Anzeige

Teilen auf Facebook RSS-Feed Klassik Heute
Klassik Heute - Ihr Klassik-Portal im Internet

Meldung vom 15.04.2026

Hinweis im Sinne des Gleichbehandlungsgesetzes

Aus Gründen der leichteren Lesbarkeit sowie der orthographischen und grammatikalischen Korrektheit wird auf die Praxis der verkürzten geschlechterspezifischen Differenzierung verzichtet. Entsprechende Begriffe gelten im Sinne der Gleichbehandlung gleichermaßen für alle Geschlechter.

ZEITSPIELE – Vergangenheit trifft Gegenwart

ZeitSpiel Acht – Mendelssohn im Spiegel der Gegenwart und Mahlers „Titan“

Mit der ersten Saison unter dem neuen Generalmusikdirektor Omer Meir Wellber setzt das Philharmonische Staatsorchester Hamburg im 8. Philharmonischen Konzert die erfolgreiche Reihe ZeitSpiele fort. Klassische Werke treten dabei in einen lebendigen Dialog mit zeitgenössischen Neukompositionen. Vergangenheit und Gegenwart begegnen sich in neuen Perspektiven – offen, experimentierfreudig und mit klanglicher Neugier.

Dabei versteht sich die Reihe ausdrücklich als experimentelles Format: Wie bei jedem Versuch ist der Ausgang offen, der Weg nicht vorgezeichnet und das Ergebnis nicht vollständig absehbar. Genau in dieser Offenheit entsteht der künstlerische Kern der ZeitSpiele.

Mendelssohns Musik im Dialog mit der Gegenwart

Im 8. Philharmonischen Konzert am Sonntag, 26. April (11:00 Uhr) und Montag, 27. April (20:00 Uhr) im Großen Saal der Elbphilharmonie steht Felix Mendelssohn Bartholdys berühmtes Violinkonzert e-Moll op. 64 im Zentrum – jedoch in einer besonderen Form: Der französisch-schweizerische Komponist Richard Dubugnon hat den zweiten Satz neu überschrieben. In seinem „Geistersatz“ tritt Mendelssohns Musik in Dialog mit der Gegenwart – inspiriert vom Original und zugleich durch eine zeitgenössische Klangsprache transformiert. Die Uraufführung dieser Neufassung macht Mendelssohns Werk in einem neuen Licht erfahrbar.

Als Solist ist Julian Rachlin zu erleben. Gemeinsam mit dem Philharmonischen Staatsorchester Hamburg unter der musikalischen Leitung von Tohar Gil entsteht so ein ZeitSpiel, das Mendelssohns Musik zwischen historischer Authentizität und moderner Reflexion neu verortet.

Die besondere künstlerische Konstellation ergab sich aus dem Probenprozess: Als Julian Rachlin die neue Fassung des Konzerts erhielt, zeigte sich, dass die umgeschriebene Version – anders als ursprünglich geplant – nicht gleichzeitig von der Violine aus dirigiert werden kann. Diese unerwartete Veränderung ist Teil des experimentellen Charakters des Projekts. In dieser Situation übernahm Tohar Gil, Assistent von Omer Meir Wellber, spontan die musikalische Leitung. Er erklärt sich bereit, diese Aufgabe gemeinsam mit Rachlin zu übernehmen und Teil dieses künstlerischen Experiments zu werden.

ZEITSPIEL Acht– Ein Dialog zwischen den Epochen

Im zweiten Teil des Abends erklingt Gustav Mahlers Sinfonie Nr. 1 D-Dur „Titan“ unter der musikalischen Leitung von Julian Rachlin – ein Schlüsselwerk der spätromantischen Sinfonik. Mit ihrer Spannweite zwischen Naturlaut, Volkslied, Trauermarsch und existenzieller Dramatik entfaltet sie eine vielschichtige musikalische Welt, die bis heute nichts von ihrer emotionalen Intensität verloren hat.

Spielstätte & Termine:

ZeitSpiel Acht– Mendelssohn neu gehört

Mendelssohns Violinkonzert e-Moll gehört zu den bekanntesten und meistgespielten Werken des Repertoires. Mit seiner unmittelbaren melodischen Ausdruckskraft und der engen Verbindung von Soloinstrument und Orchester setzt es bis heute Maßstäbe.

Richard Dubugnon greift für dieses ZeitSpiel den zweiten Satz des Konzerts auf und entwickelt daraus seinen „Geistersatz“ – eine Komposition, die sich als klangliche Spiegelung und Weiterführung Mendelssohns versteht. Dabei entsteht der Eindruck, als würde die Musik selbst über Zeitgrenzen hinweg weiterdenken: vertraut und zugleich fremd, historisch verwurzelt und in die Gegenwart projiziert.

So wird Mendelssohns Werk nicht nur interpretiert, sondern hinterfragt und fortgeschrieben – ein musikalisches Experiment zwischen Original und Imagination.

Mit Gustav Mahlers erster Sinfonie folgt im zweiten Teil des Abends ein Werk, das von Aufbruch und Selbstfindung erzählt. Zwischen Naturidylle, volksliedhaften Anklängen und dramatischen Ausbrüchen entfaltet sich ein weiter musikalischer Kosmos. Mahlers „Titan“ beschreibt dabei nicht nur eine äußere Entwicklung, sondern auch einen inneren Weg – vom leisen Erwachen bis zum existenziellen Finale.

