John Adams "Nixon in China" an der Deutschen Oper Berlin
Szenische Produktion 36 Jahre nach der UA der Oper
Am 22. Juni feiert John Adams Nixon in China Premiere an der Deutschen Oper Berlin – und kommt damit erst 36 Jahre nach der Uraufführung in einer szenischen Produktion nach Berlin. Die musikalische Leitung hat Daniel Carter und für die Inszenierung zeichnet das Musiktheaterkollektiv Hauen und Stechen um die Gründerinnen und Regisseurinnen Julia Lwowski und Franziska Kronfoth verantwortlich.
John Adams, einer der meistgespielten Komponisten unserer Gegenwart, gehört zusammen mit Steve Reich, Philip Glass und Terry Riley zu den bekanntesten Vertretern der Minimal Music, die in den 1960er Jahren als Gegenentwurf zur europäischen Avantgarde entstand. Doch auch wenn Adams’ wohl bekannteste Oper als Paradestück dieses Musikstils gilt, entzieht sich das Werk in seiner Hybridität solch engen Stilzuschreibungen. Farbenreich orchestriert und in tranceartigen Repetitionen lässt der Klangmagier John Adams den Bigband-Sound der Swing-Ära ebenso aufleben wie das Erbe der europäischen Klassik.
Zeitgeschichte auf der Bühne
Zwei der mächtigsten Männer der Welt schütteln sich die Hand – und die Welt schaut zu: Mit ihrer Oper über den Staatsbesuch des amerikanischen Präsidenten Richard Nixon bei Mao Tse-tung im Jahr 1972 brachten der Komponist John Adams und die Librettistin Alice Goodman Zeitgeschichte auf die Bühne. Ihnen schwebte eine „heroische Oper“ vor, die von modernen Mythen und der Macht der Bilder erzählt. Die Annäherung der beiden Großmächte war eines der größten Medienspektakel des 20. Jahrhunderts, Nixon selbst setzte sie in ihrer historischen Bedeutung mit der Mondlandung gleich. In ihrer Inszenierung von Nixon in China fokussiert sich das Regieteam vor allem auf den propagandistischen Aspekt des Gipfeltreffens, bei dem so heikle Themen wie der Vietnamkrieg oder das angespannte Verhältnis zu Taiwan bewusst ausgeklammert wurden.
In den Rollen der Politgrößen sind geschätzte Ensemblemitglieder zu erleben, so Thomas Lehman als Richard Nixon, Seth Carico als Henry Kissinger, Ya-Chung Huang als Mao Tse-tung, Heidi Stober als Pat Nixon und Hye-Young Moon als Chiang Ch’ing, Maos Frau.
Bereits am 12. Juni lädt die Deutsche Oper Berlin zu einem Vortrag von Kai Strittmatter, ehemaliger China-Korrespondent der Süddeutschen Zeitung, zum Thema „China 1972 – China heute“ ins Foyer des Opernhauses ein.
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