Die Oper Zürich in der Saison 2026/27
18 Premieren in Oper und Ballett sowie 20 Wiederaufnahmen
Die Saison 2026/27 des Opernhauses Zürich steht im Zeichen dreier Leitmotive: Magie - als Transformation des Unsichtbaren. Abgründe - als Ausdruck existenzieller und gesellschaftlicher Konflikte. Sowie Ungesehenes - in neuen ästhetischen Zugriffen auf das Repertoire. Das Opernhaus Zürich unter seinem Intendanten Matthias Schulz begreift Oper und Ballett als verdichtete Gesamtkunstwerke, in denen Musik und Text, Bild und Narration zu einer intensiven ästhetischen Erfahrung verschmelzen. In der besonderen Intimität des Opernhauses mit seinen 1.100 Plätzen entsteht ein Raum, in dem sich künstlerische Intensität und gesellschaftliche Reflexion unmittelbar begegnen. Zugleich öffnet sich das Opernhaus konsequent nach aussen und spricht mit neuen Formaten und Spielorten gezielt ein vielfältiges Publikum an.
Premieren - Wiederaufnahmen - Festival «Zürich Barock»
Dieses programmatische Profil manifestiert sich in 18 Premieren in Oper und Ballett sowie 20 Wiederaufnahmen, im zehntägigen Festival «Zürich Barock», in Konzertzyklen mit dem Orchester der Oper Zürich und dem Orchestra La Scintilla sowie Festkonzerten mit internationalen Solisten und Kooperationen mit anderen Zürcher Institutionen. Hinzu kommt ein breites Angebot an Kammerkonzerten und Vermittlungsformaten, eine neue Spielstätte sowie groß angelegte Veranstaltungen für ein breites Publikum.
Ein Höhepunkt der Saison 2026/27 ist der Abend Rachmaninow – Die drei Open: Das Programm vereint mit Aleko, Der geizige Ritter und Francesca da Rimini die drei einzigen vollendeten Opern Sergei Rachmaninows. Zwei der Werke werden erstmals in der Schweiz aufgeführt. Die musikalische Leitung übernimmt Generalmusikdirektor Gianandrea Noseda, Regie führt Dmitri Tcherniakov.
Thematischer Fokus: Amerika
Ein programmatischer Schwerpunkt richtet den Blick auf zentrale Momente der US-amerikanischen Geschichte und deren Nachwirkungen bis in die Gegenwart: Doctor Atomic thematisiert das Manhattan-Projekt und den Beginn des Atomzeitalters, La fanciulla del West beleuchtet den Mythos des Wilden Westens als Gründungsnarrativ der Vereinigten Staaten, Angels in America reflektiert die gesellschaftlichen Brüche der AIDS-Krise in der Reagan-Ära.
Oper im Dialog mit anderen Künsten
Mehrere Produktionen entstehen an der Schnittstelle von Musiktheater und zeitgenössischer Kunst: Die Performancekünstlerin Vanessa Beecroft gibt mit der Inszenierung von Doctor Atomic ihr Operndebüt, die New Yorker Künstlerin Mika Rottenberg gestaltet den Bühnenraum für L'elisir d'amore, der international diskutierte KI-Künstler Boris Eldagsen entwickelt Videoarbeiten für Elektra. Zudem realisiert die Schweizer Sängerin und Songschreiberin Sophie Hunger ein eigenständiges Programm für das Opernhaus Zürich.
Repertoire neu gelesen
Klassiker des Opernrepertoires werden durch markante Regiehandschriften neu interpretiert: Die Saison eröffnet mit einer spektakulären Neuinszenierung der Zauberflöte von Daniele Finzi Pasca – eine bildgewaltige, poetische Lesart mit der Schweizer Sopranistin Regula Mühlemann als Pamina. Mit Elektra kehren Lorenzo Viotti und Lydia Steier zurück. Die finnische Sopranistin Miina-Liisa Värelä gibt ihr Zürcher Debüt. La traviata wird erstmals von Christof Loy inszeniert; am Pult steht Joana Mallwitz. Das große französische Repertoirewerk Samson et Dalila wird von Gianandrea Noseda und Evgeny Titov neu interpretiert. Rihab Chaieb und Stanislas de Barbeyrac werden in den Hauptpartien wie auch am Opernhaus debütieren.
