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CD-Besprechung

Hungaroton HCD 32706

1 CD • 67min • 2011

12.12.2011

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 7
Klangqualität:
Klangqualität: 6
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 6

Das 19. Jahrhundert war das Jahrhundert der Virtuosen, aber auch Haus- und Salonmusik gelangten zu voller Blüte. War die Flöte schon länger ein bei Amateurmusikern äußerst beliebtes Instrument gewesen, so gesellte sich ihr spätestens in der Frühromantik die Gitarre hinzu; beide Instrumente sind von eher dezentem Klang und gut zu transportieren. Zahllose Werke – Serenaden, Sonaten, vor allem aber Variationszyklen über beliebte Weisen – wurden für diese Kombination geschrieben und veröffentlicht. Der Markt verlangte begierig nach eingängiger Musik, die ohne größere Schwierigkeit im häuslichen Ambiente gespielt werden konnte, darunter durchaus Stücke, deren Flötenpart insbesondere virtuose Ansprüüche stellte.

Antonio Maria Nava, dessen Werke im Mittelpunkt der CD stehen, zählte seinerzeit zu den bekanntesten und fruchtbarsten Spielern, Pädagogen und Komponisten für die Gitarre in Italien. Dank der persönlichen Freundschaft mit dem Verleger Giovanni Ricordi erfuhren seine Kompositionen und Bearbeitungen eine weite Verbreitung und erlebten zahlreiche Auflagen, u.a. auch in Deutschland bei Breitkopf & Härtel. Wenn sein Name heute weitgehend aus den Konzertprogrammen verschwunden ist, so wohl vor allem deshalb, weil sich einerseits sein Schaffen ausschließlich auf Kammermusik mit Gitarre beschränkt, zum anderen aber keineswegs kompositorische Meisterschaft für sich in Anspruch nehmen kann. Der beachtliche Erfolg, der seiner Musik zu Lebzeiten beschieden war, lässt darauf schließen, dass sie dennoch den „Nerv der Zeit" zu treffen schien, sicher weniger als Konzertmusik denn als „Spielmusik" im besten Wortsinne.

Als solche verdient sie ihren Platz auch noch heute; Navas Musik aber auf CD zu verewigen, scheint mir angesichts eines überbordenden Klassikmarktes überflüssig. Das junge ungarische Duo Györi/Koltai (beide vielfach preisgekrönte Musikerinnen) gibt zwar sein Bestes, vermag aber die Schwächen der Musik (insbesondere die wenig fantasievolle Harmonik, Melodik und Form) nicht wirklich zu überdecken. „Charmant" ist das Äußerste, was ich mir dazu abringen kann. Überdies trägt die Wohnzimmerakustik nicht eben dazu bei, das Flair der Musik zu heben. Wie bei Hungaroton leider inzwischen Standard, lässt auch das Textheft zu wünschen übrig: Den Einführungsartikel zu Nava präsentiert man in fünf Sprachen (neben Italienisch auch Deutsch, Französisch, Englisch und Ungarisch), die Biografien der Künstlerinnen jedoch nur in Englisch und Ungarisch. Ein zweites Mal würde ich mir die CD sicher nicht anhören. Schade eigentlich, hätten doch die beiden vorzüglichen Musikerinnen weitaus mehr zu bieten, als ihnen Navas Duos abverlangen. Beim nächsten Mal vielleicht, mit einem anspruchsvolleren Programm …

Heinz Braun [12.12.2011]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Antonio Maria Nava
1Serenata op. 63 (über Mercadantes Oper Elisa e Claudio) 00:16:21
8Serenata op. 16 00:14:22
13Drei Duos 00:21:47
16Tema con Variazioni op. 40 00:13:34

Interpreten der Einspielung

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