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CDs der Woche 2022

Es ist das Verdienst der Pianistin Masha Dimitrieva und ihres Labels Sonus Eterna, dass das Schaffen des amerikanischen Komponisten Gordon Sherwood (1929–2013) in den letzten Jahren diskographisch immer besser erschlossen worden ist; mit Folge zwei der Gesamteinspielung seiner Lieder liegt nun schon die vierte CD ihres Sherwood-Projekts vor. Sherwood war ein großer Außenseiter mit einem außergewöhnlichen Lebensweg: Schüler u.a. von Copland, Jarnach und Petrassi, konnte er bereits während seines Studiums beachtliche Erfolge feiern, entschied sich aber dagegen, Teil des musikalischen Establishments zu werden.

CDs der Woche der zurückliegenden Jahre:

Georg Philipp Telemann

Complete Violin Concertos Vol. 7

cpo 777 881-2

1 CD • 57min • 2013

03.01.202210 10 10

Danksagungen sind meistens nur für diejenigen interessant, denen gedankt wird. Hier jedoch lohnt es sich, das Beiheft aufmerksam durchzusehen: Nicht bloß, weil der Editionsleiter der Telemann-Gesamtausgabe Wolfgang Hirschmann höchstselbst einen naturgemäß außerordentlich informativen Text beigesteuert hat, sondern auch, weil die Solistin und Ensembleleiterin Elizabeth Wallfisch einen aussagekräftigen Gruß an den Aufnahmeort richtet. Die Kirche La Baleine liegt in der Normandie in dem gleichnamigen Dorf, das – Stand 2018 – genau 96 Einwohner hatte.

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Felix Mendelssohn Bartholdy

Mendelssohn Project | Vol 2

MDG 912 2211-6

1 CD/SACD • 54min • 2020

10.01.202210 10 10

Es ist ein weit verbreiteter Irrglaube, dass sein offizielles Opus 1, das Klavierquartett c-Moll, auch die erste bedeutsame Komposition von Felix Mendelssohn Bartholdy war. Im zarten Alter von zwölf bis vierzehn Jahren schrieb das musikalische Wunderkind nicht weniger als zwölf Streichersinfonien, die aber erst 1950 posthum veröffentlicht wurden, nachdem man sie in der Staatsbibliothek zu Berlin entdeckt hatte. Bei diesen handelt es sich um recht kurze, dreisätzige Sinfonien für Streicher, die als Studien zum Erlernen orchestraler Techniken bei Mendelssohns Lehrer Carl Friedrich Zelter entstanden.

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Gordon Sherwood

The Complete Songs Volume II

Sonus Eterna 37423

1 CD • 53min • 2020

17.01.202210 10 10

Es ist das Verdienst der Pianistin Masha Dimitrieva und ihres Labels Sonus Eterna, dass das Schaffen des amerikanischen Komponisten Gordon Sherwood (1929–2013) in den letzten Jahren diskographisch immer besser erschlossen worden ist; mit Folge zwei der Gesamteinspielung seiner Lieder liegt nun schon die vierte CD ihres Sherwood-Projekts vor. Sherwood war ein großer Außenseiter mit einem außergewöhnlichen Lebensweg: Schüler u.a. von Copland, Jarnach und Petrassi, konnte er bereits während seines Studiums beachtliche Erfolge feiern, entschied sich aber dagegen, Teil des musikalischen Establishments zu werden.

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Maiburg Ensemble

Metamorphosen

Ars Produktion ARS 38 328

1 CD/SACD stereo/surround • 56min • 2021

24.01.202210 10 10

Eigentlich gehöre ich ja zu den preziösen Puristen, die generell über Crossover-Alben nonchalant das Näschen zu kräuseln pflegen. Somit dachte ich mir, als ich den Umschlag aus der Redaktion aufriss: „Mir diese Schmach! Na gut, bei Gelegenheit mal reinhören und dann möglichst viele Bosheiten platzieren“. Also habe ich irgendwann die Scheibe lustlos in den Player gestopft, um sie als Hintergrund bei der Morgenlektüre laufen lassen. Doch wurde es dann nichts mit der Morgenlektüre. Stattdessen: Gebanntes Lauschen.

