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Meldung vom 16.03.2025

Hinweis im Sinne des Gleichbehandlungsgesetzes

Aus Gründen der leichteren Lesbarkeit sowie der orthographischen und grammatikalischen Korrektheit wird auf die Praxis der verkürzten geschlechterspezifischen Differenzierung verzichtet. Entsprechende Begriffe gelten im Sinne der Gleichbehandlung gleichermaßen für alle Geschlechter.

Sächsische Staatskapelle Dresden: Trauer um Sofia Gubaidulina

Die Komponistin wurde zwei Mal zur Capell-Compositrice der Staatskapelle Dresden ernannt

Sofia Gubaidulina schöpfte Kraft und Inspiration aus ihrem Glauben und aus der Stille heraus. Sie zog sich in die Einsamkeit zurück, um zu komponieren und widmete sich so vollends dem kreativen Schaffensprozess. Ihre Klangwelten waren stets geprägt von einer dunklen Tiefe, von einer assoziativen Differenziertheit und von hoffnungsvoller, mystischer Resonanz. Sie verstand das Komponieren als sakralen Akt und eine lebensbejahende Zuwendung zu den Menschen in der Hoffnung auf ein friedliches Miteinander.

Es waren Dmitri Schostakowitsch und Anton Webern, die sie »… das Wichtigste gelehrt haben: ich selbst zu sein«, ihren ganz eignen kompositorischen Weg zu gehen. Ein Weg heraus aus der Sowjetunion und eine Befreiung aus staatlichen Machteingriffen in ihr künstlerisches Wirken, das zeitweise mit Aufführungsverboten belegt wurde. Ein Weg in die Freiheit, der es ihr ermöglichte, ihren Gedanken Ausdruck zu verleihen und sphärisch anmutende Räume zu erschaffen, in der die Menschen – losgelöst von Zeit und Raum – in der Musik versinken.

Intensive künstlerische Zusammenarbeit

Sofia Gubaidulina wurde sowohl in der Saison 2014/15 als auch 2016/17 zur Capell-Compositrice der Sächsischen Staatskapelle Dresden ernannt. Die künstlerische Zusammenarbeit erwies sich als wahrer Glücksfall: Insgesamt 20 Werke wurden zwischen 2014 und 2017 in Dresden in der Semperoper, der Frauenkirche, der Schlosskapelle des Dresdner Residenzschlosses und im Kulturpalast vom Orchester aufgeführt, darunter filigrane Miniaturen, Choräle und sinfonische Konzerte. Auch in den Folgejahren wurden ihre Kompositionen in Sonderkonzerten sowie Kammer- und Aufführungsabenden des Orchesters musiziert. Das Oratorium »Über Liebe und Hass«, ein gemeinsames Auftragswerk der Staatskapelle Dresden, der Stiftung Frauenkirche Dresden, des Philharmonischen Orchesters Rotterdam und des Gergiev Festivals Rotterdam, erlebte im 3. Sinfoniekonzert der Saison 2016/17 seine Deutsche Erstaufführung in der Semperoper. Es ist eine Spiegelung des Seelenlebens der Komponistin – eine Mahnung vor der zunehmenden Verrohung unserer Gesellschaft.

Friedwart Christian Dittmann, Mitglied des Orchestervorstands, erinnert sich:

»Während der Proben war sie selbst zugegen. Mit großer Aufmerksamkeit und Wertschätzung hörte sie dabei zunächst, was die Musikerinnen und Musiker vorbereitet hatten. Anschließend äußerte sie detailliert ihre persönlichen künstlerischen Vorstellungen. Fordernd und inspirierend zugleich, mitunter sogar mitsingend, beflügelte sie uns zu intensivsten musikalischen Momenten. Die außergewöhnliche persönliche Zusammenarbeit mit dieser großen Komponistin des 20. Jahrhunderts werden wir alle in dankbarer Erinnerung behalten.«

Die Musikwelt hat eine der größten und prägendsten Komponistinnen unserer Zeit verloren.

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