CD • SACD • DVD-Audio • DVD Video
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Prokofiev
Michał Balas
Pilsen Philharmonic Orchestra • Chuhei Iwasaki
Berlin Classics 0304474BC
1 CD • 8min • 2025
24.04.2026 • 9 9 9
Unter der Bezeichnung „Sinfonia concertante“ verbirgt sich ein bedeutendes Cellokonzert, das Sergei Prokofiev (1891 -1953) im Jahr 1952 vollendet hat. Als Grundlage diente ihm ein bereits in den dreißiger Jahren entstandenes Cellokonzert op. 58, das er auf Anregung des Cellisten Mstislaw Rostropowitsch überarbeitete. Dabei entstand ein vierzig Minuten dauerndes Werk, das an den Solisten wie an das Orchester höchste Anforderungen stellt. Der Komponist starb, ohne die Endfassung erlebt zu haben.
re:colored
Trianima
fusion chamber music
Ars Produktion ARS 38 697
1 CD • 60min • 2025
20.01.2026 • 9 9 9
Das 2024 in Wien gegründete Ensemble Trianima spielt in der außergewöhnlichen Besetzung von Klarinette, Harfe und Violoncello. Auch das Repertoire des Trios ist einzigartig; Es reicht von Klassik über Jazz und Filmmusik bis zur zeitgenössischen Kammermusik. Die Musikerinnen selbst reden von „fusion chamber music“. Dabei sind die drei – Isabel Goller (Harfe), Johanna Gossner (Klarinette) und Marlies Guschlbauer (Cello) – eigentlich in der klassischen Musik zuhause. Goller hat die Südtirol Filarmonica mitgegründet, Gossner ist Akademistin bei den Wiener Philharmonikern, und Guschlbauer tourt weltweit mit verschiedenen Kammermusik-Ensembles. Den Namen „Trianima“ leiten die Damen von der musikalischen Vortragsbezeichnung „con anima“ ab, „mit Seele“, die sie mit der Zahl Drei verbinden.
Origin
Michiaki Ueno
la dolce volta LDV 140
1 CD • 65min • 2024
05.12.2025 • 9 9 9
Die westliche Solo-Cello-Literatur wird dominiert von wenigen großen Namen: Bach, Reger, Britten, Kodály – um einige der wichtigsten zu nennen. Der Cellist Michiaki Ueno blickt mit seinem Debüt-Album „Origin“ nach Fernost und präsentiert uns – zum überwiegenden Teil in Weltersteinspielungen – vor allem Werke von KomponistInnen seiner Heimat Japan. Das ist unerhört spannend und eröffnet der Celloliteratur aufregend neue Hörräume.
Opium
Eckart Runge & Jacques Ammon
Berlin Classics 0303974BC
1 CD • 71min • 2025
25.11.2025 • 10 10 10
Einen Ausflug in die Musik der 1920er Jahre machen der Cellist Eckart Runge und sein Pianist Jacques Ammon auf ihrer neuen CD mit dem vielversprechenden Titel „Opium“. Mit Musik von George Gershwin, Kurt Weil, Hanns Eisler, Erich Wolfgang Korngold, Ernest Bloch, Paul Hindemith, Gustav Mahler, Maurice Ravel, Germaine Tailleferre, Erik Satie und Jacob Gade entführen die beiden Musiker nach Paris und Berlin, in die Cafés und Varietés der damaligen Zeit. Doch die CD trägt nicht umsonst den Untertitel „Licht und Schatten der 20er Jahre“, thematisieren Runge und Ammon doch neben dem Wirtschaftswunder auch die größer werdende Arbeitslosigkeit und Wohnungsnot in den großen Städten.
Daniel Schnyder
Cello Concerto • Concerto Populaire
Avie AV2804
1 CD • 73min • 2017, 2020, 2023, 2025
05.11.2025 • 8 9 8
Der 1961 in Zürich geborene Jazz-Saxophonist, Flötist und Komponist Daniel Schnyder lebt schon lange in New York und beherrscht die Kunst des Crossover zwischen Jazz, Klassik und Weltmusik wie nur wenige Zeitgenossen. Die vorliegende CD, vor allem mit Stücken, die er für den schweizerisch-französischen Cellisten Christoph Croisé komponiert hat, wurde zwischen 2017 und 2025 an verschiedenen Orten aufgenommen: Zürich, Niederlenz (Schweiz) und Berlin.
