Franz Danzi
Flute Quintets op. 50
cpo 555 770-2
1 CD • 56min • 2025
28.09.2026
Künstlerische Qualität:![]()
Klangqualität:![]()
Gesamteindruck:![]()
Was fällt Ihnen beim Namen Franz Danzi ein? Die Antwort dürfte im besten Fall „Bläserquintette“ lauten. Denn dessen neun Werke für Flöte, Oboe, Klarinette, Horn und Fagott bilden neben denen Anton Reichas den Grundstock des Repertoires für diese Besetzung. Dass Danzi (1763-1826) auch je 3 Trios, Quartette und Quintette für Flöte und Streicher komponierte, dürfte weniger bekannt sein. Verdienstvoll also, dass das Ardinghello Ensemble Pionierarbeit betreibt und diese Werke zum 200. Todestag des Komponisten geschlossen vorlegt.
Ein Cellist reüssiert mit Bläserkammermusik
Franz Danzi wurde als Sohn des Solo-Cellisten der berühmten Mannheimer Hofkapelle Innozenz Danzi geboren und zunächst von seinem Vater, später auch vom bedeutenden Theoretiker und Komponisten Abbé Georg Joseph Vogler unterrichtet. Seine erste Anstellung fand er als Tutti-Cellist der Kapelle des Kurfürsten Carl Theodor, der ihn, als er zusätzlich Kurfürst von Bayern wurde, allerdings zunächst nicht nach München mitnahm. Später wurde er dann aber doch als Nachfolger des Vaters Solocellist der Münchner Hofkapelle und Vize-Kapellmeister. Von 1807-1812 wirkte er in Stuttgart und beendete seine Karriere als Badischer Hofkapellmeister in Karlsruhe.
Die Flötenquintette
Franz Danzis drei Flötenquintette op. 50 sind wesentlich weniger virtuos konzipiert als seine konzertanten Flötenquartette op.56. Sie fallen in das Genre der Hausmusik für begabte Liebhaber, die alle Stimmen gleichwertig behandelt, wenngleich das heitere erste Quintett in Es-Dur mit dem Menuett-Trio in As-Dur für eine saubere Intonation ohne Griffakrobatik ein spätklassisches Instrument mit 7 Klappen erfordert. Das zweite Quintett in h-Moll ist im Kopfsatz wesentlich dramatischer angelegt. Der langsame Satz, ein Siciliano, trägt äußerst pastorale Züge (Track 6) und bietet sich als originelle Hirtenmusik für ein Krippenspiel oder Weihnachtskonzert an. Das Rondo-Finale hat stark folkloristisches Gepräge, wobei man nicht genau definieren kann, ob hier Spanien oder Ungarn das Vorbild abgaben. (Track 8). Äußerst witzig gebärdet sich das abschließende D-Dur-Quintett mit seinem rustikalen Kopfsatz, der dramatischen Arie im Larghetto und dem Variationen-Finale.
Stilistisch schlagen die Quintette eine Brücke von Mozart zu Rossini und C.M. v. Weber,
Solide Interpretation
Die Ardinghellos spielen die Werke klangschön und korrekt, aber viel zu brav und unterkühlt. Gerade weil die Werke von Mozart und der frühromantischen Oper inspiriert sind, wären in den Wiederholungen einige Freiheiten der Interpreten in Form von Eingängen und Kadenzen, aber auch von Verzierungen erforderlich gewesen. Man werfe hierzu einen Blick in die Gesangstraktate von Laure Cinti-Damoreau, Luigi Lablache und Manuel Garcia oder in die Arien-Verzierungen Mozarts für Aloysia und Constanze Weber.
Die Klangtechnik legt den Akzent auf die Flöte, was bei diesen Kompositionen nicht unbedingt erforderlich wäre. Dafür ist Karl Kaisers Booklet-Text wie immer außerordentlich aufschlussreich.
Fazit: Flötisten sollten diese Aufnahme unbedingt zur Kenntnis nehmen. Allen anderen bietet sie nette Begleitmusik als Klangbereicherung eines eleganten Abendessens.
Thomas Baack [28.09.2026]
Anzeige
Komponisten und Werke der Einspielung
| Tr. | Komponist/Werk | hh:mm:ss |
|---|---|---|
| CD/SACD 1 | ||
| Franz Danzi | ||
| 1 | Quintett Es-Dur op. 50 Nr. 1 für Flöte, Violine, 2 Violas und Violoncello | 00:21:17 |
| 5 | Quintett h-Moll op. 50 Nr. 2 | 00:19:40 |
| 9 | Quintett D-Dur op. 50 Nr. 3 | 00:15:23 |
Interpreten der Einspielung
- Ardinghello Ensemble (Ensemble)