Internationale Stimmen
Die Saison vereint herausragende Sängerpersönlichkeiten sowohl in Neuinszenierungen als auch in Wiederaufnahmen: Jonas Kaufmann und Anja Kampe in La fanciulla del West, Anna Netrebko als Mimì in La bohème, Juan Diego Flórez in Roméo et Juliette, Lise Davidsen als Elisabetta in Don Carlo, Sonya Yoncheva als Manon Lescaut, Benjamin Bernheim in La Rondine und Michael Volle in Das Rheingold und Die Walküre. Zugleich wird gezielt auf neue Stimmen gesetzt, die prominent positioniert werden und Raum für Entdeckungen eröffnen.
Festival «Zürich Barock»
Die zweite Ausgabe des Festivals «Zürich Barock» widmet sich Werken von Händel und Mozart – mit dem Orchestra La Scintilla und internationalen Gästen wie Cecilia Bartoli, Jordi Savall und Philippe Jaroussky. Höhepunkt ist die Premiere von «Rinaldo» mit Regula Mühlemann und Christophe Dumaux.
Ballett Zürich zwischen Tradition und Neugestaltung
Das Ballett Zürich bewegt sich in der Saison 2026/27 zwischen Tradition und zeitgenössischer Neugestaltung. Ballettdirektorin Cathy Marston eröffnet die Spielzeit mit einer Neuinterpretation von Shakespeares Ein Sommernachtstraum. In einer poetisch-gebrochenen Szenerie auf einem verlassenen Rummelplatz wird die Musik von Felix Mendelssohn-Bartholdy mit dem Concerto for Turntables and Orchestra Nr. 1 von Gabriel Prokofjew kontrastiert. Der zweiteilige Abend Slow Rush stellt choreografische Handschriften unterschiedlicher Generationen einander gegenüber: Während Jiří Kylián mit Last Touch First eine entrückte, verlangsamte Bewegungswelt entwirft, setzt Stephanie Lake mit einer Neukreation einen temporeichen Gegenpol. Mit See the Music, hear the Dance knüpft die Company an seine Tradition mit George Balanchine an und verbindet neoklassische Ästhetik mit zeitgenössischen Positionen, mit Werken von Cathy Marston und dem US-amerikanischen Choreografen Justin Peck. Ergänzt wird das Saisonprogramm unter anderem durch Arbeiten von Mats Ek, William Forsythe und Hans van Manen sowie Projekten mit gesellschaftlicher Wirkung, die Tanz als partizipative und inklusive Kunstform im Stadtraum verankern.
Kooperation mit dem Tonhalle-Orchester
Ein zentrales musikalisches Projekt ist der Prokofjew-Zyklus in Zusammenarbeit mit dem Tonhalle-Orchester Zürich: Unter der Leitung von Paavo Järvi und Gianandrea Noseda erklingen vier Sinfonien von Sergej Prokofjew sowie Solokonzerte mit Sol Gabetta, Hilary Hahn, Daniil Trifonov und Hayato Sumino – im Dialog mit Werken des Schweizer Komponisten Dieter Ammann.
Internationale Gastspiele
Neben den Konzertformaten legt das Opernhaus Zürich großen Wert auf internationalen Austausch und Gastspiele, die wichtiger Bestandteil der künstlerischen Arbeit sind. Gastauftritte auf internationalen Bühnen ermöglichen den Dialog mit einem weltweiten Publikum und stärken die Rolle des Orchesters als kultureller Botschafter. Im August sind Chor, Orchester und ein herausragendes Ensemble mit Giuseppe Verdis Un ballo in maschera zu Gast beim Edinburgh International Festival.
Im März 2027 folgt ein große Gastspielreise mit dem Orchester der Oper Zürich in die Philharmonie de Paris und die Carnegie Hall in New York City. Erstmals in der Geschichte beider Spielorte wird der vollständige Ring-Zyklus aufgeführt. Unter der Leitung von Generalmusikdirektor Gianandrea Noseda versammelt die Produktion eine hochkarätige internationale Besetzung, darunter Michael Volle als Wotan/Wanderer, Klaus Florian Vogt als Siegfried und Siegmund sowie Camilla Nylund als Brünnhilde.
Service
Der Abonnementverkauf beginnt Mitte April 2026. Der freie Vorverkauf von Einzelkarten startet am 20. Juni 2026 an der Billettkasse im Opernhaus, unter www.opernhaus.ch oder per E-Mail: tickets@opernhaus.ch.
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