Sammlung von (protestantischen) Kirchenliedern, Texte mit und ohne Melodien. Ursprünglich wurden die ev. Kirchenlieder einstimmig gesungen, 1586 veröffentlichte Lukas Osiander die erste Sammlung mit vierstimmigen homorhythmischen (= jede Stimme bewegt sich im gleichen Rhythmus) Kantionalsätzen mit der Melodie in der Oberstimme. Der Kantionalsatz verdrängte allmählich den einstimmigen Kirchengesang und wurde seinerseits zum 18. Jh. hin durch Ausgaben mit Melodie und bezifferten Baß abgelöst.