Anton Bruckners 9. Sinfonie entstand ab 1887, wurde somit gleich nach der ersten Fassung der Achten in Angriff genommen. Sie ist nach Aussagen des Komponisten „dem lieben Gott“ gewidmet, blieb jedoch Fragment, da für das Finale nur – wenngleich recht ausführliche – Skizzen zur Verfügung stehen, von deren Blättern nach dem Tod des Komponisten einige entwendet wurden. Deshalb hat es mehrere Komponisten und Dirigenten gereizt, eine mögliche Fassung zu rekonstruieren. Der eminente Bruckner-Kenner Gerd Schaller, der bereits 2014 eine solche Fassung erstellt hatte, hat sich 10 Jahre später erneut an die Arbeit gemacht und diese viersätzige Fassung mit den Londoner Philharmonikern eingespielt.