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Besprechung CDBritish Music for Strings V

British Music for Strings V

Südwestdeutsches Kammerorchester Pforzheim • Douglas Bostock

cpo 555 808-2

1 CD • 70min • 2026

10.08.2026

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9
Klangqualität:
Klangqualität: 9
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Dass britische Komponisten ein Händchen für die Komposition interessanter Werke für Streicher haben, weiß man seit der Renaissance. Für die fünfte Folge seiner Anthologie mit Musik für Streichorchester hat Douglas Bostock für sein Südwestdeutsches Kammerorchester sechs spannende Werke ausgegraben, deren Komponisten bis auf Gordon Jacob – wegen seiner Werke für Bläser – und vielleicht noch Imogen Holst dem durchschnittlichen Konzertbesucher und Musikliebhaber völlig unbekannt sein dürften.

Britische Streicherkultur

Die britische Streicherkultur beginnt mit den Fantasien, In Nomines und Robins für die Gamben-Consorts der Renaissance und des Frühbarocks. Hier stößt man auf Namen wie Christopher Tye, William Byrd, William Lawes, Matthew Locke oder Henry Purcell. Diese Tradition wurde von der Spätromantik wieder aufgenommen; man denke nur an Hubert Parry, Edward Elgar und Ralph Vaughan Williams.

Die auf diese Fixsterne folgende Generation findet sich nun auf dieser CD mit sechs durchaus anhörenswerten Kompositionen, von denen die meisten Ersteinspielungen sein dürften.

Zwischen modaler Nostalgie und Linearität à la Bartók und Hindemith

Imogen Holst (1907-1984), die Tochter des Komponisten der Planeten bezieht sich in The unfortunate Traveller direkt auf die Tradition, indem sie sich zur Inspiration einen Schelmenroman der Renaissance nimmt. Ihr Lehrer Gordon Jacob (1895-1984) greift auf eine Air Henry Purcells zurück und variiert diese in Bartók-naher Linearität.

Der vor allem als Dirigent bekannte Eugene Goosens (1893-1964) in der Miniature Suite mit ihrem aparten Mix aus Modalität und Moderne kann seine Nähe zu Vaughan Williams nicht verleugnen.

In ihrer leicht impressionistisch gefärbten Lyrik wirken die Two Pieces for Muted Strings von Dorothy Howell (1898-1982) außerordentlich attraktiv. Das Finale aus einem ansonsten verschollenen Streichquartett von Balfour Gardner (1877-1950) wurde vom durch Marc André Hamelin als Pianisten-Komponist wiederentdeckten Percy Grainger für Streichorchester bearbeitet. Es ist stark von Wagner und Bruckner beeinflusst.

Wesentlich rauere Töne schlägt William Matthias (1934-1992) in seinem Triptychon Prélude, Aria and Finale an, dessen Titel und zyklische Anlage César Franck Referenz erweisen, indem er kontrastierendes melodisches Material übereinanderlegt.

Engagierte Interpretation

Douglas Bostock und sein Südwestdeutsches Kammerorchester können hier streicherisch – anders als im Repertoire des späten 18. Jahrhunderts – einmal richtig in die Vollen greifen, was ihnen – wie auch das Repertoire hörbar Freude bereitet.

Ein exzellenter, detaillierter Booklet-Text von Lewis Foreman und eine gelungene Aufnahmetechnik runden den durchweg positiven Eindruck ab.

Fazit: Interessante Sammlung von Werken für Streichorchester, an der kein Dirigent eines solchen Klangkörpers vorbeigehen sollte, zudem eine Horizonterweiterung für Musikliebhaber, die sowohl Elgar als auch Bartók etwas abgewinnen können.

Thomas Baack [10.08.2026]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Imogen Holst
1The Unfortunate Traveller 00:10:50
Gordon Jacob
5Variations on an Air of Henry Purcell 00:17:27
Eugene Goossens
6Miniature Fantasy op. 2 00:11:58
Dorothy Howell
7Nocturne (aus: Two Pieces for Muted Strings) 00:08:21
8Moto Perpetuo (aus: Two Pieces for Muted Strings) 00:03:12
Balfour Gardiner
9Movement for Strings c-Moll 00:10:47
William Mathias
10Prelude, Aria and Finale op. 25 00:10:47

Interpreten der Einspielung

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