Gustav Mahler
Symphony No. 2 "Resurrection"
Sinfonieorchester Basel • Markus Poschner
Prospero Classical PROSP0139
2 CD • 2h 23min • 2025
02.05.2026
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Gesamteindruck:![]()
Klassik Heute
Empfehlung
Der Dirigent Markus Poschner, geboren 1971 in München, seit 2025 Chefdirigent des Sinfonieorchesters Basel, hat als Auftakt für seinen Basler Mahler-Zyklus Mahlers Auferstehungssinfonie gewählt, ein Werk, das in seiner zeitlichen und gehaltlichen Größe einen wahren Kosmos menschlichen Denkens und Fühlens spiegelt. Dies zeigt sich nach außen hin in der Länge von über 80 Minuten, in der Anzahl von fünf Sätzen, in der Weitung des Finales zur Kantate. Man denkt dabei an Beethovens Neunte, und doch ist der Rahmen viel weiter gespannt.
Mächtige Ecksätze
Das Hauptgewicht des Werkes liegt in den Ecksätzen, dem vom Komponisten anfangs mit dem Titel „Totenfeier“ bezeichneten Kopfsatz und dem apokalyptischen Finale mit der Vertonung eines Textes von Gustav Mahler nach Friedrich Gottlieb Klopstock. Und hier leisten Markus Poschner und die Phalanx der vielen Mitwirkenden Großes: eine atemlose Spannung wird aufgebaut, die von der Düsternis des Trauermarschs bis zum Jubel der Auferstehungsfeier reicht. Dabei achtet der Dirigent minutiös auf die genauen Vorgaben des Komponisten, was Tempi, Artikulation und Durchhörbarkeit betrifft. Zum einwandfreien Klangbild trägt auch der historische Musiksaal im Stadtcasino Basel mit seiner vorzüglichen Akustik bei.
Die Intermezzi
Die drei kürzeren Mittelsätze, oft als „Intermezzi“ bezeichnet, sprechen von der Fülle des Lebens: im Stil eines Ländlers der zweite Satz, spukhaft das Scherzo, in dem Mahler sein Lied Fischpredigt des heiligen Antonius zitiert, innig der vierte Satz „Urlicht“ mit dem Text O Röslein rot, der Mensch liegt in größter Not aus Des Knaben Wunderhorn. Der Farbenreichtum, die Präzision und die Hellhörigkeit des Orchesters kommen hier ebenso zur Geltung wie der eindringliche Gesang von Wiebke Lehmkuhl.
Die Gesamtleistung
Die großartige Steigerung im Finale, an der die beiden Gesangssolistinnen und der Leipziger Rundfunkchor starken Anteil haben, krönt eine mitreißende und zugleich verinnerlichte Gesamtschau auf das kolossale Werk Mahlers.
Das aufwendige Booklet (deutsch, englisch und französisch) enthält lesenswerte Texte zur „Mahlerstadt Basel“, zu den Ansichten und Vorhaben Poschners, zum Sinfonieorchester Basel und den Abdruck der vertonten Texte (deutsch und englisch).
Prof. Klaus Trapp [02.05.2026]
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Komponisten und Werke der Einspielung
| Tr. | Komponist/Werk | hh:mm:ss |
|---|---|---|
| CD/SACD 1 | ||
| Gustav Mahler | ||
| 1 | Sinfonie Nr. 2 c-Moll (Auferstehungssinfonie) | 02:23:17 |
Interpreten der Einspielung
- Wiebke Lehmkuhl (Alt)
- Nikola Hillebrand (Sopran)
- MDR Rundfunkchor (Chor)
- Sinfonieorchester Basel (Orchester)
- Markus Poschner * 1971 (Dirigent)
