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Meldung vom 15.06.2026

Hinweis im Sinne des Gleichbehandlungsgesetzes

Aus Gründen der leichteren Lesbarkeit sowie der orthographischen und grammatikalischen Korrektheit wird auf die Praxis der verkürzten geschlechterspezifischen Differenzierung verzichtet. Entsprechende Begriffe gelten im Sinne der Gleichbehandlung gleichermaßen für alle Geschlechter.

Premiere von Händels "Alcina" an der Bayerischen Staatsoper

Jeanine De Bique gibt ihr Hausdebüt in der Titelpartie, die musikalische Leitung hat Stefano Montanari

Am Montag, dem 13. Juli 2026, findet mit Georg Friedrich Händels Oper Alcina im Prinzregententheater die siebte und letzte Premiere der Bayerischen Staatsoper in der Spielzeit 2025/26 statt. Die Regisseurin und Faust-Preisträgerin Johanna Wehner inszeniert zum ersten Mal an der Bayerischen Staatsoper, die Musikalische Leitung übernimmt Stefano Montanari. Jeanine De Bique gibt ihr Hausdebüt in der Partie der Alcina. John Holiday debütiert in der Partie des Ruggiero, Julian Prégardien in der des Oronte. Elsa Benoit kehrt als Morgana an die Bayerische Staatsoper zurück, Carine Tinney wird als Oberto zu erleben sein. Ensemblemitglied Avery Amereau singt die Rolle der Bradamante, Gerrit Illenberger debütiert an der Bayerischen Staatsoper als Melisso.

Alcina – unglücklich trotz Macht und Schönheit

Es war Georg Friedrich Händels letzter großer Opernerfolg: die Zauberoper Alcina. Geschrieben für das noch junge Theatre Royal in Covent Garden, bot sie dem anspruchsvollen, sensationslustigen Londoner Publikum alles, was ein guter Opernabend bieten musste: spektakuläre Bühneneffekte, Ballette, Chöre, eine umfangreiche Kastratenpartie und vor allem viele Emotionen. Die Geschichte war dem Publikum nicht neu, basiert die Oper doch auf der Alcina-Episode aus Ludovico Ariostos Epos Orlando furioso, die schon viele Komponisten vor Händel zu Vertonungen inspiriert hatte. Doch Händels Alcina ist anders als ihre Vorgängerinnen: Während die legendäre Zauberin, die auf einer abgeschiedenen Insel lebt, immer wieder Männer zu sich lockt und diese dann in wilde Tiere, Flora oder Fauna verwandelt, in den Opernadaptionen bis dato als sehr negative Figur ausgelegt wurde, zeigt uns Händel hier mehr als die typische „böse Hexe“. Alcinas Bosheit verbannt er nahezu komplett in die Rezitative; in den Arien aber zeigt er uns eine vielschichtige und letztlich sehr einsame und verletzliche Frau – ein ausdifferenzierter Charakter, der deutlich über die für die Opera seria eigentlich übliche Figurentypisierung hinausweist. Dabei schenkt er ihr – und den Figuren, die sie umgeben – eine facettenreiche und himmlisch schöne Musik. Alcina gehört ohne Zweifel zu seinen meisterhaftesten Partituren. Kein Wunder also, dass Joseph Haydn 1791 über Händel urteilte: „Er ist unser aller Meister!“

Fortsetzung der Barockopern an der Staatsoper

Mit Alcina liegt nach Agrippina und Semele wieder eine Barockoper auf den Pulten des Bayerischen Staatsorchesters. Unter der Musikalischen Leitung Stefano Montanaris, ausgewiesener Experte für dieses Repertoire, begibt sich das Bayerische Staatsorchester auf die Pfade der historisch informierten Aufführungspraxis. Nach der langjährigen Händel-Tradition in der Intendanz Sir Peter Jonas’ kommen nun erstmals u. a. auch historische Instrumente in barocker Stimmung sowie Barockbögen, Darmsaiten und barocke Spieltechniken zum Einsatz.

Johanna Wehner, Absolventin des Schauspiel- und Opernregiestudiengangs an der Theaterakademie August Everding, Faust-Preisträgerin und mehrfach von der Zeitschrift Theater heute als beste Nachwuchsregisseurin nominiert, inszeniert erstmals an der Bayerischen Staatsoper. An ihrer Seite stehen dabei der Bühnenbildner Benjamin Schönecker und die Kostümbildnerin Ellen Hofmann, die in langjähriger, enger Zusammenarbeit mit Wehner verbunden sind.

Premiere: Montag, 13. Juli 2026, 18.00 Uhr | Prinzregententheater

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