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Komponistinnen

Women Composers • Compositrices

Solo Musica SM 378

1 CD • 58min • 2021

31.01.202210 10 10

Clara Schumann und 23 ihrer - überwiegend vergessenen - komponierenden Schwestern des 19. und 20. Jahrhunderts werden von der Sopranistin Franziska Heinzen und dem Pianisten Benjamin Mead glanzvoll ins Recht gesetzt.

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Ludwig van Beethoven

Diabelli Variations
Spartak Margaryan

Sonus Eterna 37423

1 CD • 61min • 2021

07.02.202210 10 10

Wie bei manch anderen Werken von Ludwig van Beethoven zeigt sich auch bei den Diabelli-Variationen ein gewisses Maß an Maßlosigkeit. Auch hier sprengt der freigeistige Komponist die Grenzen – indem er statt einer Variation über einen von dem Verleger Anton Diabelli komponierten Walzer derer gleich 33 liefert – einen ganzen Variationszyklus. Dabei hatte sich Beethoven zu Anfang noch über Diabellis Unterfangen mokiert, wollte gar keine Variation liefern.

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Russian Album

Andrea Vivanet

Aldilà Records ARCD 022

1 CD • 76min • 2021

14.02.202210 10 10

Diese CD ist gleich zweifach zu empfehlen: einmal als Visitenkarte des Pianisten Andrea Vivanet und zum anderen, weil sie bislang kaum gehörtes Repertoire erschließt. Die Tanejew-Interpretation dürfte wegen ihrer Klarheit in der Darstellung polyphoner Strukturen Referenzcharakter besitzen, Schostakowitschs 24 Präludien spielt Vivanet mit viel Sinn für die Charakteristik dieser Miniaturen. Die drei Zyklen von Nikolai Tscherepnin liegen erstmals auf CD vor und legen ein faszinierendes Zeugnis von der stilistischen Entwicklung eines Komponisten zwischen russischer Spätromantik und Moderne ab.

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Dancerías

Pavanas, Gallardas, Saltarelli & otras danzas del Renacimiento

fono ruz CDF-2885

1 CD • 70min • 2021

21.02.202210 10 10

Auf seiner neuesten CD widmet sich das Ensemble Aquel Trovar europäischer Tanzmusik der Renaissance: Es erklingen Tänze aus Spanien, Italien, Frankreich, Deutschland, den Niederlanden und England. Die Aufnahmen sind ganz frisch, sie stammen vom Anfang August 2021.

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Amy Beach

Complete Works for Piano Duo

cpo 555 453-2

1 CD • 64min • 2021

28.02.202210 10 10

Amy Beach (geb. Cheney, 1867-1944) war die erste bedeutende amerikanische Komponistin von Kunstmusik. Ihre musikalische Hochbegabung zeigte sich schon im Kleinkindalter. Jedoch wollten die Eltern sie nicht in die Wunderkindrolle drängen; erst mit sechs erlaubte man Amy formellen Klavierunterricht – da hatte das Mädchen längst zu komponieren begonnen. Später wurde sie lediglich in Harmonielehre unterwiesen, alles Weitere brachte sie sich autodidaktisch bei. Ab 1883 trat sie erfolgreich als Pianistin auf. Nach der Heirat 1885 gestattete ihr Gatte H. H. A. Beach nur ein Benefizkonzert pro Jahr, förderte sie allerdings als Komponistin; ihre Musik wurde dann unter dem Namen Mrs. H. H. A. Beach veröffentlicht.

