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Besprechung CDJ.S. Bach

J.S. Bach

Goldberg Variations

Berlin Classics 0304196BC

1 CD • 60min • [P] 2026

26.06.2026

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10
Klangqualität:
Klangqualität: 10
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Klassik Heute
Empfehlung

Bachs Goldberg-Variationen, die in den 1730er Jahren für zweimanualiges Cembalo entstanden, sind zweifelsohne das wichtigste Variationswerk der Musikgeschichte vor Ludwig van Beethovens Diabelli-Variationen. In absoluter Vollendung ist bereits die grobe formale Anlage: Eine Aria, bestehend aus 32 Takten, welche die 30 Variationen einrahmt und als solche wie ein Mikrokosmos bereits zu Beginn alles beinhaltet, was Bach später in den Variationen herausarbeiten wird. Bach hält die Vorstellung der Variation streng ein, indem der in der Aria verwendete Ostinato-Bass in jeder einzelnen Variation erkennbar bleibt. Lediglich Taktart, Tempo und Melodie werden nach Belieben verändert, Taktzahl und die Aufteilung in zwei jeweils 16-taktige Teile bleibt in allen Variationen gleich.

Strenge Symmetrie

Die beispiellose Symmetrie setzt sich auch in der inneren Aufteilung fort: Bach gruppiert die 30 Variationen in zehn Dreiergruppen, die vom Charakter her immer ein virtuoses Stück, ein eher sanftes und ruhiges Charakterstück und einen streng polyphonen Kanon einschließen. In den Tanzsätzen greift Bach sowohl auf französische als auch italienische Vorbilder zurück, mal meint man, eine Anlehnung an Corellis Concerti grossi zu erkennen oder fühlt sich an die Gigues Jean-Baptiste Lullys erinnert, ebenso wie an die des Bach-Freundes Georg Philipp Telemann, dem Bach in der siebten Variation ein Denkmal setzt. Die Variation Nr. 16, eine glanzvolle Ouvertüre im französischen Stil, eröffnet den zweiten Teil des Zyklus‘ und ist auch Bestandteil der perfekt symmetrischen Anlage. Die Kanons, welche die insgesamt zehn Dreiergruppen jeweils abschließen, erklingen in aufsteigender Folge, zunächst im Unisono bis hin zur None. Mit der letzten Variation würde man nun die Dezime erwarten, allerdings klingt hier der schelmische und weltliche Bach durch, denn der letzte Kanon ist ein Quodlibet aus zwei beliebten (und teils recht derben) Volksliedern, nämlich „Ich bin so lang nicht bei dir gewest, ruck her, ruck her, ruck her“ und „Kraut und Rüben haben mich vertrieben, hätt mein Mutter Fleisch gekocht, so wäre ich geblieben“.

Herzensprojekt in ungewöhnlicher Besetzung

Bachs Goldberg-Variationen gehören zu den wichtigsten Werken des Komponisten und denen, die wohl so ziemlich jede Musikerin und jeden Musikert geprägt haben. So ging es auch der Saxophonistin Asya Fateyeva, dem Akkordeonisten Andreas Borregaard und dem Cellisten Eckart Runge. „Manche Träume während lang: Johann Sebastian Bachs Goldberg-Variationen trugen Asya Fateyeva, Eckart Runge und Andreas Borregaard – auf gewisse Weise ihr ganzes musikalisches Leben – mit sich, allerdings mit einem Problem: Keiner von ihnen spielt das für das Werk prädestinierte Instrument“, so liest man im Booklet. Seit 2017 gab es bereits die Idee, sich gemeinsam mit Bachs berühmtem Zyklus zu beschäftigen. Andreas Borregaard hatte die Goldberg-Variationen kurz zuvor solistisch eingespielt. Nun holte Cellist Eckart Runge die Musiker zusammen, um sich der Aufgabe zu widmen, sie für die ungewöhnliche Besetzung Saxophon, Akkordeon und Violoncello zu arrangieren und einzuspielen. Dabei sieht Runge, der das Werk natürlich in der Besetzung für Streichtrio genau kennt, in der ungewöhnlichen Kombination hier einen ganz besonderen Vorteil, nämlich die Heterogenität der Instrumente, die es einfacher macht, das Werk möglichst transparent zu spielen. So haben die drei Musiker viel Zeit und Muße investiert, um genau zu eruieren, wie sich die Stimmenverteilung in welcher Variation am günstigsten darstellt. Das Resultat ist eine gelungene Neuinterpretation von Bachs Goldberg-Variationen, die noch einmal einen neuen und respektvollen Blick auf das Meisterwerk des Komponisten wirft.

Verena Düren [26.06.2026]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Johann Sebastian Bach
1Goldberg-Variationen BWV 988 01:00:22

Interpreten der Einspielung

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