
Naxos 8.555351
1 CD • 60min • 2000, 2001
04.02.2003
Künstlerische Qualität:
Klangqualität:
Gesamteindruck:
Das Musikschaffen Japans nach dem zweiten Weltkrieg spiegelt in großer Vielfalt die verschiedenen zeitgenössischen Tendenzen aus aller Welt. Man setzte sich mit der Dodekaphonie auseinander, versuchte sich im Anschluß an die internationale Avantgarde in Musique concrète und Elektronik oder verfolgte mit der Verwendung traditioneller Instrumente nationalistische Trends. Während der weitgehend autodidaktische Toru Takemitsu unvorbelastet mit Neuem experimentierte, suchte der ein Jahr ältere Akio Yashiro, der unter anderem in Paris bei Nadia Boulanger und Olivier Messiaen studiert hatte, das Erbe der Vergangenheit fortzuführen und zu perfektionieren. Das schmale Œuvre des im Alter von sechsundvierzig Jahren einem Herzanfall erlegenen Komponisten hat einen festen Platz im japanischen Konzertrepertoire, ist aber in Europa trotz des Einsatzes namhafter Interpreten wie Martinon, Fournet oder Gielen noch so gut wie unbekannt.
Umso dankenswerter, daß sich nun Naxos im Rahmen seiner Reihe "Japanese Classics" zweier wichtiger Werke Yashiros annimmt, der 1958 entstandenen Sinfonie und des 1967 uraufgeführten Klavierkonzerts. Die ausgefeilten Partituren verleugnen in ihrer sensiblen Klanglichkeit selbst da den französischen Nährboden nicht, wo – wie im Finale der Sinfonie – traditionelles japanisches Material Verwendung findet. Mystische Abschnitte von großer Eindringlichkeit lassen an Ravel oder Schmitt denken, während die kraftvoll-energischen Ecksätze Assoziationen an Bartók oder Prokofieff suggerieren.
Die Einspielungen des Orchesters aus Belfast unter der kundigen Leitung von Yashiros Landsmann Takuo Yuasa sind sorgfältig und von großer Überzeugungskraft, dazu auch aufnahmetechnisch untadelig. Ein wichtiger Beitrag zur musikalischen Horizonterweiterung!
Peter T. Köster † [04.02.2003]
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Komponisten und Werke der Einspielung
Tr. | Komponist/Werk | hh:mm:ss |
---|---|---|
CD/SACD 1 | ||
Akio Yashiro | ||
1 | Klavierkonzert | |
2 | Sinfonie |
Interpreten der Einspielung
- Hiromi Okada (Klavier)
- Ulster Orchestra (Orchester)
- Takuo Yuasa (Dirigent)