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Domenico Scarlatti

Complete piano sonatas Volume 6

Tacet 269

2 CD • 2h 36min • 2020

07.03.202210 10 10

Vor zehn Jahren begann der jetzt 62-jährige Christoph Ullrich sein Mammutprojekt: die Einspielung sämtlicher 555 Klaviersonaten von Domenico Scarlatti (1685-1757). Das Vorhaben, es wird gemäß einem im Arbeitszimmer des Pianisten angebrachten Ablaufplan 2028 abgeschlossen sein, darf mit vollem Recht schon jetzt als pianistische Großtat bezeichnet werden.

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Dusk to Dawn

PASCHENrecords PR 210076

1 CD • 61min • 2021

14.03.202210 10 10

Wie nicht von dieser Welt klingt die Sopranstimme Carine Tinneys im ungewöhnlich innigen Zwiegespräch mit der von Martin Gregorius gespielten Orgel.

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Franz Schubert

Violin & Piano

CAvi-music 8553027

1 CD • 72min • 2019

21.03.202210 10 10

Mihaela Martin und Elena Bashkirova wählten für ihre erste gemeinsame CD die drei gemeinhin als „Sonatinen“ bezeichneten „mozartisierenden“ Violinsonaten aus dem Jahre 1816 von Franz Schubert sowie dessen zehn Jahre später entstandenes Rondo brillant op. 70. Es gelang ihnen eine farblich reiche, lyrisch-gesangliche, anrührende und – wo erforderlich – temperamentvolle Interpretation. Schubert war bereits mehrfach mit großangelegten Klaviersonaten gescheitert und hatte diese unvollendet zur Seite gelegt, als er sich entschloss, drei Duo-Sonaten mit geringeren technischen Anforderungen in der Nachfolge Mozarts und Haydns zu komponieren.

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Kalevi Aho

Double & Triple Concertos

BIS 2426

1 CD/SACD stereo/surround • 59min • 2019

28.03.202210 10 10

Von den mittlerweile 37 Solokonzerten Kalevi Ahos stellt vorliegende CD das 2014 komponierte Doppelkonzert für Englischhorn, Harfe und Orchester und das Tripelkonzert für Klaviertrio und Kammerorchester von 2018 vor. Das Doppelkonzert ist ein effektvoll ritualistisches Stück, das vier Hauptabschnitte in einem fortlaufenden Satz umfasst, wobei der gemessen voranschreitende Kopfsatz so lang ist wie die folgenden drei. An zweiter Stelle steht eine Duokadenz der Solisten, gefolgt von einem kapriziösen Allegro. Der Schlusssatz nimmt das Tempo des ersten wieder auf. Das Ganze beginnt mit geräuschhaft eisig flirrendem Nichts und endet ebendort.

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August Eberhard Müller

Flute Concertos 5, 7 & 8

cpo 555 403-2

1 CD • 76min • 2020

04.04.202210 10 10

Mit dem Nachnamen Müller bei der Zunft der Musikliebhaber zu reüssieren, dürfte schwer fallen. Trotzdem setzt Tatjana Ruhland ihre Einspielung der Flötenkonzerte von August Eberhard Müller (1767-1817) mit drei weiteren spannenden Werken fort. Sie sind beileibe nicht schlechter komponiert als die zwei eher leichtgewichtigen Mozart-Konzerte und stoßen in den beiden Moll-Stücken bereits das Tor zur Frühromantik auf.

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Purcell

fantazias
Chelys Consort of Viols

BIS 2583

1 CD/SACD stereo/surround • 63min • 2019

11.04.202210 10 10

Öfter zitiert als durchdacht wird Goethes Skriptum über das Quartettspiel, man höre da „vier vernünftige Leute sich untereinander unterhalten“ und „glaubt, ihren Diskursen etwas abzugewinnen“: passiert doch in den Streichquartetten von Haydn und Mozart soviel an sprachlichem Handeln gleichzeitig, dass eher handfeste Sprachverwirrung herrschen würde. Perfekt hingegen passt die Diskursmetapher auf das vorliegende Album mit Fantasias von Henry Purcell, dessen Musik Goethe im Rahmen der damals grassierenden Shakespeare-Begeisterung kennengelernt hat.

