Orgelpunkt
Historic Organ Villanueva de Huerva i Aragón
Anna Pikulska
MDG 951 2389-6
1 CD/SACD stereo/surround • 69min • 2024
16.05.2026
Künstlerische Qualität:![]()
Klangqualität:![]()
Gesamteindruck:![]()
Unter dem Titel „Orgelpunkt“ steht bei dieser Aufnahme ein besonderes Instrument im Vordergrund: die Orgel von Villanueva de Huerva, die 1592 in Auftrag gegeben und 1607 fertiggestellt wurde. Die Orgelbauerin Christine Vetter hat 2005 die aufwendige Restaurierung übernommen und so eine Orgel gewonnen, die mit ihren 1209 Pfeifen reichhaltig, unverwechselbar und typisch für die Zeit um 1600 ist.
Die Werkauswahl
Die im polnischen Oppeln geborene Organistin Anna Pikulska, die in Polen und Deutschland studierte und derzeit an der Hochschule für Musik Mainz tätig ist, hat für die Demonstration der Orgel ein Programm mit Werken aus Renaissance und Frühbarock von spanischen, italienischen und niederländischen Komponisten gewählt, das die Vielseitigkeit und Farbenfülle des Instruments zeigen soll. Im Booklet wird nicht nur die Disposition der Orgel mitgeteilt, sondern für jedes der dreizehn Stücke die Registrierung bis ins kleinste Detail aufgeführt.
Die „Batallas“
Etwas befremdlich mag wirken, dass im Programm vier Stücke vom Typ der „Batalla“ vertreten sind, einer Musikform, die vom Kommentator Ton Koopman mit Recht als Kuriosität bezeichnet wird. Solche Schlachtdarstellungen zielen auf den drastischen Effekt ab, und sie dienen bei den Neueinspielungen dazu, die speziellen Klangfarben des historischen Instruments vorzustellen. Eine besondere Rolle spielen dabei die auftrumpfenden „spanischen Trompeten“, Pfeifen, die horizontal aus der Orgel herausragen.
Wertvolles zum Schluss
Gehaltvoller sind die Variationenfolgen des niederländischen Meisters Jan Pieterszoon Sweelinck (1562-1621). Seine Bearbeitungen von Mein junges Leben hat ein End', Unter der Linden grüne oder Est-ce Mars haben bis heute ihren Reiz und Wert behalten. Eine Steigerung erlebt Anna Pikulskas Vortragsfolge mit den letzten vier Nummern: Girolamo Frescobaldis Canzona Quarta, Francisco Correa de Arauxos Tiento, Sweelincks Toccata SwWV 288 und José de Nebras Tocata para Organo verbinden Einfallsreichtum mit Virtuosität und beweisen, welches Farbenspektrum in dem alten Instrument steckt.
Eine hellhörige Solistin
Dazu trägt natürlich die Organistin bei, die nicht nur mit ihrer einfühlsamen Registerwahl, sondern auch mit ihrem beweglichen, klar artikulierten Spiel zum Hörvergnügen beiträgt. Das Booklet bietet in englischer, französischer und deutscher Sprache interessante Angaben zum Instrument und seiner Restaurierung, zu den eingespielten Werken und zur Biografie von Anna Pikulska.
Prof. Klaus Trapp [16.05.2026]
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Komponisten und Werke der Einspielung
| Tr. | Komponist/Werk | hh:mm:ss |
|---|---|---|
| CD/SACD 1 | ||
| Pedro de Araújo | ||
| 1 | Batalha de 6.o tom | 00:06:30 |
| Jan Pieterszoon Sweelinck | ||
| 2 | Variationen über "Mein junges Leben hat ein End'" SwWV 324 | 00:07:36 |
| Sebastián Durón | ||
| 3 | Gaitilla de Mano Izquierda | 00:03:15 |
| Bernardo Storace | ||
| 4 | Ballo della Battaglia | 00:02:54 |
| Manuel Narro | ||
| 5 | Batalla | 00:05:25 |
| Jan Pieterszoon Sweelinck | ||
| 6 | Unter der Linden Grüne SwWV 325 (Vier Variationen) | 00:05:34 |
| Sebastián Aguilera de Heredia | ||
| 7 | Obra de 8o tono alto (Ensalada) | 00:05:46 |
| Jan Pieterszoon Sweelinck | ||
| 8 | Variationen über "Est-ce Mars" SwWV 321 | 00:05:01 |
| Jusepe Ximénez | ||
| 9 | Batalla de Sexto Tono | 00:06:07 |
| Girolamo Frescobaldi | ||
| 10 | Canzona quarta (Il secondo Libro di Ticcate) | 00:03:52 |
| Francisco Correa de Arrauxo | ||
| 11 | Tiento de medio registro de tiple de Octavo Tono | 00:05:26 |
| Jan Pieterszoon Sweelinck | ||
| 12 | Toccata SwWV 288 | 00:05:35 |
| José Melchor de Nebra | ||
| 13 | Toccata para Organo | 00:05:50 |
Interpreten der Einspielung
- Anna Pikulska (Orgel)