Im Dialog – Richard Dubugnon über seinen „Geistersatz“

„Für mich haben Zeit und Sprache nur geringe Bedeutung, denn wir Künstler versuchen alle dasselbe zu kommunizieren – nur mit verschiedenen Mitteln.“

Mit seinem „Geistersatz“ versucht Dubugnon, die Essenz von Mendelssohns Musik einzufangen und in eine imaginierte Zukunft zu übertragen. Inspiriert von der Originalkomposition entsteht eine neue musikalische Perspektive, die sich zugleich respektvoll auf das historische Werk bezieht und es in eine andere Zeit überführt.

Richard Dubugnon

Der französisch-schweizerische Komponist Richard Dubugnon wird für eine von spielerischer Modernität geprägte Tonsprache geschätzt. Seine Werke wurden von Orchestern wie dem New York Philharmonic, dem Orchestre de Paris, dem Concertgebouworkest und dem BBC Symphony Orchestra in Auftrag gegeben und aufgeführt. Ein wichtiges Werk der letzten Jahre ist das 2023 in Tokio uraufgeführte Concerto Héroïque für Altsaxophon und Orchester. Dubugnon war Composer-in-Residence beim Orchestre de Chambre de Lausanne und beim Musikkollegium Winterthur. 2012 wurde sein Battlefield Concerto bei den BBC Proms präsentiert. Regelmäßig komponiert er für renommierte Solistinnen und Solisten wie Janine Jansen, Gautier Capuçon und Julian Rachlin. Neben seiner Tätigkeit als Komponist ist Dubugnon auch Kontrabassist; zahlreiche seiner Werke gehören zum etablierten Repertoire dieses Instruments. Er studierte zunächst Geschichte in Montpellier, bevor er sich der Musik zuwandte, und absolvierte seine Ausbildung am Pariser Konservatorium sowie an der Royal Academy of Music in London. Er unterrichtet Instrumentation am Conservatoire d’Aubervilliers bei Paris.

Julian Rachlin

Julian Rachlin, geboren in Litauen und in Wien aufgewachsen, studierte Violine bei Boris Kuschnir und Pinchas Zukerman sowie Dirigieren bei Mariss Jansons, Sophie Rachlin und Daniele Gatti. Seit 2023 ist er Musikdirektor des Jerusalem Symphony Orchestra und Chefdirigent des Kristiansand Symfoniorkester. Von 2017 bis 2022 war er Erster Gastdirigent des Turku Philharmonic Orchestra sowie von 2015 bis 2020 Principal Artistic Partner der Royal Northern Sinfonia. Seit 2021 ist er zudem Künstlerischer Leiter des Herbstgold-Festivals im Schloss Esterházy in Eisenstadt. Als Geiger und Bratscher tritt Rachlin regelmäßig mit renommierten Orchestern auf, darunter das Royal Concertgebouw Orchestra, das Chicago Symphony Orchestra, das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks und das Hong Kong Philharmonic Orchestra. In den letzten zwei Jahrzehnten hat sich Rachlin ebenso am Dirigentenpult etabliert. Er dirigierte Klangkörper wie das BBC Philharmonic Orchestra, das Chamber Orchestra of Europe, das Chicago Symphony Orchestra, die Filarmonica della Scala, das Israel Philharmonic Orchestra, das Konzerthausorchester Berlin und die Wiener Symphoniker.

Tohar Gil

Tohar Gil, geboren in Haifa, Israel, ist seit der Saison 2025/26 Musikalischer Assistent von Omer Meir Wellber an der Hamburgischen Staatsoper. Hier dirigiert er Vorstellungen von Die große Stille, Il barbiere di Siviglia, Don Giovanni, Dido and Aeneas und Eugen Onegin. Engagements führten ihn u.a. an das Teatro Massimo Palermo, das Théâtre La Monnaie Brüssel, die Volksoper Wien und das Schleswig-Holstein Musik Festival. 2022 bis 2025 war er Erster Kapellmeister am Theater Lüneburg. Er studierte Klavier und Dirigieren an der Jerusalem Akademie für Musik und Tanz und an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg, wo er auch sein Konzertexamen erhielt.

Philharmonisches Staatsorchester Hamburg

Das Philharmonisches Staatsorchester Hamburg, dessen Geschichte bis ins Jahr 1828 zurückreichen, prägt als Konzert-, Opern- und Ballettorchester das Musikleben der Stadt. Unter Omer Meir Wellber, seit 2025/26 Generalmusikdirektor, entfaltet die Reihe ZeitSpiele lebendige Dialoge zwischen Klassik und zeitgenössischen Werken.

Weitere Meldungen vom 15.04.2026

[15.04.2026] 2. Internationaler Streichquartett-Wettbewerb Bad Tölz 2026

Übergabe der Urkunden an die Sieger

[15.04.2026] Jonathan Meese im Talk mit Lars Eidinger
[15.04.2026] Stars von morgen

Philharmonisches Staatsorchester Mainz - 3. Konzert für junge Leute am 28.4.

[15.04.2026] ZEITSPIELE – Vergangenheit trifft Gegenwart

ZeitSpiel Acht – Mendelssohn im Spiegel der Gegenwart und Mahlers „Titan“

Anzeige

Weitere Meldungen der letzten 14 Tage

Anzeige

Klassik Heute - Ihr Klassik-Portal im Internet

Anzeige