Fratres
Benedict Kloeckner Cello • Kai Schumacher Piano
Berlin Classics 0304116BC
1 CD • 67min • 2024
30.09.2025 • 8 9 8
Auf dem vorliegenden Album finden mit dem Cellisten Benedict Kloeckner und dem Pianisten Kai Schumacher zwei Künstler zueinander, deren Aktivitäten der vergangenen Jahre eigentlich eher wenige Überschneidungen hatten: Kloeckner ist insgesamt vorwiegend im klassischen Repertoire beheimatet und hat bereits eine ganze Reihe CDs sicher nicht nur, aber insbesondere mit allerhand Werken des cellistischen Standardrepertoires eingespielt, während sich Schumacher neben amerikanischer Klaviermusik der vergangenen 100 Jahre vor allem im Bereich des Crossover bewegt, oft auch mit Eigenkompositionen.
Henriëtte Bosmans
Sonata for Violoncello and Piano • Nocturne • Impressions
Raphael Wallfisch • Ed Spanjaard • Sharon Griffiths
cpo 555 737-2
1 CD • 54min • 2025
04.09.2025 • 7 8 8
Henriëtte Bosmans (1895–1952) gehörte als Tochter der jüdischen Pianistin Sara Benedicts‘ zu den „verbotenen Komponisten“ während der Besatzung der Niederlande durch die Nazis. Ihr Vater Henri, der allerdings bereits 1896 verstarb, war zuvor erster Solocellist des neugegründeten Concertgebouworkest. Wohl daher rührte die besondere Affinität der jungen Komponistin zum Violoncello. Und obwohl vor allem ihre späten Lieder seit etwa 30 Jahren wieder in Konzertprogrammen auftauchen, veröffentlichte cpo erst kürzlich die beiden wirklich erstaunlichen Cellokonzerte Bosmans‘ als Erstaufnahmen: mit dem britischen Cellisten Raphael Wallfisch und dem niederländischen Dirigenten und Pianisten Ed Spanjaard. Nun haben sich die beiden Künstler der Kammermusik für Cello und Klavier angenommen.
Chant du Ménestrel
Rachmaninoff • Tchaikovsky • Glazunov • Shor • Arutiunyan • Baghdarsaryan
Narek Hakhnazaryan • Wiener Symphoniker • Tigran Hakhnazaryan
Ars Produktion ARS 38 683
1 CD • 69min • 2018
02.09.2025 • 9 9 9
Seit er 2011 im Alter von erst 22 Jahren den 1. Preis beim XVII. Tschaikowski-Wettbewerb gewann, ist der armenische Cellist Narek Hakhnazaryan prinzipiell eine bekannte Größe in der Musikszene unserer Zeit, und die Liste der Musiker und Ensembles, mit denen er bereits gemeinsam musiziert hat, liest sich illuster. Insofern mag es erstaunen, dass seine Diskographie bislang eher schmal ist, und tatsächlich scheint das vorliegende Album (das allerdings bereits vor sieben Jahren aufgenommen wurde) seine erste Solo-CD im eigentlichen Sinne zu sein. Als einziges umfänglicheres Werk stehen Tschaikowskis Rokoko-Variationen im Zentrum eines Programms aus vorwiegend russischen und armenischen Stücken, darunter Klassiker wie Rachmaninows Vokalise. Am Pult der Wiener Symphoniker steht Hakhnazaryans um zehn Jahre älterer Bruder Tigran.
