Rossinis L'Italiana in Algeri feiert Premiere an der Deutschen Oper Berlin
Rolando Villazóns Inszenierung lässt Rossinis energetische Musik auf die reiche Kultur des Lucha Libre treffen
Am 8. März um 17 Uhr an der Deutschen Oper Berlin die Premiere von L'Italiana in Algeri von Gioacchino Rossini unter musikalischer Leitung von Alessandro de Marchi und in der Regie von Rolando Villazón statt. Die Titelpartie gestaltet die bereits mehrfach ausgezeichnete Mezzosopranistin Nadezhda Karyazina, an ihrer Seite Jonah Hoskins als Lindoro, Tommaso Barea als Mustafa und Misha Kiria als Taddeo.
Schon der legendäre Filmemacher Werner Herzog verwies auf die Parallelen zwischen Opernvorstellungen und Wrestling-Shows. In der Neuproduktion von L'Italiana in Algeri an der Deutschen Oper Berlin finden die zwei vermeintlich so unterschiedlichen Darbietungsformen nun auf einmalige Weise zusammen. In Rolando Villazóns Inszenierung trifft Rossinis energetische Musik auf die reiche Kultur des Lucha Libre und die Stimmakrobatik des Belcanto auf die virtuose Körperlichkeit des Schaukampfsports. Knallige Kostüme und ausgefallene Masken gehören ebenso zum Lucha Libre, der mexikanischen Variante des Wrestlings, wie große Gesten und artistische Fighting Moves. Entstanden in den Straßen von Mexico City ist Lucha Libre damit in seiner Überzeichnung das perfekte Match für Rossinis Opernkomödie, die sich aus der Tradition der Commedia dell’arte fahrender Theatertruppen speist. Unterstützung hat sich die Deutsche Oper Berlin bei der German Wrestling Federation geholt. Unter der Anleitung des GWF-Präsidenten Ahmed Chaer stehen zwei Stars der Szene auf der Bühne und im Ring: Pascal Spalter und El Comandante Rambo.
Die „Beste Nachwuchskünstlerin“ in der Titelrolle
In der Titelpartie der Isabella ist Nadezhda Karyazina zu erleben, vor wenigen Tagen als „Beste Nachwuchskünstlerin“ bei den Oper! Awards 2026 ausgezeichnet und Trägerin des Herbert-von-Karajan-Preises 2025. Nach Festengagements in Hamburg und Zürich eroberte die russisch-schweizerische Mezzosopranistin in den letzten Jahren die internationale Opernwelt mit jüngsten gefeierten Debüts bei den Osterfestspielen Salzburg und an der Dutch National Opera in Amsterdam.
Lindoro, der Geliebte Isabellas, wird vom hoch talentierten jungen US-Amerikaner Jonah Hoskins verkörpert, der in der Rolle und am Haus debütiert. Mit seinem agilen Tenor konnte er das Publikum von der Semperoper Dresden über das Glyndebourne Festival bis zur New Yorker MET überzeugen und avanciert inzwischen als Nemorino in Donizettis L’Elisir d'amore, als Don Ramiro in La Cenerentola und Conte d’Almaviva im Barbiere zu einem der bravourösen neuen Rossini-Tenöre.
Zwei Rückkehrer im Ensemble
Der venezianische Bariton Tommaso Barea präsentierte sich auf der Bühne der Deutschen Oper Berlin bereits als Leporello und kehrt nun als Mustafa zurück an die Bismarckstraße, nach umjubelten Auftritten am Teatro San Carlo in Neapel, der Elbphilharmonie, der Hamburgischen Staatsoper und in der Komischen Oper Berlin im Schillertheater.
Als weiterer Rückkehrer singt den Taddeo Misha Kiria, der sein einmaliges Talent als Meister des komödiantischen Buffofachs erneut unter Beweis stellt. Seine Karriere begann er vor knapp zehn Jahren hier am Haus als Don Bartolo im Barbiere und erfreute das Publikum nachfolgend in Rollen wie Lord Syndeny in Il viaggio a Reims oder in der Premiere von Gianni Schicchi, wo er die Titelpartie gab – und im April 2026 wieder zu erleben ist.


