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CD-Besprechung

Robert Waechter GoeddeConcerto

music and the fine art photography of Steve Diet Goedde

Ready Made Music RMP 1100

1 CD • 65min • [P]

14.07.2009

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 7
Klangqualität:
Klangqualität: 7
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 7

„Musik allein kann keine Geschichte erzählen – noch ist dies einem Bild möglich“; Robert Waechters These zeugt von wenig Glauben an die autonome Kraft der einzelnen Ausdrucksform. Aber vielleicht sollte man dieses Statement eher positiv sehen in Bezug auf die Idee vom Gesamtkunstwerk. Der aus Österreich stammende Violinist und Konzertmeister des Nizza-Sinfonieorchesters pflegt kreative Verbindungen zum US-Fotografien Steve Diet Goedde, der seinerseits eine Kapazität in Sachen erotischer Fetisch-Mode-Fotografie darstellt und seine weiblichen Models gerne – aber nicht ausschließlich! – in High Heels und schwarzglänzend gekleidet sieht.

Jetzt schuf Robert Waechter einen Soundtrack zu Goeddes Fotokunst. „Goedde Concerto“ – so der Titel der CD – will Lust machen, sich den fotografischen Inszenierungen zuzuwenden, die natürlich auch in ausgewachsenen Bildbänden erhältlich sind!

21 musikalische Abschnitte stehen 21 Fotografien von Steve Diet Goedde im Booklet dieser CD gegenüber. Oft mit abgewandtem Blick, aber auch in hochmütigen oder devoten Posen inszeniert Goedde aufs kunstvollste seine Models – in klassischer Schwarzweiß-Bildführung und in karger Inszenierung. State of the Art, kann man wohl sagen.

Doch dann bohrt sich Waechters stark expressiv aufgeladener, oft geradezu schneidender Violinton in die Szenerie hinein – nicht wirklich glücklich scheint die Soundmischung, der man eine größere Ausgewogenheit für die Gesamtidee wünschen würde. Hat man sich darauf eingelassen, dann tragen weit ausgedehnte Melodienbögen dennoch ganz stimmungsvoll durch die Bilder, vorausgesetzt, man hört sie leise, diese CD. Waechters Violine schraubt sich gar himmelhoch, singt Klagesänge und suggeriert cineastische Tragik.

Das dominierende Streichinstrument wird mit vielen Anspielungen auf die Minimal Music kontrastiert. Reichhaltige stistische Bezüge zur Minimal Music, etwa Lyrismen wie bei Philip Glass, ruhelose bis scheppernde Arpeggios aus diversen Synthezisern, verspielte, repetitive Synkopenpatterns des Klaviers oder trickreich aus der Popmusik adaptierte Akkordfolgen lassen in den stärksten Momente Assoziationen an Michael Nymans Filmmusiken zu, stoßen im Zusammenwirken mit dem Violin-Pathos aber auch an die Kitschgrenze. So etwas muss auf die Dauer vor den subtilen Qualitäten und der verführerischen Kraft von Goeddes Bildinszenierungen kapitulieren. Solide funktionale Filmmusik würde das „Goedde-Concerto“ aber dennoch abgeben – idealerweise bei etwas sanfterer Abmischung ...

Stefan Pieper [14.07.2009]

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