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Meldung vom 03.06.2026

Hinweis im Sinne des Gleichbehandlungsgesetzes

Aus Gründen der leichteren Lesbarkeit sowie der orthographischen und grammatikalischen Korrektheit wird auf die Praxis der verkürzten geschlechterspezifischen Differenzierung verzichtet. Entsprechende Begriffe gelten im Sinne der Gleichbehandlung gleichermaßen für alle Geschlechter.

Mieczyslaw Weinbergs Oper "Lady Magnesia" in Wien

Neuproduktion der Kammeroper am Theater an der Wien

Auf der Bühne hat der 1996 verstorbene, polnisch-russische Komponist Mieczyslaw Weinberg seine satirisch-unterhaltsame Kammeroper Lady Magnesia nie erleben dürfen. Nach der posthumen konzertanten Uraufführung 2009 in Liverpool und szenischen Produktionen in Erfurt 2012 und Salzburg 2014 kommt das spritzige Stück jetzt in Wien zur Aufführung. Das Theater an der Wien präsentiert seit 2. Juni 2026 eine neue Produktion von Mieczyslaw Weinbergs Operneinakter Lady Magnesia nach dem Theaterstück Passion, Poison, and Petrifaction von Bernard Shaw. Die für ihre ungewöhnlichen Inszenierungsideen – auch außerhalb des Theaters im öffentlichen Raum – bekannte Opernregisseurin und Produzentin Anna Bernreitner führt Regie, Irene Delgado-Jiménez leitet das Wiener KammerOrchester. Weinbergs 1975 komponierte Oper um eine untreue Ehefrau, die den Gatten zu drastischer Gegenwehr veranlasst, passt thematisch perfekt zu der zweiten, am selben Abend aufgeführten Oper Zweimal Alexander von Bohuslav Martinu.

Libretto vom Komponisten

Mieczyslaw Weinberg selbst schrieb das Libretto zu diesem satirischen Stoff voll bitterböser, aber auch hochemotionaler Wendungen. Die reich verheiratete Lady Magnesia (in Wien von der deutsch-chilenischen Sopranistin Josefine Göhmann gesungen) hat nämlich ein Verhältnis zum Hausdiener Adolphus (Jacob Phillips). In der Absicht, mit einem Messer seine Gattin zu ermorden, erscheint ihr Ehemann Lord George Fitztollemache (Peter Kirk) im Schlafzimmer der Lady und wird ausgerechnet von dem anklopfenden Adolphus daran gehindert. Sogleich plant er um und kredenzt dem Angestellten ein vergiftetes Glas Sodawasser. Als dieser dann im Sterben liegt und Lady Magnesia dem gehörnten Ehemann wieder ihre Liebe erklärt, beschließt man, Adolphus mit aller Kraft zu retten, was aber gründlich daneben geht. Denn als Gegengift wählt Lord George in gutem Glauben den Kalk einer in heißem Wasser aufgelösten Gipsbüste seiner Gattin. Adolphus stirbt – immerhin schmerzlos, aber erstarrt zu einer Statue mit ausgebreiteten Armen, vor der das wiedervereinte Ehepaar posiert und ironischerweise so wirkt, als nehme es seinen Segen entgegen.

Weinbergs Musik steckt voller Witz und stilistischer Vielfalt. Eine Tarantella, ein Walzer, aber auch ein Marsch vermischen sich mit der für ihn so typischen elegischen Musiksprache, welche die meist tragischen Stoffe seiner übrigen Opern prägt. Neben dem Sängerquartett besteht die Instrumentalbesetzung aus einem Streichquintett und nur wenigen Bläsern wie zwei Klarinetten, einem Altsaxophon, Horn und Posaune neben Klavier, Harmonium, Schlagzeug, Gitarre, E- und Bass-Gitarre.

Der im Februar 1996 verstorbene Mieczyslaw Weinberg hat seine gelungene Oper nie auf einer Bühne gesehen. Die Uraufführung fand posthum am 18. November 2009 konzertant in Liverpool und am 2. Februar 2012 szenisch am Theater Erfurt statt.

Mieczyslaw Weinberg: Lady Magnesia

(Kooperation mit der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien)

Folgeaufführungen bis 19. Juni 2026.

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