Johann Stiastny
Works for Two Violoncellos Vol. 3
Alexander Hülshoff • Martin Rummel
paladino music PMR0133
2 CD • 2h 00min • 2023
26.08.2025 • 9 9 9
Wohl weitgehend unbeachtet von der Mehrheit der Musikfreunde gibt es gerade aus dem 18. und 19. Jahrhundert ein recht beachtliches Repertoire von Duetten für zwei Violoncelli, in der Regel aus der Feder von komponierenden Cellisten, mal eher hausmusikalisch geprägt, mal mit pädagogischem Hintergrund, mal dezidiert virtuos. Vieles davon erweist sich bei näherem Hinsehen als durch und durch angenehme, wohlklingende, unterhaltsame Musik, zumal kaum ein Melodieinstrument ob seines Facettenreichtums von der großen bis zur zweigestrichenen Oktave so geeignet für homogene Besetzungen ist wie das Cello.
Henriëtte Bosmans
Cello Concertos 1 & 2 • Poème
Raphael Wallfisch • BBC Scottish Symphony Orchestra • Ed Spanjaard
cpo 555 695-2
1 CD • 79min • 2024
06.08.2025 • 8 8 9
Seit etwa vierzig Jahren begegnet man der Musik der Amsterdamer Komponistin Henriëtte Bosmans (1895–1952) auf Tonträgern, zunächst eher sporadisch, in den letzten Jahren schon deutlich regelmäßiger. Die vorliegende Neuveröffentlichung des Labels cpo stellt nun ihr Schaffen für Violoncello und Orchester vor, wobei es sich bei den beiden Konzerten zum Ersteinspielungen handelt. Mit Raphael Wallfisch spielt ein ausgewiesener Spezialist für Neuentdeckungen und Premieren den Solopart, und auch der Dirigent Ed Spanjaard dürfte gerade Freunden niederländischer Musik ein Begriff sein; hier dirigiert er das BBC Scottish Symphony Orchestra.
Dutch Cello Sonatas Vol. 9
Daniel von Goens
MDG AU'D 903 2359-6
1 CD/SACD stereo/surround • 70min • 2024
17.06.2025 • 9 9 9
Alle Achtung: Bei der mittlerweile schon neunten CD ist die Reihe „Dutch Cello Sonatas“ angekommen! Das verdient schon mal Respekt, anscheinend scheint es hier einiges an Repertoire zu geben, was eine Entdeckung wert ist, denn gemeinhin spielen niederländische Komponisten im Konzertrepertoire zumindest hierzulande keine besonders hervorgehobene Rolle. Deshalb ist der Entdeckermut des Duos Doris Hochscheid, Violoncello, und Franz van Ruth, Klavier, um so mehr zu würdigen.
An Estern Trip
Rózsa | Kódaly | Prokofiev | Shchedrin
Sabine Weyer piano • Dimitri Maslennikov cello
Quartz Classics QTZ 2166
1 CD • 66min • 2024
14.06.2025 • 9 9 9
Auf „An Eastern Trip“ feiern der russische Cellist Dimitri Maslennikov und die luxemburgische Pianistin Sabine Weyer die osteuropäische Kammermusik für Cello. Das Album, veröffentlicht beim britischen Label Quartz, präsentiert ein vielseitiges Programm mit Werken von Miklós Rózsa, Sergei Prokofjew, Zoltán Kodály und Rodion Schtschedrin. Höhepunkt der CD ist Prokofjews Sonate für Violoncello und Klavier op. 119, deren komplexe Stimmungsschwankungen Maslennikov und Weyer meisterhaft einfangen. Puppenhafte Motorik wechselt mit lyrischen Momenten; besonders im Mittelsatz offenbart das Duo emotionale Tiefe.
Miklós Rózsa
Sinfonia concertante op. 29, Rhapsody op. 3, Notturno ungherese op. 28
Capriccio C5535
1 CD • 57min • 2024
27.05.2025 • 9 9 9
Es scheint das Schicksal mancher Komponisten zu sein, permanent in die falsche Schublade gesteckt zu werden. Nino Rota ist so ein Fall, der gemeinhin auf seine Filmpartituren reduziert wird, aber auch ein durchaus nennenswertes Schaffen im sogenannten Ernsten Genre vorweisen kann. Mit Miklós Rózsa verhält es sich ähnlich. Fast scheint es, als wären ihm wie bei Rota einige seiner geradezu ikonisch gewordenen Filmmusiken zum „Verhängnis“ geworden. Wer Klassiker wie Ben Hur, Quo Vadis, El Cid oder Der Dieb von Bagdad komponiert hat, kommt aus dieser Schublade wohl kaum mehr raus. Schade eigentlich, denn nicht zuletzt diese von der Deutschen Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz unter der Leitung von Gregor Bühl eingespielte CD könnte dieses Bild nachhaltig ändern.
