DNA
Anouchka & Katharina Hack
Berlin Classics 0304708BC
1 CD • 76min • 2026
16.10.2026
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Gesamteindruck:![]()
Klassik Heute
Empfehlung
Auf den ersten Blick mutet das Programm der Schwestern Hack an wie ein Sammelsurium von Bagatellen, bei genauerem Hinsehen erkennt man aber ein klares Konzept, das in diesem Album steckt. Dabei deutet der Titel „DNA“ darauf hin, dass die jungen Interpretinnen ihre enge Verbindung zueinander und zur ausgewählten Musik betonen wollen. Familiäre und stilistische Beziehungen spielen dabei eine wesentliche Rolle.
Musikalische Familienbande
Dies wird gleich zu Beginn deutlich, wenn Werke der Familie Dvořák erklingen: Lyrische Gesänge von Vater Antonín, Tochter Otilie Sukova und Schwiegersohn Josef Suk ergänzen sich, wobei die Stücke so gewählt sind, dass der Cellistin die Gelegenheit zum „Singen“ beschert wird. Und tschechisch geht es weiter mit dem Märchen (Pohádka) von Leo Janáek und der Titelmusik Karel Svobodas zu Drei Haselnüsse für Aschenbrödel. Die französische Familie Boulanger schließt sich an mit delikaten Piècen von Vater Ernest und seinen Töchtern Lili und Nadia.
Im Zentrum Robert Schumann
Außerhalb der familiären Verbindungen stehen die drei Fantasiestücke op. 73 von Robert Schumann in der Fassung für Cello und Klavier, für die Schwestern Hack nach eigenem Bekenntnis ein Werk, mit dem sie sich im „Duo-Klang und im Zusammenspiel“ gefunden haben. Und hier können die Beiden all ihre Qualitäten entfalten: Zartheit und Ausdruck, Lebhaftigkeit und Feuer, wie’s der Komponist verlangt, und dazu ein genaues Aufeinander-Hören.
Ideen der Hack-Familie
Dass auch die Familie Hack zu einem gemeinsamen Einsatz kommt, versteht sich eigentlich von selbst. Der Vater, selbst Profi-Cellist, hat Stücke für Cello solo mit dem Titel Mäander komponiert, die seiner Tochter Anouchka hohes Können abverlangen, und die beiden Schwestern glänzen mit einer originellen Improvisation. Dazu kommt das Stück Helix, das ursprünglich von Katharina Hack für Klavier solo geschrieben wurde, nun aber von ihrer Schwester zu einem Duo ergänzt wurde. Am Ende steht ein Ausflug zu Oper und Chanson: eine Fantasy on La Bohème von Marina Baranova erlaubt den Hack-Schwestern, sich in Puccinis Mimi zu versetzen, und daran schließt sich Charles Aznavour an mit dem Beweis, dass es für die Interpretinnen kaum stilistische Grenzen gibt.
Das Booklet (deutsch und englisch) enthält einen lesenswerten Beitrag von der Musikjournalistin Hannah Schmidt, die sich auf vielsagende Gespräche mit Anouchka und Katharina Hack berufen kann.
Prof. Klaus Trapp [16.10.2026]
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Komponisten und Werke der Einspielung
| Tr. | Komponist/Werk | hh:mm:ss |
|---|---|---|
| CD/SACD 1 | ||
| Antonín Dvořák | ||
| 1 | Als die alte Mutter mich noch lehrte singen op. 55 Nr. 4 | 00:02:08 |
| Otilie Sukova | ||
| 2 | Lullaby | 00:02:52 |
| Antonín Dvořák | ||
| 3 | Ich schleich um jenes Haus herum op. 83 Nr. 3 | 00:01:43 |
| Josef Suk | ||
| 4 | Chanson d'amour Des-Dur op. 7 Nr. 1 | 00:06:37 |
| Leoš Janáček | ||
| 5 | Pohádka (Märchen) | 00:11:01 |
| Karel Svoboda | ||
| 8 | Drei Haselnüsse für Aschenbrödel | 00:03:40 |
| Lili Boulanger | ||
| 9 | Nocturne für Violoncello und Klavier | 00:02:56 |
| Ernest Boulanger | ||
| 10 | Bonjour mon cœur | 00:03:02 |
| Nadia Boulanger | ||
| 11 | Cantique | 00:02:42 |
| Robert Schumann | ||
| 12 | Fantasiestück op. 73 Nr. 1 | 00:03:23 |
| 13 | Fantasiestück op. 73 Nr. 2 | 00:03:20 |
| 14 | Fantasiestück op. 73 Nr. 3 | 00:04:22 |
| Anouchka Hack/Katharina Hack | ||
| 15 | Improvisation | 00:05:51 |
| Hauke Hack | ||
| 16 | Mäander für Violoncello | 00:05:54 |
| 17 | Mäander II für Violoncello | 00:03:34 |
| Katharina Hack | ||
| 18 | Helix | 00:03:04 |
| Marina Baranova | ||
| 19 | Fantasy on La Bohème | 00:06:04 |
| Charles Aznavour | ||
| 20 | La Bohème | 00:03:56 |
Interpreten der Einspielung
- Anouchka Hack (Violoncello)
- Katharina Hack (Klavier)
