Tage Alter Musik Regensburg finden im Oktober statt
Programmveröffentlichung der 36. Ausgabe des Festivals für Alte Musik
Nachdem die Tage Alter Musik Regensburg 2020 und auch die Mai-Ausgabe 2021 wegen der Pandemie abgesagt werden mussten, wird die 36. Ausgabe des Festivals auf das Wochenende 8. bis 10. Oktober 2021 verschoben. Das Konzertangebot umfasst 13 Konzerte. 6 Konzerte finden in der geräumigen Dreieinigkeitskirche statt, drei in der Minoritenkirche, zwei im klassizistischen Neuhaussaal und jeweils eines in der barocken Basilika St. Emmeram bzw. im historischen Reichssaal. Der Kartenvorverkauf beginnt voraussichtlich Anfang August. An den verschiedenen Konzertorten wurde für einen sicheren Konzertbesuch ein Schutz- und Hygienekonzept erarbeitet, das laufend geprüft und angepasst wird.
Eröffnungskonzert mit den Domspatzen
Erstmals unter der Leitung des neuen Regensburger Domkapellmeisters Christian Heiß bestreiten die Regensburger Domspatzen am Freitag, 8. Oktober um 17.30 Uhr und 20.00 Uhr das Eröffnungskonzert der Tage Alter Musik. Zusammen mit der Hofkapelle München und ihrem Konzertmeister Rüdiger Lotter erklingen Werke von J. S. Bach und W. A. Mozart. Nach der coronabedingten langen Zwangspause freuen sich die Domspatzen, wieder öffentlich auftreten zu dürfen. Die Domspatzen gestalten zusammen mit der Hofkapelle München und einem erlesenen Vokalsolistenquartett mit Katja Stuber (Sopran), Anne Bierwirth (Alt), Michael Mogl (Tenor) und Joachim Höchbauer (Bass) ein für alle Zuhörer Hoffnung stiftendes Programm unter dem Titel: „Hoffnung trifft Zuversicht - Musik für die Seele“. Zu hören sind u. a. Bachs „Jesu bleibet meine Freude“ und Mozarts Kleine Credo-Messe KV 192. Instrumentalmusikbeiträge der Hofkapelle München sind J. S. Bachs Ricercar a 6 aus dem Musikalischen Opfer BWV 1079, die C-Dur Kirchensonate KV 336 von Mozart sowie sein Adagio und Fuge c-Moll KV 546.
Im ersten Nachtkonzert am 8.10. (21.45 Uhr) in der Minoritenkirche präsentiert die Schola Gregoriana Pragensis unter ihrem Gründer und Leiter David Eben zusammen mit der Sopranistin und Harfenistin Barbora Kabátková ein buntes musikalisches Mosaik zur Zeit der Herrschaft Karls IV. (1316-1378). Die Musik dieser kulturellen Blütezeit in den böhmischen Ländern reicht vom einstimmigen Kirchengesang über weltliche Musik bis zu frühen mehrstimmigen Gesängen (G. d. Machaut).
Im zweiten Nachtkonzert am 8.10. (23.15 Uhr) in der Dreieinigkeitskirche entführen die Sopranistin Dorothee Mields und das Hathor Consort (Leitung: Romina Lischka) aus Belgien die Zuhörer in Heinrich Alberts Kürbishütte nach Königsberg. „Mit Freundschaft, Musik und Poesie gegen die Grauen des Dreißigjährigen Kriegs“ lautet der Titel ihres Konzertprogramms.
Am Samstag, 9.10. bestreitet um 11.00 Uhr in der Dreieinigkeitskirche das französische Barockorchester L’Achéron eine Matinee. Ab 14.00 wird das A&A cembaloduo in der Basilika St. Emmeram ein musikalisches Feuerwerk an Klangfarben, Virtuosität und Leidenschaften abbrennen. Unter dem Titel „Danse Macabre“ präsentieren die beiden preisgekrönten Cembalistinnen Anastasia Antonova und Anna Kiskachi aus Russland bei ihrem Regensburg-Debut eine Suite unterschiedlichster Tänze, die von der Renaissance bis in die Gegenwart reicht.
