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Besprechung CD

Kenneth Hamilton plays Liszt

Volume 3: Demonic and Divine

Prima Facie PFCD251/252

2 CD • 2h 29min • 2025

11.03.2026

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9
Klangqualität:
Klangqualität: 9
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

„Demonic and Divine“ lautet das Motto des bereits dritten Albums, das Klavierwerke von Franz Liszt enthält, gespielt von dem 1963 im schottischen Glasgow geborenen Pianisten Kenneth Hamilton. Dämonisch und Göttlich, das sind Pole, zwischen denen das kompositorische Schaffen des aus dem ungarischen Burgenland stammenden Liszt (1811 – 1886) sich tatsächlich abspielte. Das neue Doppelalbum geht allerdings mit dieser Thematik sehr frei um, bietet eine Auswahl Lisztscher Werke aus verschiedenen Schaffensperioden, wobei offenbar das Prinzip der Abwechslung die Reihenfolge bestimmt.

Bunte Werkauswahl

Aus dem Zyklus Harmonies Poétiques et Religieuses, mit dem sich Liszt jahrelang beschäftigte und der 10 Stücke umfasst, erklingt eine Auswahl von fünf Nummern, verteilt über das gesamte Album. Religiösen Bezug zeigen auch die beiden Legenden, die Vogelpredigt des Franziskus von Assisi und das Wunder des Franziskus von Paolo, die Wogen überschreitend. Als dämonisches Beispiel dient vor allem der Mephisto-Walzer Nr. 1, mit dem das Album effektvoll schließt. Daneben gibt es zahlreiche Bearbeitungen von Opernausschnitten und als fast halbstündiges Kolossalgemälde die Fantasie mit Fuge über den Choral Ad nos, ad salutarem undam aus Meyerbeers Oper Der Prophet in einer Übertragung Busonis von der Orgel aufs Klavier. Aufschlussreich sind einige kurze Stücke aus Liszts späten Jahren wie die Toccata, das Wiegenlied, die Trauergondel oder Unstern.

Hoher Anspruch

An ein solches pianistisch äußerst anspruchsvolles Programm kann sich nur jemand wagen, der über eine brillante Technik verfügt, und dies trifft auf Kenneth Hamilton zu. Allein die Bewältigung des Doppelstücks Scherzo und Marsch aus dem Jahr 1850 mit seinen Trillerfiguren, Läufen und Sprüngen nötigt Respekt ab. Was insgesamt auffällt, ist die Exaktheit, ja Strenge des Zugriffs. Oft würde man sich etwas mehr Flexibilität des Ausdrucks, etwas mehr Eleganz wünschen. Denn Liszt ist bei aller technischen Raffinesse Romantiker, und das bis zu den letzten, bereits mit der Auflösung der Tonalität liebäugelnden Piècen hin.

Prof. Klaus Trapp [11.03.2026]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Franz Liszt
1Invocation (aus Harmonies poétiques et religieuses) 00:06:50
2Sancta Dorothea 00:02:27
3Scherzo und Marsch 00:13:15
5La lugubre gondola 00:08:05
6Liebesszene und Fortunas Kugel (Phantasiestück aus A. von Goldschmidts Die sieben Todsünden) 00:11:07
Richard Wagner/Franz Liszt
7Lohengrins Verweis an Elsa 00:03:04
Franz Liszt
8Pater noster 00:02:42
9Ad nos, ad salutarem undam (Fantasie und Fuge über den Choral aus Meyerbeers Le Prophète) 00:26:36
CD/SACD 2
1Paraphrase sur Robert le Diable (Cavatina aus Meyerbeers Robert le Diable) 00:05:35
2Reminiscenses de Robert le Diable von Meyerbeer 00:11:40
3Franziskus-Legende Nr. 1 (Die Vogelpredigt des hl. Franziskus von Assisi) 00:09:25
4Franziskus-Legende Nr. 2 (Der heilige Franziskus von Paula auf den Wogen schreitend) 00:08:10
5Andante lagrimoso (aus Harmonies poétiques et religieuses) 00:08:02
6Cantique d'amour (aus Harmonies poétiques et religieuses) 00:06:07
7Toccata 00:01:22
8Wiegenlied 00:03:46
9Miserere d'après Palestrina 00:03:58
10Unstern. Sinistre. Disastro 00:05:29
11Mephisto-Walzer Nr. 1 00:11:14

Interpreten der Einspielung

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