Eberhard Klemmstein
Konzert für Violine und Orchester • Konzert für Violoncello und Orchester
Hey!Classics LC 29640
1 CD • 64min • 2022, 2017
29.04.2025 • 8 9 8
Der 1941 geborene Bratschist und Komponist Eberhard Klemmstein hat bisher über 70 Werke geschaffen. Die beiden Solokonzerte, die auf dieser CD vereint sind, sprechen eine freitonale Sprache und sind dabei formal an klassischen Vorbildern orientiert. Sie halten sich an die Satzfolge schnell – langsam – schnell, und sie folgen dem Prinzip der thematischen Arbeit, auch wenn die tonalen Wurzeln locker sind. Beide Werke stellen den Solisten anspruchsvolle Aufgaben, betonen aber zugleich die sinfonische Rolle des Orchesters. Streicher wie Bläser sind gemeinsam mit dem jeweiligen Solisten am fließenden Fortgang des farbig klingenden Tonsatzes beschäftigt, der durch die häufige Wiederholung der modal wirkenden Motive und Phrasen gegliedert ist.
Kabalevsky 2nd & Schumann
Cello Concertos
Theodor Lyngstad
OUR Recordings 8.226926
1 CD • 53min • 2021
06.04.2025 • 10 10 10
Der norwegische Cellist Theodor Lyngstad, Jahrgang 1993, ist seit 2019 Solocellist beim Philharmonischen Orchester Kopenhagen (bzw. in aktueller Eigenbezeichnung Copenhagen Phil – hele Sjællands symfoniorkester). Mit dem vorliegenden Album gibt er sein CD-Debüt, sekundiert von „seinem“ Orchester unter der Leitung der finnischen Dirigentin Eva Ollikainen (derzeit Chefdirigentin des Isländischen Sinfonieorchesters). Vergleichsweise ungewöhnlich ist dabei die Kombination von Kabalewskis Cellokonzert Nr. 2 und Schumanns Cellokonzert, wobei Lyngstad selbst allerdings durchaus berechtigt auf eine Reihe von Parallelen zwischen den beiden Werken hinweist, speziell atmosphärischer Natur.
Ludwig van Beethoven
Complete Works for Cello and Piano • 2
Naxos 8.574530
1 CD • 72min • 2023
05.12.2024 • 8 9 8
Gabriel Schwabe, der aus Berlin stammt, erhielt Preise bei drei renommierten Cello-Wettbewerben: Grand Prix Emanuel Feuermann in Berlin, Concours Rostropovich in Paris und Pierre Fournier Award in London. Sein langjähriger Duopartner ist der englische Pianist Nicholas Rimmer. Die beiden haben schon gemeinsame Aufnahmen mit Werken von Schumann oder Brahms vorgelegt. Vor zwei Monaten erschien bei Naxos der erste Teil ihrer Gesamtaufnahme von Beethovens Musik für Cello und Klavier. Nun folgt bereits der zweite Teil.Im Mittelpunkt stehen Beethovens fünf Cellosonaten, die sich auf alle Phasen seines Schaffens verteilen. Beethoven löst hier das Cello aus seiner im Generalbass verwurzelten Begleiter-Rolle und macht es zum gleichberechtigten Partner des Klaviers.
