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Meldung vom 22.06.2026

Hinweis im Sinne des Gleichbehandlungsgesetzes

Aus Gründen der leichteren Lesbarkeit sowie der orthographischen und grammatikalischen Korrektheit wird auf die Praxis der verkürzten geschlechterspezifischen Differenzierung verzichtet. Entsprechende Begriffe gelten im Sinne der Gleichbehandlung gleichermaßen für alle Geschlechter.

Musikpreis der Stadt Duisburg 2026 geht an Igor Levit

Der Künstler verbindet in besonderer Weise musikalische Exzellenz mit sozialer Verantwortung

Als im Frühjahr 2020 die Konzertsäle weltweit verstummten, saß Igor Levit Abend für Abend an seinem Klavier in Berlin und spielte für Tausende Menschen im Livestream. Später folgte eine fast 16-stündige Aufführung von Erik Saties Vexations, 840 Wiederholungen eines einzigen musikalischen Gedankens – ein künstlerisches Ausdauerprojekt, das weit über die Grenzen des klassischen Konzertbetriebs hinaus Aufmerksamkeit erregte. Gerade in solchen Momenten zeigt sich, was Igor Levit als Künstler auszeichnet: Für ihn ist Musik nie bloß Interpretation, sondern immer auch gesellschaftliche Kommunikation. Für dieses außergewöhnliche künstlerische und gesellschaftliche Engagement erhält der Pianist nun den Musikpreis der Stadt Duisburg 2026.

Mit klarer Haltung

Igor Levit zählt seit Jahren zu den prägendsten Musikerpersönlichkeiten seiner Generation. Auf den großen internationalen Konzertpodien ist er ebenso zu Hause wie in den zentralen Werken des klassischen Repertoires. Gleichzeitig sucht er immer wieder die Auseinandersetzung mit Werken, die politische, gesellschaftliche oder historische Fragen berühren. Dabei hat Levit nie den Weg des unpolitischen Virtuosen gewählt. Mit großer Klarheit positioniert er sich gegen Antisemitismus, Hass und Ausgrenzung und nutzt seine öffentliche Sichtbarkeit immer wieder für gesellschaftliche Debatten. „Ich kann nicht anders, als an dieser Welt teilzunehmen“, sagt er über sein Engagement und ergänzt: „Und weil ich es wichtig finde, sich für andere einzusetzen, wenn ihnen Unrecht geschieht.“

Hans Jürgen Kerkhoff, Vorsitzender der Köhler-Osbahr-Stiftung, die den Musikpreis der Stadt Duisburg stiftet, würdigt Levit als Künstler, der musikalische Exzellenz und gesellschaftliche Verantwortung auf besondere Weise verbinde: „Igor Levit steht für eine Künstlerpersönlichkeit, die weit über den Konzertsaal hinauswirkt. Seine Stimme hat in unserer Gesellschaft Gewicht – musikalisch wie menschlich.“

Herausragender Musiker

Auch Oberbürgermeister Sören Link gratuliert dem Preisträger: „Igor Levit zeigt, dass Kunst Haltung haben kann, ohne ihre Offenheit zu verlieren. Er gehört zu den herausragenden Musikern unserer Zeit und ist zugleich eine wichtige Stimme in gesellschaftlichen Fragen. Wir sind stolz, dass er sich mit Duisburg und dem Ruhrgebiet verbunden fühlt.“ Mit dem Ruhrgebiet verbindet Igor Levit zudem eine persönliche Geschichte. Als seine Familie Mitte der 1990er Jahre aus dem russischen Nischni Nowgorod nach Deutschland kam, führte sie ihr Weg zunächst nach Dortmund. „Damals begann meine Biografie in Deutschland“, erinnert sich der Pianist. „Deshalb spüre ich eine sehr starke Bindung zu der Region, denn das ist das Deutschland, das ich als Kind kennengelernt habe und das uns willkommen geheißen hat.“

Diese Verbundenheit ist bis heute geblieben. Regelmäßig kehrt Levit für Konzerte ins Ruhrgebiet zurück, unter anderem zum Klavier-Festival Ruhr.

Beethoven-Projekt in NRW

In der Saison 2026/2027 wird er darüber hinaus mit einem besonderen Beethoven-Projekt nach Duisburg kommen: Im Rahmen von „Alles Beethoven“ spielt er sämtliche 32 Klaviersonaten des Komponisten in Nordrhein-Westfalen. In der Philharmonie Mercatorhalle wird er dabei die letzten drei Sonaten aufführen, die er als „Heiligtümer der Klavierliteratur“ bezeichnet.

Zu den bisherigen Preisträgern des Musikpreises der Stadt Duisburg zählen unter anderem Pina Bausch, Hans Werner Henze, Yehudi Menuhin, Wolfgang Rihm, Tanja Tetzlaff, Carolin Widmann, Frank Peter Zimmermann und Axel Kober. Die Verleihung des Musikpreises der Stadt Duisburg findet am 30. September 2026 um 19.30 Uhr in der Philharmonie Mercatorhalle statt.

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