Bekanntgabe der Preisträger des Praemium Imperiale 2022
Die Japan Art Association verkündet heute die Namen der Preisträger
Klaus-Dieter Lehmann, internationaler Berater der Japan Art Association und Präsident des Goethe-Instituts a.D., gab heute in Berlin in der japanischen Botschaft die diesjährigen Preisträger der renommierten Auszeichnung Praemium Imperale bekannt, unter ihnen der deutsche Regisseur und Drehbuchautor Wim Wenders und der Künstler, Aktivist und Filmemacher Ai Weiwei aus China. Außerdem verlieh Lehmann vor Ort in Berlin den Nachwuchspreis des Praemium Imperiale an die deutsche Kronberg Academy. Die Akademie mit Sitz im Taunus bietet außergewöhnlich begabten Nachwuchsmusikern und Solisten aus der ganzen Welt in den vier Disziplinen Violine, Viola, Cello und Klavier eine hochkarätige Zusatzausbildung und hat sich einen Namen als bedeutende kulturelle Institution von internationaler Strahlkraft gemacht. Entgegengenommen wurde der Preis in Berlin von dem Mitbegründer und Intendanten der Akademie, Raimund Trenkler. Violinist Gidon Kremer, einer der künstlerischen Berater der Akademie und Praemium Imperiale-Preisträger des Jahres 2016, war ebenfalls vor Ort. Er engagiert sich seit 20 Jahren für die Kronberg Academy.
International renommierte Preisträger
Der Preis in der Kategorie Malerei geht an den Italiener Giulio Paolini. In der Kategorie Architektur wird das japanische Architektenbüro SANAA unter der Leitung von Kazuyo Sejima und Ryue Nishizawa geehrt. Für die Auszeichnung in der Kategorie Musik wurde der in Polen gebürtige Pianist Krystian Zimerman bekanntgegeben. Wim Wenders ist der Preisträger in der Kategorie Theater/Film und Ai Weiwei in der Kategorie Skulptur.
Seit über drei Jahrzehnten trifft die Japan Art Association jährlich die Auswahl der Preisträger, indem sie sich auf Vorschläge der sechs Nominierungskomitees in Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan und den USA stützt. Diese werden jeweils von einem internationalen Berater geleitet. Sie halten auch jenseits ihrer Landesgrenzen nach bahnbrechenden Künstlern Ausschau, deren Arbeiten einen außergewöhnlichen Beitrag zur Entwicklung der Kultur leisten und deren Schaffen die Welt in besonderem Maße bereichert.
Ausgezeichnet werden Lebenswerk, außergewöhnliches Talent, künstlerische Kraft und internationale Bedeutung. Der Praemium Imperiale wurde in der Zeit seines 34-jährigen Bestehens bereits an 168 Künstler aus 31 Nationen vergeben. Er ist mit jeweils 15 Millionen Yen (derzeit rund 110.000 Euro) dotiert. Die festliche Verleihung findet im Oktober in Tokio durch das japanische Kaiserhaus statt.
Statements von der Bekanntgabe der Preisträger 2022
Klaus-Dieter Lehmann würdigte bei der Bekanntgabe in Berlin die diesjährigen Preisträger: „Die ausgewählten Künstlerinnen und Künstler ermöglichen durch ihre kreativen Ausdrucksformen auf höchstem Niveau einen inspirierenden Perspektivwechsel, schaffen Freiräume für Neues und durchbrechen Isolation und Abschottung durch ihre Vielfalt und Offenheit. Damit wirkt Kunst mit ihren ästhetischen Kategorien als politische und soziale Kraft. Gerade in den heutigen krisenhaften Zeiten sind Kunst und Kultur der Schlüssel für einen Dialog und bilden eine wichtige Grundlage für menschliches Zusammenleben. Dieser Auffassung hat sich die Japan Art Association mit dem Praemium Imperiale verschrieben. Seit mehr als 30 Jahren wird so jede festliche Verleihung zu einem unvergleichlichen Ereignis für kulturellen Austausch.“
Wim Wenders sagte bei der Bekanntgabe in Berlin: „Ich habe über die Jahre einigen guten Freunden von Herzen zur Verleihung des Praemium Imperiale gratuliert. Dass ich diese Auszeichnung jetzt selbst erhalte, erfüllt mich mit großer Freude, drückt sie doch eine Anerkennung meines Werkes von Seiten der japanischen Kultur aus. Und die war und ist für mich eine enorme Bereicherung meiner Arbeit und meines Horizonts.“
Auch seitens der Kronberg Academy kam nach der Verleihung des Nachwuchspreises vor Ort in Berlin ein Dank an die Japan Art Association: „Wir freuen uns über die Anerkennung unserer Arbeit, die eine exzellente künstlerische Ausbildung junger Ausnahmetalente verbinden will mit dem Ansinnen, sie zu Musikerpersönlichkeiten heranzubilden, die sich – nach dem Vorbild unseres Spiritus rector Pablo Casals – ihrer Verantwortung für Musik, Mensch und Erde bewusst sind. Für uns alle, die wir für die Kronberg Academy arbeiten, ist dies nicht nur eine hochrangige Auszeichnung, sondern ein riesiger Ansporn“, sagte der Cellist Raimund Trenkler, Mitbegründer und Intendant der Akademie.
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