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CD-Besprechung

Hungaroton HCD 32623

1 CD • 70min • 2008

21.12.2009

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 7
Klangqualität:
Klangqualität: 9
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Der 1759 in Mähren geborene Franz Krommer (auch: Kramár), der nach verschiedenen Anstellungen (unter anderem als Kapellmeister der Kathedrale von Pécs und Ballettkapellmeister des Wiener Hoftheaters) schließlich 1818 zum letzten kaiserlichen „Hofcompositeur“ der Habsburger avancierte, war einer der erfolgreichsten Komponisten seiner Zeit. Seine Werke wurden in ganz Europa gedruckt (oft auch in Bearbeitungen) und fanden weiteste Verbreitung. Nach seinem Tod 1831 gerieten sie aus der Mode und man neigte dazu, ihn als Vielschreiber abzutun. Seine Wiederentdeckung fand erst in jüngerer Zeit statt, ausgehend von seinen Bläserkonzerten und seiner Bläserkammermusik.

Dabei war Krommer von Haus aus Geiger und wurde vor allem als vorzüglicher Komponist von Streichquartetten geschätzt, deren er nicht weniger als 72, meist in Dreiergruppen veröffentlicht, hinterließ. Die hier in Ersteinspielung vorgelegten Quartette op. 7, die 1797 erstmals herausgegeben und mehrfach nachgedruckt wurden, bestätigen, dass Krommer wohl der Einzige war, der sich auf diesem Gebiet mit Joseph Haydn messen konnte. Die Quartette folgen dem klassischen viersätzigen Schema, wobei der Titel „Quatuors Concertants“ darauf hinweist, dass die einzelnen Instrumente weitgehend gleichberechtigt behandelt werden und abwechselnd mit quasi solistischen Aufgaben hervortreten. Sie bieten geistvolle, unterhaltsame Musik voller überraschender Wendungen, empfindsam in den Adagio-Variationssätzen und hier und da mit etwas ungarischer Würze in den schnellen Sätzen.

In diesen vermag das 2002 gegründete und auf historischen Instrumenten spielende Authentic Quartet aus Ungarn am ehesten zu überzeugen. Die langsamen Sätze hingegen klingen in dieser Wiedergabe hölzern, ausdrucksarm und langweilig. Die stereotypen „Bäuche“ auf allen langen Noten wirken mechanisch und lassen keine musikalische Linie zur Entfaltung kommen – Kehrseite einer übertriebenen und einseitigen Orientierung an vermeintlich „historischer Spielweise“. Immerhin gebührt den ungarischen Musikern Dank, diese reizvollen Stücke der Vergessenheit entrissen zu haben; hoffentlich werden sich in Zukunft auch andere Quartett-Formationen ihrer annehmen!

Sixtus König † [21.12.2009]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Franz Vinzenz Krommer
1Streichquartett C-Dur op. 7 Nr. 1 00:22:32
5Streichquartett e-Moll op. 7 Nr. 2 00:24:17
9Streichquartett A-Dur op. 7 Nr. 3 00:22:49

Interpreten der Einspielung

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