Große Resonanz für das erste Rheinberger-Festival
Aufführungen zu allen Bereichen des vielseitigen Schaffens des berühmten Komponisten
Am 22. März 2026 ging das erste Rheinberger Festival, organisiert von der Internationalen Rheinberger Gesellschaft IRG, in Liechtenstein mit einem fulminanten Chor-/Orchesterkonzert zu Ende, an welchem Josef Rheinbergers Oratorium Christoforus op. 120 erklang. Zuvor gelangten Werke der Rheinbergerschüler Luise Adolpha Le Beau und Engelbert Humperdinck zur Aufführung. Eröffnet wurde das Festival am 14. März durch den international tätigen Organisten Hannfried Lucke an der Orgel der Schaaner Kirche.
Schwerpunkt: Vierhändige Klaviermusik
Eine Schwerpunkt der Festivalwoche bildete die vierhändige Klaviermusik Rheinbergers, welche integral an drei Abenden erklang, u.a. auch durch das Weltklasseduo Yaara Tal/Andreas Groethuysen. Sie stellten der Rheinberger Fantasie op. 79 die Fantasien von Czerny und Schubert gegenüber und spielten in der zweiten Programmhälfte mit dem brillanten Minguet Quartett Carl Burchards Bearbeitung des Mendelssohn Oktetts für Klavier zu vier Händen und Streichquartett. Am Vorabend interpretierte das Minguet Quartett bereits Rheinbergers zweites Streichquartett in F-Dur und das f-moll Klavierquintett von Brahms mit Andreas Groethuysen am Flügel. Auch der Intendant des Festivals, Jürg Hanselmann, seines Zeichens Präsident der Rheinberger Gesellschaft, trat als Pianist und Komponist in Erscheinung. Die Kammerphilharmonie Graubünden hob sein neues Nonett in Vaduz und Chur aus der Taufe – zusammen mit Rheinbergers Nonett op. 139.
Originaldokumente aus dem Landesarchiv Vaduz
Die Festivalwoche wurde flankiert von einer Ausstellung im Landesarchiv Vaduz, an welcher Originale aus dem Rheinbergerarchiv zu sehen waren. Auch die wissenschaftliche Rezeption kam nicht zu kurz: Prof. Dr. Birger Petersen referierte in der Einführung vor der Lieder- und Klaviersoiree am 15. März über das Schaffen von Rheinbergers Ehefrau Franziska von Hoffnaass (-Rheinberger). Von ihr erklangen Lieder in Gegenüberstellung zu Liedern ihres Mannes und zu Klavierduowerken, interpretiert durch das Duo Sandra und Jürg Hanselmann. Der Klavierabend von Hanna Bachmann musste leider krankheitshalber auf den 5. Mai verschoben werden. Das Festival stiess auf begeisterte Resonanz im In- und Ausland und bot einen abwechslungsreichen Querblick durch das Schaffen des liechtensteinischen Romantikers und Wahlmünchners Josef Rheinberger, dessen Vorbilder, Zeitgenossen und Nachfolger.
