Abschluss des Beethovenfestes 2022
Neue Intendanz, ungewöhnliche Orte und Konzertformate
Nach über 90 Konzerten feiert das Beethovenfest Bonn sein Abschlusswochenende mit Konzerten von Moor Mother über das Quatuor Ébène bis hin zum Finale mit Nicholas Collon und dem Aurora Orchestra. Zeit eine erste Bilanz zu ziehen, bevor das Festival am Samstagabend mit einer Telekom Electronic Beats Abschlussparty und Hania Rani endet.
Neue Intendanz, neue Ideen und Umsetzungsformen
Intendant Steven Walter blickt zufrieden auf die erste Ausgabe seines Beethovenfestes: »Ich freue mich sehr, dass so viele der neuen Ideen und Formate begeistert aufgenommen wurden. Es ist zu spüren, dass das Publikum nach Jahren der Pandemie wieder hungrig auf besondere musikalische Erlebnisse ist – ich danke für das Vertrauen und die vielen schönen gemeinsamen Momente beim Beethovenfest 2022.«
Es war ein Festival der Orte und Konzertformate: Das ehemalige Hallenbad Viktoriabad, für viele Bonner der Ort, an dem sie schwimmen gelernt haben, wurde zur Festivalzentrale umgebaut. Hier fanden insgesamt 17 Konzerte von Schulveranstaltung bis Diskursformat statt. Im dazugehörigen Café Blau wurde ein kostenloses Rahmenprogramm mit Live-Podcasts und Musiksessions angeboten, das offen stand für alle Menschen.
Orte, die üblicherweise nicht für die Öffentlichkeit zugänglich sind, wurden zugänglich gemacht: Die Villa Hammerschmidt, zweiter Amtssitz des Bundespräsidenten, wurde mit Musik von Julius Eastman in einen neuen Kontext gesetzt. Der Post Tower, immerhin eine Dax-Konzernzentrale, wurde mit Musik auf allen Ebenen bespielt, zwischen denen 650 begeisterte Zuschauer sich frei bewegen konnten.
Es gab ein Geheimkonzert, es gab Feierabendkonzerte, es gab ein Stadtteilfest im Brüser Berg, es gab das Eröffnungsfest »Bühne frei« – alles Formate, die weniger über die Künstler, als über die Idee des physischen Erlebens von und Teilhabens an klassischer Musik funktionierten. Für die zwei Dunkelkonzerte mit dem vision string quartet in Zusammenarbeit mit blinden und sehbehinderten Menschen aus Bonn wurde das Beethovenfest für den Inklusionspreis NRW 2022 nominiert.
Zusammen mit den Post Tower Lounge Konzerten waren rund 31.950 Tickets verfügbar, von denen bislang etwa 21.250 Tickets vergeben wurden. Das Eröffnungsfest »Bühne frei« wurde konzeptionell erweitert und zählte viele tausend Besucher:innen. Hinzu kommen zahlreiche Vermittlungs- und Outreach-Projekte im Laufe des Festivals.
Katja Dörner, Oberbürgermeisterin der Stadt Bonn
»Mein persönliches Highlight war der Osteuropa-Schwerpunkt in diesem Jahr. Sowohl das Solidaritätskonzert für die Ukraine mit dem Ukrainischen Jugendorchester, das die Dirigentin Oksana Lyniv einst extra aus Anlass des Beethovenfests gründete, als auch das diesjährige Campus-Konzert von Deutscher Welle und Beethovenfest mit Musikerinnen und Musikern aus Belarus und der Ukraine zeigen, wie wichtig und wirkmächtig die Sprache der Musik ist, wie sehr das Ringen um Demokratie, Freiheit und Menschenrechte – Themen, die Beethoven bereits umtrieben – bis heute in vielen Teilen der Welt einen hohen Preis verlangt. In diese Reihe passt – leider – auch das Campus-Konzert 2023: der Schwerpunkt wird auf Afghanistan liegen, mit geflohenen afghanischen Musikerinnen und Musikern, insb. dem Frauenrochester Zohra. Für diese jungen Künstlerinnen geht es im wahrsten Sinne des Wortes ums Über_Leben: als Frauen, als Musikerinnen.«
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