Ludwig van Beethoven
Complete Works for Cello and Piano • 1
Naxos 8.574529
1 CD • 72min • 2023
01.12.2024 • 10 10 10
Aufnahmen der Cello-Sonaten von Ludwig van Beethoven gibt es zahlreich, auch das Label Naxos hat alle Werke für Cello und Klavier im Programm (1991 mit Jenő Jandó und Csaba Onczay) – trotzdem startet Naxos eine Neuaufnahme mit dem Cellisten Gabriel Schwabe und dem Pianisten Nicholas Rimmer. Gabriel Schwabe wurde 1988 in Berlin geboren und hat die drei renommiertesten Cello-Wettbewerbe gewonnen: den Grand Prix Emanuel Feuermann in Berlin, den Concours Rostropovich in Paris und den Pierre Fournier Award in London. Er gastiert in der ganzen Welt mit den berühmtesten Orchestern und bei den bekanntesten Festivals. Das Label Naxos hat ihn unter Exklusiv-Vertrag. Nicholas Rimmer ist 1981 in England geboren, hat in Hannover Klavier und Musikwissenschaft in Cambridge studiert und ist ein sehr gefragter Kammermusiker.
Alle Menschen werden Schwestern
Anouchka & Katharina Hack
Berlin Classics 0303414BC
1 CD • 74min • 2024
21.11.2024 • 9 9 9
Die Schwestern Anouchka und Katharina Hack wuchsen in Dortmund auf und spielen seit ihrer Kindheit Cello und Klavier. Auf ihrem zweiten gemeinsamen Album demonstrieren sie familiäre Verbundenheit unter dem Titel „Alle Menschen werden Schwestern“. Zu hören sind Werke von komponierenden Geschwistern, gemeinsame Improvisationen sowie das neunminütige Titelstück der ukrainischen Komponistin Marina Baranova. Sie hat, auf Anregung der Schwestern, Beethovens „Ode an die Freude“ in einem spätromantischen Tonfall weitergedacht.
Estelle Revaz
Caprices for Violoncello Solo by Dall'Abaco
Solo Musica SM 469
1 CD • 43min • 2022
09.11.2024 • 8 7 7
Denkt man an Solowerke für Violoncello, so fallen zunächst vor allem Johann Sebastian Bachs sechs Suiten ein, die wohl zu den schönsten und bekanntesten Werken der Gattung gehören. Welche Bedeutung Bachs Suiten für Interpretinnen und Interpreten bis heute haben, ist hinreichend bekannt. Weniger bekannt ist jedoch, welche Bedeutung Bachs Pionierarbeit auch für Komponisten hatte. Dem verschafft die Schweizer Cellistin Estelle Revaz nun zumindest in Teilen Abhilfe: Auf ihrer neuen CD, die bei Solo Musica erschienen ist, hat sie Caprices für Violoncello solo von Joseph Clément Ferdinand Barone Dall’Abaco eingespielt. Ausgebildet wurde dieser im Cellospiel von seinem Vater, Evaristo Felice Dall’Abaco, der bereits durch Bachs Suiten festgestellt hatte, dass sich die Cellisten der damaligen Zeit noch sehr verbessern müssten, um das zunehmend anspruchsvollere Repertoire spielen zu können und vor allem auch den Sprung vom Begleit-Instrument zum Solopart zu schaffen.
»Cellologue«
Simone Drescher
GWK Records 159
1 CD • 53min • 2022
19.10.2024 • 10 10 10
Wenn Simone Drescher im Booklet ihrer neuen CD als eine der „interessantesten Cellistinnen ihrer Generation“ angekündigt wird, sollte man das nicht nur als Allgemeinplatz und typischen PR-Text abtun. Spätestens nach dem Hören dieser CD schwant dem geneigten Musikfreund, dass da durchaus was dran sein könnte, denn Simone Drescher bietet hier nicht nur ein äußerst spannendes Programm, das verschiedene Facetten des Cellos und Cellospiels ebenso wie seine Historie mit modernen bzw. zeitgenössischen Kompositionen spiegelt. Die Bandbreite reicht von einer Suite von Enric Casals, dem Bruder des berühmten Cellisten Pablo Casals, bis hin zu Werken von Pēteris Vasks und David Chaillou.