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Tālivaldis Ķeniņš

Symphonies Nos. 5 & 8, Aria

Ondine ODE 1388-2

1 CD • 53min • 2021

18.04.202210 10 10

Die Gesamtaufnahme der Symphonien des in Lettland geborenen, nach seinen Studien in Riga und Paris ab 1951 in Kanada ansässigen Komponisten Tālivaldis Ķeniņš (1919-2008) auf Ondine schreitet voran. Und mit jeder CD erscheinen einerseits neue Aspekte dieses hochinteressanten – nach eigener Einschätzung – Eklektikers, der freilich über ein ganz außerordentliches Handwerk aller modernen Techniken verfügte.

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Scenes from the KALEVALA

BIS 2371

1 CD/SACD stereo/surround • 71min • 2017, 2018

25.04.202210 10 10

Das finnische Nationalepos Kalevala, das der Arzt Elias Lönnrot 1835 auf Grundlage selbstgesammelter Volksdichtungen geschaffen hatte, inspirierte ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zahlreiche Komponisten zu musikalischen Werken. Das Verdienst, die Geschichten der Kalevala-Gesänge international unter Musikfreunden bekannt gemacht zu haben, kommt dabei zweifelsohne Jean Sibelius zu, der sich von ihnen während seiner gesamten Schaffenszeit zu symphonischen Kompositionen inspirieren ließ (Kullervo-Symphonie, Lemminkäinen-Legenden, Pohjolas Tochter, Luonnotar, Tapiola).

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Werman Merkel Reger

Complete Works for Violoncello and Organ

MDG 903 2206-6

1 CD/SACD stereo/surround • 73min • 2020

02.05.202210 10 10

Es ist die Kombination zweier ungleicher Partner: Orgel und Cello. Erstere kann infernalische Klanggewalten entfesseln aber auch sanft säuseln, Letzteres ist ein Synonym für melodischen Schmelz hat aber eindeutig das Nachsehen, wenn es um die Klanggewalt geht. Das muss aber kein Nachteil sein. Dass so etwas gut gehen kann, zeigt die vorliegende Einspielung mit Musik für Orgel und Cello, die der Organist Gordon Safari und die Cellistin Hannah Vinzens eingespielt haben.

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Auguste Fauchard

Complete Organ Works

cpo 555 506-2

3 CD/SACD stereo • 3h 17min • 2014, 2021

09.05.202210 10 10

Wie viele Entdeckungen würden uns entgehen, wenn Musiker wie Friedhelm Flamme sich nicht in die Werke Unbekannter verliebten? Wir würden so die vier großen Sinfonien des Komponisten, Priesters und Orgelvirtuosen Auguste Fauchard (1881-1957) zu Unrecht übersehen. Sie sind technisch mindestens ebenso anspruchsvoll wie diejenigen seines Lehrers Louis Vierne, stehen dabei jedoch musikalisch eher den Werken Alexandre Guilmants, Charles-Marie Widors und in ihrer Vorliebe für von der Gregorianik inspirierte Modalität denen Eugène Gigouts nahe.

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Armand-Louis Couperin

Complete Solo Harpsichord Music

Brilliant Classics 95459

2 CD • 1h 53min • 2020

16.05.202210 10 10

Die Couperins waren die bedeutendste Musikerdynastie des französischen Barocks; 173 Jahre lang stellte die Familie die Organisten der Kirche St. Gervais in Paris. Armand-Louis Couperin (1727-1789) war der Neffe von Louis Couperin (1926-1661) und Vetter von François Couperin «Le Grand» (1668-1721). Armand-Louis erbte die Stelle an St. Gervais von seinem Vater Nicolas, der 1748 starb. 1773 gab er sie auf; er überließ sie und die damit verbundenen Pflichten seinem Sohn Pierre-Louis als Nachfolger. Auch danach entfaltete Armand-Louis allerdings eine umfangreiche Tätigkeit als gefeierter Virtuose auf der Orgel und am Cembalo.

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