Staatsoper Stuttgart: "Poi Tristano"
Anna Sophie Mahler und Valerio Galli ergänzen "Turandot" um Isoldes Liebestod von Richard Wagner
Regisseurin Anna-Sophie Mahler kehrt zurück an die Staatsoper Stuttgart: Ihre Inszenierung von Giacomo Puccinis Turandot feiert am 7. Juni 2026 um 18 Uhr im Opernhaus Premiere. Die musikalische Leitung liegt bei Valerio Galli, die Titelpartie übernimmt Ewa Vesin, als Calaf gastiert Diego Godoy. In den weiteren Rollen sind u.a. Adam Palka als Timur und Esther Dierkes als Liù zu erleben. Anna-Sophie Mahler war in Stuttgart zuletzt mit ihrer Neuproduktion von Olivier Messiaens Saint François d’Assise zu erleben, die 2023 vom Fachmagazin Opernwelt als „Ungewöhnlichste Opernerfahrung des Jahres“ ausgezeichnet wurde.
Konfrontation gegensätzlicher Prinzipien
Dem Team um Anna-Sophie Mahler geht es in der Inszenierung weniger um eine psychologisch-realistische Erzählung des Aufeinandertreffens der beiden Figuren Turandot und Calaf, der die drei Rätsel löst und damit die Prinzessin als Preis gewinnt. Vielmehr geht es um die Konfrontation verschiedener Prinzipien. Um das Alte und das Neue, das Heiße und das Kalte, den Mond und die Sonne. Um die zerstörerische Wirkung der Prinzessin Turandot, die in einer Regieanweisung als ebenso überirdisch wie unmenschlich beschrieben wird: „Wunderschön und teilnahmslos, wie ein Ding aus Gold“. Und um das Wunder der Wandlung, die das Finale des dritten Aktes bildet. Hier beginnt, nachdem sich mit Liù, die menschlichste Figur des gesamten Stückes, für ihre Liebe aufgeopfert hat, etwas vollkommen Neues.
Puccinis Assoziation an Isoldes Liebentod von Wagner?
Giacomo Puccini hinterließ mit Turandot eines der berühmtesten Fragmente der Musikgeschichte. Nachdem der Dirigent der Uraufführung Arturo Toscanini die erste Vorstellung genau dort beendet hatte, wo Puccini die Arbeit an der Oper abbrechen musste, wurde das Stück im Folgenden mit dem von Franco Alfano 1925/26 komplettierten Finale gespielt. 2002 komponierte Luciano Berio ein weiteres Finale. Wenn auch Puccini selbst den Schluss nicht mehr realisieren konnte, so schwebte ihm anscheinend eine Wirkung vor, die einer der populärsten und folgenreichsten Kompositionen des 19. Jahrhunderts ähnlich sein sollte: Auf einem der Skizzenblätter für das Finale notierte der Komponist den Vermerk „poi Tristano – dann Tristan“. In der Stuttgarter Neuproduktion erklingt daher als Finale eine instrumentale Version von Isoldes Liebestod aus Richard Wagners Tristan und Isolde.
Giacomo Puccini, Turandot
Premiere: Sonntag, 7. Juni 2026, 18 Uhr
- Weitere Vorstellungen
- 13. / 26. / 29. Juni 2026, 5. / 8. / 18. Juli 2026
- Anna-Sophie Mahler, Regie
- Turandot Ewa Vesin,Timur Adam Palka,
- Calaf Diego Godoy, Liù Esther Dierkes
- Ping Shigeo Ishino,
- Pang Alberto Robert,
- Pong Joseph Tancredi
- Mandarin Jaewoung Lee
- Staatsorchester Stuttgart
- Staatsopernchor Stuttgart
- Kinderchor der Staatsoper Stuttgart
- Valerio Galli, Musikalische Leitung
www.staatsoper-stuttgart.de
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