J.S. Bach
Six Suites for Cello Suites
Henrik Dam Thomsen
OUR Recordings 8.226921-22
2 CD • 2h 14min • 2024
22.08.2024 • 10 10 10
Johann Sebastian Bachs sechs Suiten für Violoncello BWV 1007-1012 könnte man als seine „Italienischen Suiten“ bezeichnen, wäre da nicht die ausgesprochen stark französelnde Fünfte. Besser trifft es als Analogon zum Wohltemperierten Klavier der Pianisten wahrscheinlich „Das Alte Testament der Cellisten“. Doch anders als bei diesem, steht hier ein Neues Testament noch aus. Somit verwundert es nicht, dass jeder Cellist von Rang diese sechs – von Pablo Casals dem Konzertrepertoire wieder zugeführten – Zyklen auf Tonträger verewigen möchte. Henrik Dam Thomsen war sich der Verantwortung derart bewusst, dass er bald 50 Jahre wartete, seine reichen Erfahrungen mit diesen Stücken zu dokumentieren.
Anthony Girard
Loin, toujours plus loin
Musique de chambre
CiAr Classics CC 015
1 CD • 62min • 2021
15.08.2024 • 8 8 8
Tonal zu komponieren ist heutzutage wieder en vogue. Das Spektrum reicht von New Age-Klangwelten bis hin zu üppigster Spätromantik. Erlaubt ist was gefällt, und da es vielen Hörern gefällt, findet auch solche Musik ihre Fangemeinde. Eine ganz spezielle Nische hat sich der Komponist Anthony Girard ausgesucht. Er ist in der französischen Klangwelt zu Hause und komponiert über weite Strecken wie ein direkter Nachfahre französischer Klangzauberer wie Debussy, Ravel oder Magnard.
Rachmaninoff
Piano Trios 1 & 2 • Romances opp. 21 & 38
Avie AV2691
1 CD • 77min • 2024
18.07.2024 • 10 10 9
Sergei Rachmaninow (1873 – 1947) hat nur wenig Kammermusik komponiert. Dazu gehören die beiden Klaviertrios aus der Frühzeit, die den für den russischen Meister charakteristischen Beinamen „élégiaque“ tragen. Das einsätzige Trio Nr. 1 in g-Moll entstand 1892, kurz nach dem Abschluss des Studiums am Moskauer Konservatorium, das dreisätzige Trio Nr. 2 in d-Moll im Jahr 1893 als Hommage an das große Vorbild Tschaikowsky nach dessen plötzlichem Tod.
Joseph Haydn
Cello Concertos
Michał Balas, Kurpfälzisches Kammerorchester, Christian Erny
Berlin Classics 0303340BC
1 CD • 49min • 2023
13.07.2024 • 10 10 10
So oft Haydns Cellokonzerte auch schon eingespielt worden sind – mit dem jungen polnischen Cellisten Michaeł Balas hört man sie frisch und wie neu. Mehr elegant als zupackend, so feurig wie feinsinnig, so samtig wie singend und alles im interpretatorischen Einklang mit Orchester und Dirigent. Und auch als Kadenzen-Komponist erweist sich der Cellist als versierter Solist und Stilist.
Gabriel Erkoreka
Cello concerto "Ekaitza", Tres Sonetos de Michelangelo, Piano Concerto "Piscis"
Ondine ODE 1442-2
1 CD • 72min • 2023
03.07.2024 • 10 10 10
Dass Gabriel Erkoreka (Jahrgang 1969) längst zu den gewichtigsten lebenden spanischen Komponisten gezählt werden muss, beweist diese Einspielung dreier konzertanter Werke der letzten 15 Jahre. Das Klavierkonzert Piscis, das Cellokonzert Ekaitza sowie die Tres Sonetos de Michelangelo können mit ihrer komplexen, dabei hochemotionalen Orchestersprache total begeistern. Drei staunenswerte Solisten und das Baskische Nationalorchester unter Juanjo Mena liefern hierbei eine Visitenkarte allerersten Ranges ab.
