Beethoven 3 & 5
Stuttgarter Kammerorchester • Thomas Zehetmair
SKO Records 005
1 CD • 73min • 2025
02.10.2026
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Klassik Heute
Empfehlung
Im Rahmen eines „Beethoven-Projekts” spielt das Stuttgarter Kammerorchester unter seinem Chefdirigenten Thomas Zehetmair alle neun Sinfonien Beethovens ein, und zwar beim orchestereigenen Label SKO, das 2023 gegründet wurde. Bis 2027, dem 200. Jubiläum des Todesjahres des Komponisten, soll die Gesamtaufnahme vorliegen. Der Anfang wurde mit den Sinfonien Nr. 3 und 5 gemacht, zwei Werken, die für einen Aufbruch in eine neue Phase dessen stehen, was man heute unter einer großen „Sinfonie“ versteht.
Sinfonie und Kammerorchester
Ist ein „Kammerorchester“ das geeignete Organ, um einen solchen Riesenplan zu verwirklichen? Wenn man die Aufnahmen der Nummern 3 und 5 hört, dann muss man Ja sagen! Mit jeweils rund 40 Musikerinnen und Musikern, die im Booklet namentlich aufgeführt sind, entstehen Deutungen, die genau im Sinn der Partituren sind: feinsinnig und doch zupackend, ausgewogen im Verhältnis von Streichern und Bläsern, die allgegenwärtigen Pauken nicht zu vergessen! Zehetmair schlägt straffe Tempi an, wie sie einer Kammerbesetzung entgegenkommen, bei aller Strenge nimmt er sich dennoch die Zeit für agogische Momente, ganz im Sinn einer beredten Tonsprache.
Die Spannung der „Eroica“
Den Kopfsatz der Eroica, mit Wiederholung der Exposition einer der längsten Sätze Beethovens überhaupt, setzt er unter stetige Spannung, kräftige Akzente auf die häufigen Sforzati legend, die immer wieder gegen die normale Zählzeit angehen. Das Scherzo gewinnt sinfonische Größe, mit dem einmaligen Trio der ausnahmsweise drei Hörner! Und im Finale gelingt es, die Schwankungen zwischen Variationen, Tanzrhythmen und Kontrapunkten unter einen großen Spannungsbogen zu bringen!
Von der Oboe zu drei Posaunen
Auch die Fünfte gewinnt Statur unter der Devise „Sinfonik auf kammermusikalischer Basis“. Fast atemlos und doch durchhörbar gelingt der Kopfsatz mit der Ausnahme des wunderbaren Adagio-Solos der Oboe am Beginn der Reprise! Das scheinbar friedliche Andante wirkt wie eine Vorstufe zu den Gipfeln des Finales, das mit dem Scherzo verschränkt ist. Hier gelingt Zehetmair mit seinen Stuttgartern eine stetige, unaufhaltsame Steigerung, der die erstmals auftretenden drei Posaunen zusätzlich sinfonischen Atem verleihen. Positiv ist hinsichtlich der gesamten Einspielung das neue Format „Dolby Atmos“ für die Tonwiedergabe zu erwähnen.
Das opulent ausgestattete Booklet (deutsch und englisch) enthält Gedanken zu den revolutionären Untergründen der beiden Werke einschließlich eines Interviews von Susanne Benda mit Thomas Zehetmair.
Prof. Klaus Trapp [02.10.2026]
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Komponisten und Werke der Einspielung
| Tr. | Komponist/Werk | hh:mm:ss |
|---|---|---|
| CD/SACD 1 | ||
| Ludwig van Beethoven | ||
| 1 | Sinfonie Nr. 3 Es-Dur op. 55 (Eroica) | 00:43:45 |
| 5 | Sinfonie Nr. 5 c-Moll op. 67 | 00:29:42 |
Interpreten der Einspielung
- Stuttgarter Kammerorchester (Orchester)
- Thomas Zehetmair (Dirigent)
