Elisabeth Stöppler inszeniert Wagners "Meistersinger" in Stuttgart
Premiere am 7. Februar 2026 um 16.00 Uhr - GMD Cornelius Meister dirigiert
Für sie ist es ein „deutscher Sommernachts(alb)traum von Hans Sachs und Richard Wagner“: Die Regisseurin Elisabeth Stöppler – die mit Dora an der Staatsoper Stuttgart die „Uraufführung des Jahres“ 2024 inszenierte – bringt Richard Wagners Die Meistersinger von Nürnberg am 7. Februar 2026 um 16 Uhr in Stuttgart zur Premiere. Sämtliche Partien markieren Rollendebuts, darunter Martin Gantner als Hans Sachs und Daniel Behle als Walther von Stolzing. Zahlreiche Mitglieder des Stuttgarter Ensembles ergänzen die Besetzung, mit Esther Dierkes als Eva und Björn Bürger als Beckmesser. Der legendäre „Bayreuther Sachs“ der 00er Jahre Franz Hawlata verkörpert Hans Schwarz. Die musikalische Leitung übernimmt Generalmusikdirektor Cornelius Meister.
Idylle versus Realität
Mit der Auslobung der eigenen Tochter als Preis eines Gesangswettbewerbs durch die Figur des Veit Pogner setzt Richard Wagner in Die Meistersinger von Nürnberg ein Zeichen: Kunst erscheint hier nicht als bloße Zierde, sondern als gesellschaftlich systemrelevante Kraft. Dabei konzipierte er das Werk zunächst als komische Oper, und entsprechend mündet das Geschehen vordergründig in ein glückliches Ende: Walther von Stolzing gewinnt Wettbewerb und Braut. Dass ausgerechnet ein verarmter Junker zum Hoffnungsträger der Zunft wird, verweist bereits auf eine zentrale Ambivalenz des Werks: Die Zukunft speist sich aus der Vergangenheit. Diese Spannung kulminiert am Schluss, wenn Hans Sachs – Mentor Stolzings und moralisches Zentrum der Oper – zum Hüter und Symbol der „heil’gen deutschen Kunst“ erhoben wird. Hinter dem festlichen Schlusschor treten Fragen nach Macht, Autorität und kultureller Selbstvergewisserung hervor.
Zwischen Aufbruch und Restauration
In ihrer Lesart erzählen Regisseurin Elisabeth Stöppler und Dirigent Cornelius Meister Die Meistersinger von Nürnberg auch als ein Stück deutscher Mentalitätsgeschichte zwischen Aufbruch und Restauration. In diesem von Stöppler als „deutschem Sommernachts(alb)traum“ bezeichneten Werk rückt insbesondere das Verhältnis der Generationen in den Fokus – und damit die Frage, warum das, was war, möglicherweise auch das ist, was kommt.
Richard Wagner, Die Meistersinger von Nürnberg
Premiere: Samstag, 7. Februar 2026, 16 Uhr
Weitere Vorstellungen: 15. Februar 2026, 1. / 8. / 14. / 22. März 2026