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:INNEN
PASCHENrecords PR 240086
1 CD • 50min • 2023
26.06.2024 • 9 9 8
Die CD der Cellistin Sophie-Justine Herr sagt im Titel schon fast alles „:innen“ lautet dieser und ja, die Musik der Aufnahme stammt ausnahmslos aus der Feder von Komponistinnen. Natürlich hat die junge Cellistin recht, wenn sie anprangert, was schon lange ein Manko in der Musikszene, aber auch sonst in der Kulturszene ist, nämlich dass Frauen immer noch eher als Interpretinnen gesehen werden und weniger als Schöpferinnen. Und durch die Jahrhunderte hinweg wurden ihre Werke – unabhängig von der Qualität – nicht gleich bewertet und behandelt wie die Musik der Männer. Daher bringt die Cellistin auf dieser Aufnahme nun zwei ‚Minderheiten‘ zusammen, nämlich die zeitgenössische Musik und die Musik von Frauen. Auf „:innen“ erklingen Werke für Violoncello solo von Younghi Pagh-Paan (Jg.1945), Kaija Saariaho (1952-2023), Judith Shatin (Jg.1949), Elisenda Fábregas (Jg.1955) und Teresa Grebchenko (Jg. 1984).
Postscriptum
Stanislas Kim | Marie Rosa Günter
Genuin GEN 24861
2 CD • 2h 02min • 2022
20.06.2024 • 10 10 10
Die noch recht junge Braunschweiger Pianistin Marie Rosa Günter überraschte letztes Jahr mit einer Aufnahme von Beethovens Hammerklaviersonate, die schon Referenzqualitäten aufwies. Im vorliegenden, gut zweistündigen Doppelalbum „Postscriptum‟ widmet sie sich mit ihrem französischen, mehrfach preisgekrönten Cellopartner Stanislas Emanuel Kim Musik Petersburger Komponisten. Zeitlich beginnend mit zwei Stücken von Anton Arensky aus dem Jahre 1887 zieht sich ein großer Bogen mit Schwerpunkt Schostakowitsch über Tonkünstler wie Boris Tischtschenko bis hin zur Serenade für zwei Violoncelli von – und mit – Kims Lehrer Leonid Gorokhov (2021). Neben der klassischen Duobesetzung Cello/Klavier gibt es zudem Solomusik für Cello bzw. Klavier. Das mag zunächst etwas inkonsistent erscheinen, erweist sich aber für den Hörer nicht nur als äußerst unterhaltsam und abwechslungsreich, sondern gibt tiefe Einblicke in den erstaunlich weiten Kosmos der Musik St. Petersburgs – bzw. Leningrads.
Jeremias Fliedl
Transformation
Villa-Lobos • Stravinsky • Hindemith • Tchaikovsky
Berlin Classics 0303274BC
1 CD • 56min • [P] 2024
11.03.2024 • 10 10 10
„Transformation“ hat der junge Cellist Jeremias Fliedl, Jahrgang 1999 und u.a. noch Schüler des großen Heinrich Schiff, sein Debütalbum genannt, und in der Tat greifen alle vier hier versammelten Werken auf unterschiedliche Weise Material oder stilistische Charakteristika von Musik vergangener Zeiten auf und unterziehen sie einem Transformationsprozess. Fliedl zur Seite stehen dabei das Württembergische Kammerorchester Heilbronn unter der Leitung von Emmanuel Tjeknavorian, der nicht nur Geiger ist, sondern sich mittlerweile so wie sein Vater Loris auch als Dirigent einen Namen gemacht hat.
1883
R. Strauss | Grieg | Fauré
Christoph Croisé | Oxana Shevchenko
Avie AV2632
4 CD • 63min • 2021
06.01.2024 • 9 9 9
Das Violoncello hinterließ im Jahr 1883 gewichtige Spuren in der Musikgeschichte. Das beweist die Aufnahme des Schweizer Cellisten Christoph Croisé, die drei wegweisende Werke aus diesem Jahr kombiniert: Edvard Grieg schuf die a-Moll-Sonate, sein einziges Werk für Cello und Klavier. Die F-Dur-Sonate des jugendlichen Richard Strauss wurde uraufgeführt und Gabriel Fauré veröffentlichte seine Élégie op. 24.