Im Samstagabendkonzert am 9.10. (19.30 Uhr) stehen in der Dreieinigkeitskirche zwei Geburtstagskantaten (BWV 213 und BWV 214) und eine Huldigungskantate (BWV 215) von J.S. Bach auf dem Konzertprogramm, das mit dem ungewöhnlich anmutenden Titel „Vorfreude auf das Weihnachtsoratorium“ überschrieben ist. Die weltlichen Kantaten (von 1733) verwertete Bach ausgiebig in den Kantaten seines später zusammengestellten Weihnachtsoratoriums (1734). Das exquisite Londoner Vokal- und Instrumentalensemble Solomon’s Knot gastiert zum dritten Mal in Regensburg.
Unter dem Titel „Die vier Jahreszeiten der Trobars“ präsentiert Samstagnacht (22.30 Uhr) in der Minoritenkirche das in Basel beheimatete junge Mittelalter-Ensemble Le Miroir de Musique unter der Leitung von Baptiste Romain Lieder und Instrumentalstücke aus der in Metz (um 1230-1270) entstandenen Handschrift „Chansonnier de St-Germain-des Prés“. Es erklingen Stücke, in denen die verschiedenen Jahreszeiten und die menschlichen Empfindungen zu den Naturphänomenen thematisiert wurden.
Im Zentrum der a-capella-Matinee am Sonntag, 10. Oktober um 11.00 Uhr in der Minoritenkirche mit dem jungen 16-köpfigen englischen Vokalensemble Siglo de Oro stehen die achtstimmige, doppelchörige, stark von der venezianischen Mehrchörigkeit beeinflusste Missa Tulerunt Dominum meum von Hieronymus Praetorius (1560-1629) sowie Motetten seiner Zeitgenossen. Schon heute zählt das 2014 von Patrick Allies gegründete Ensemble zur ersten Liga hochkarätiger britischer Vokalensembles.
Gesänge der Renaissance und des osmanischen Hofes
Gesänge der italienischen Renaissance und des osmanischen Hofes finden sich in einem Manuskript des 17. Jahrhunderts. In dieser Zusammenstellung europäischer und osmanischer Musiken wechselt der Autor von einer Sprache und von einer Musik in die andere. Zusammen mit dem italienischen Tenor Marco Beasley macht das Ensemble Constantinople unter seinem Gründer und Leiter Kiya Tabassian diese Sammlung wieder zugänglich. Um 14.00 Uhr in der Dreieinigkeitskirche stehen Werke u. a. von Ali Ufki, Barbara Strozzi, Giulio Caccini, Claudio Monteverdi, Sultan Korkut und Pietro Paolo Borrono auf dem Programm.
Das Vokal- und Instrumentalensemble Il Festino, beleuchtet um 17.00 Uhr in seinem Konzert im Reichssaal den Reichtum, die Schönheit und die Mannigfaltigkeit der Musikstile im Amerika des 16. und 17. Jahrhunderts, die sich in Canciones, Villancicos und Cachuas widerspiegeln. Eine Besonderheit der ibero-amerikanischen Musik ist, dass die kirchliche Obrigkeit in der Sakralmusik volkstümliche Instrumente (Gitarren, Schlag- und Blasinstrumente usw.) und die Rhythmen der Eingeborenen ebenso wie die afrikanischen Ursprungs nicht nur tolerierten, sondern sogar bewusst förderten.
Den Abschluss der 36. Tage Alter Musik bestreitet am Sonntagabend, 10. Oktober um 19.30 Uhr das Barockorchester la festa musicale in der Dreieinigkeitskirche. Das 2014 gegründete, in Hannover beheimatete Ensemble zählt zu den hochtalentierten jungen „Wilden“ der norddeutschen Barockszene, die einen unkonventionellen, äußerst fantasievollen Zugang zum Barockrepertoire pflegen, dabei aber immer auf höchstem Spielniveau agieren. Drei im Konzertbetrieb ungerechterweise viel zu selten gespielte Werke der Komponisten Agostino Steffani (Chaconne), Giuseppe Valentini (Concerto a quattro) und Francesco Venturini (Ouvertüre e-Moll) treffen auf den „großen J. S. Bach“ (Orchestersuite h-Moll BWV 1067). Karten und weitere Programmhinweie unter www.tagealtermusik-regensburg.de
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