 | Preis des Klavierfestivals Ruhr geht an Martha Argerich. Am 4. und 5. Dezember übernimmt die Pianistin zwei Konzerte beim Deutschen Symphonie-Orchester Berlin für den erkrankten Evgeny Kissin. |
| 2009 | Im November Debüt bei der Staatskapelle Dresden mit Maurice Ravels G-Dur Konzert unter der Leitung von Charles Dutoit. |
| 2015 | Konzertabsage beim Schleswig-Holstein Musik Festival. |
| 2017 | Ravel Klavierkonzert mit dem Royal Philharmonic Orchestra unter der Leitung von Charles Dutoit in der Philharmonie Luxemburg am 14. September. |
| 2018 | Erstes Martha Argerich Festival mit internationalen Stars in der Hamburger Laeiszhalle. |
| 2019 | Zweit Ausgabe des Martha Argerich Festivals in der Hamburger Laeiszhalle. |
| 2021 | Nachdem das Festival im Jahr 2020 coronabedingt abgesagt werden musste, finden vom 19. bis 30. Juni 2021 an zwölf Abenden (mehr als je zuvor) die Konzerte der damit dritten Auflage im Großen Saal der Laeiszhalle Hamburg statt; an elf Konzerten ist Martha Argerich maßgeblich selbst beteiligt. Zusammen mit Daniel Barenboim und Cecilia Bartoli eröffnet Martha Argerich am Sonnabend, 19. Juni 2021, das Festival. Mit den Symphonikern Hamburg unter der Leitung von Chefdirigent Sylvain Cambreling spielt sie am zweiten Abend Schumanns Klavierkonzert. Und am Montag, 21. Juni, sind Anne-Sophie Mutter und Martha Argerich erstmals gemeinsam auf einer Bühne zu erleben. |
| 2022 | Zum vierten Mal seit 2018 veranstalten die Symphoniker Hamburg vom 20. bis 29. Juni 2022 das mittlerweile legendäre Martha Argerich Festival in der Laeiszhalle. In sechs Konzerten im Großen und drei Konzerten im Kleinen Saal sind Künstlerinnen und Künstler wie Martha Argerich, Daniil Trifonov, Renaud Capuçon, Marina Heredia, Mischa Maisky, Stephen Kovacevich, Sylvain Cambreling, Leonora Armellini und Sergei Babayan sowie etwa die Jazz-Fusion-Band Aka Moon und das Sirba Octet zu erleben. |
| 2023 | Bereits zum fünften Mal versammeln Martha Argerich und Intendant Daniel Kühnel zusammen mit Akane Sakai vom 20. bis 30. Juni 2023 in der Laeiszhalle und der Elbphilharmonie zahlreiche Freunden der Jahrhundertpianistin, um in freundschaftlicher Stimmung zu musizieren. Insgesamt elf Konzerte umfasst das legendäre Festival, von denen einige bereits ausverkauft sind. Neben Martha Argerich, Mischa Maisky, Daniel Barenboim, Daniil Trifonov, Stephen Kovacevich, Trompeter Avishai Cohen und Elena Bashkirova sind auch die Fadista Carminho und die indische Sängerin Kaushiki Chakraborty dabei. |
| 2025 | Am Freitag dem 20. Juni 2025 ist es wieder soweit: Die traditionelle »Opening Night« bildet den Auftakt zur diesjährigen Ausgabe des Martha Argerich Festivals Hamburg, der siebten seit 2018. An 10 Tagen stehen insgesamt 11 Konzerte auf dem Programm. Neben klassischer Kammermusik mit der Jahrhunderpianistin und herausragenden Gästen wie Mischa Maisky, Maxim Vengerov, Ivo Pogorelich, Gidon Kremer, Edgar Moreau, Stephen Kovacevich sowie vielen anderen blickt das Festival auch über den Tellerrand und tritt in den Dialog mit Jazz, Tango, Weltmusik, Musiktheater und Film. Ein »Rendezvous« der Musik und der Künste, ganz im Sinne seiner Namensgeberin. |
| 2026 | Mikhail Pletnev musste sein Mitwirken am diesjährigen Martha Argerich Festival in Hamburg am 25. Juni aus persönlichen Gründen absagen. Jing Zhao (Violoncello) und Stephen Kovacevich (Klavier) haben sich bereit erklärt, die zweite Hälfte des Konzerts »Flügelschlag« gemeinsam mit Martha Argerich zu gestalten. Auf dem Programm stehen Werke von Brahms, Beethoven und Schumann. Der erste Konzertteil bleibt in Programm und Besetzung unverändert. Do. 25.06.2026 | 19:30 Uhr | Laeiszhalle Hamburg Großer Saal Durch die Absage von Mikhail Pletnev für das Konzert »Flügelschlag« am 25. Juni, im Rahmen des Martha Argerich Festivals, ergeben sich auch für das Konzert am 28. Juni im ersten Konzertteil Änderungen in Besetzung und Programm. Ludwig van Beethovens Große Fuge mit Martha Argerich und Stephen Kovacevich entfällt in diesem Konzert, stattdessen spielt unter anderem Lilya Zilberstein eine Auswahl aus Préludes op. 32 von Sergej Rachmaninow. Der zweite Konzertteil mit den Beethoven-Violinsonaten mit Martha Argerich und Maxim Vengerov bleibt unverändert. Martha Argerich wird am 29. Juni 2026 in der Laeiszhalle Hamburg mit dem Kulturpreis der Gunter und Juliane Ribke-Stiftung ausgezeichnet. Der mit 20.000 Euro dotierte Preis würdigt ihre herausragenden Verdienste um die Förderung des künstlerischen Nachwuchses. |
