Schubert
Sonatas
Erich Höbarth • Peter Hörr • Liese Klahn

ars vobiscum 4262394620011
1 CD • 78min • 2022
04.11.2023
Künstlerische Qualität:
Klangqualität:
Gesamteindruck:
Klassik Heute
Empfehlung
Die drei bekannten Sonatinen für Violine und Klavier in D-Dur, a-Moll und g-Moll von Franz Schubert aus dem Jahr 1816 wurden vom Komponisten als Sonaten bezeichnet, doch der rührige Verleger Diabelli versprach sich vom verniedlichenden Titel einen größeren Verkaufserfolg. Acht Jahre später, Schubert war inzwischen 27 Jahre alt, erschien die a-Moll-Sonate für „Arpeggione“, ein hybrides Instrument zwischen Gitarre und Violoncell, das bald in Vergessenheit geriet. Nicht aber das großartige Stück, das heute meist auf dem Cello gespielt wird.
Der Historie auf der Spur
Das Besondere an der neuen Aufnahme dieser vier Kompositionen ist der Einsatz von Originalinstrumenten: Liese Klahn spielt auf einem historischen Hammerflügel von Nanette Streicher, gebaut in Wien 1815, von dem Komponisten und Pianisten Johann Nepomuk Hummel nach Weimar gebracht, Erich Höbarth spielt eine Guarneri-Geige, Peter Hörr ein Cello nach Antonio Stradivari, jeweils mit Darm-Saiten bestückt. Der Aufnahmeort, der Festsaal im Schloss Belvedere zu Weimar, tut das Seine, um die historische Situation möglichst getreu wirken zu lassen. Und dies gilt natürlich auch für den Stil der Wiedergaben.
Musikalische Jugendfrische
Die drei Violinsonaten erklingen frisch und unkompliziert, in den Tempi eher „giusto“ und „moderato“ als „molto“, in der Dynamik eher „forte“ und „piano“ als „fortissimo“ und „pianissimo“, in der Klangbalance sinnvoll abgestuft. So macht es Freude, die originellen Stücke des neunzehnjährigen Schubert zu hören in einer Form, die so nicht oft zu erleben ist.
Krönung dieser CD ist allerdings die Arpeggione-Sonate, die mit ihrem hohen Anspruch an Virtuosität und Spannung von den beiden Interpreten fesselnd dargestellt wird. Der romantische Grundton des Werkes kommt deutlich zur Geltung, auch dank einer Agogik, die mit feinen Tempomodifikationen dem inneren Zusammenhang der drei Sätze auf der Spur bleibt. Die melodische wie die tänzerische Originalität Schuberts kommt in dieser Einspielung überzeugend zum Tragen.
Sorgfältig erstelltes Booklet
Das in die CD-Hülle eingebundene Beiheft ist besonders opulent gestaltet. Der zweifarbig (deutsch und englisch) gedruckte Text gibt genaue Einblicke in die Entstehung und Machart der vier Sonaten, in die Bedeutung der historischen Aufführungspraxis und in den Werdegang der drei Interpreten. Wertvolles Bildmaterial ergänzt die Texte: Auszüge aus Schuberts Autographen, Ansichten der Instrumente und Einblicke in Schuberts Zeit.
Prof. Klaus Trapp [04.11.2023]
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Komponisten und Werke der Einspielung
Tr. | Komponist/Werk | hh:mm:ss |
---|---|---|
CD/SACD 1 | ||
Franz Schubert | ||
1 | Sonate Nr. 1 D-Dur op. posth. 137, 1 D 384 für Violine und Klavier | 00:12:54 |
4 | Sonate Nr. 2 a-Moll op. posth. 137, 2 D 385 für Violine und Klavier | 00:21:38 |
8 | Sonate Nr. 3 g-Moll op. posth. 137, 3 D 408 für Violine und Klavier | 00:18:26 |
12 | Sonate für Arpeggione (Violoncello) und Klavier a-Moll D 821 (Arpeggionesonate) | 00:24:46 |
Interpreten der Einspielung
- Erich Höbarth (Violine)
- Peter Hörr (Violoncello)
- Liese Klahn (Klavier)