Deserno plays Dinescu
Works for Violoncello by Violeta Dinescu
Kaleidos KAL 6365-2
1 CD • 75min • 2021, 2022
05.01.2024 • 8 10 8
Es ist bemerkenswert, wie gut das Schaffen Violeta Dinescus (Jg. 1953) auf CD dokumentiert ist, jedenfalls im Bereich der Kammermusik, die aber als einer der expliziten Schwerpunkte ihres Œuvres durchaus repräsentativen Charakter besitzen dürfte. So listet der CD-Versand jpc stattliche 17 derzeit erhältliche Alben, die zu wesentlichen Teilen der Musik Dinescus gewidmet sind. Einer der Gründe dafür sind eine Reihe engagierter Interpreten und Label, die sich für die Werke der in Rumänien geborenen, mittlerweile schon lange in Oldenburg wirkenden Komponistin einsetzen.
UPHEAVAL
Janne Fredens Cello & Søren Rastogi Piano
OUR Recordings 0747313168361
1 CD • 61min • 2023
04.01.2024 • 10 9 9
Das dänische Künstler- und Ehepaar Janne Fredens und Søren Rastogi engagiert sich für die unbekannte Kammermusik von Komponistinnen. Auf ihrer CD „Upheaval“ präsentieren die Cellistin und der Pianist vier Duowerke aus dem frühen 20. Jahrhundert. Der Titel „Upheaval“, zu Deutsch „Umwälzung“ oder „Aufruhr“, bezieht sich auf die Entstehungszeit im Umfeld des Ersten Weltkrieges.
Rastrelli Effect
Rastrelli Cello Quartet
Solo Musica SM 417
1 CD • 52min • 2022
15.12.2022 • 9 9 9
Es muss nicht immer das volle Dutzend sein, vier Celli und vier Herren – mehr braucht es eigentlich nicht. Das beweist das Rastrelli Cello Quartet seit immerhin schon 20 Jahren. Aus Anlass dieses Jubiläums hat man eine neue CD aufgenommen, auf der man sich ausschließlich eigenen Werken widmet. Und die sind so bunt und vielfältig wie das breite Repertoire dieses Ensembles. Mit anderen Worten: grenzenlos.
»Humanity«
Simone Drescher
GWK Records 157
1 CD • 69min • 2022
10.12.2022 • 10 9 9
Aufwühlende Klänge in unruhigen Zeiten: Die Cellistin Simone Drescher kontrastiert moderne, hochexpressive Kompositionen aus der musikalischen Schatzkammer des Baltikums mit Werken von Johann Sebastian Bach. Dabei geht es um mehr als nur die reine Musik, wie schon der Titel verrät: Mal schroff aufbegehrend, aber auch lyrisch getragen bekennt sich dieses Programm zur Humanität. Diese Aufnahme ist ein Ereignis.
Bach
The Six Cello Suites
Michiaki Ueno
la dolce volta LDV 115.6
2 CD • 2h 15min • 2021, 2022
26.11.2022 • 9 10 9
Für sein Debütalbum hat sich der junge Cellist Michiaki Ueno, Jahrgang 1995, mit Bachs sechs Solosuiten gleich einen der Meilensteine des (nicht nur Cello-) Repertoires ausgesucht. Eine ambitionierte Wahl, nicht in technischer Hinsicht (die Suiten sind in puncto Schwierigkeit näherungsweise progressiv angeordnet, und gerade die erste dürfte für viele Celloschüler zu ersten größeren Standardwerken im Unterricht gehören, während die sechste bereits auf dem ursprünglich vorgesehenen fünfsaitigen Cello die schwerste sein sollte und ohne zusätzliche E-Saite erst recht vertrackt zu spielen ist), sehr wohl aber bezüglich der Interpretation. Musik von enormer Tiefe und Konzentration, in der eine einzige Stimme ausreicht, um eine unermessliche Vielfalt zu schaffen, umso mehr, da jede Suite ihre ganz eigene Charakteristik besitzt
ODE
Hans Werner Henze
Works for Cello and Orchestra
Berlin Classics 0302768BC
1 CD • 69min • 2022
27.10.2022 • 9 8 9
Zu Lebzeiten war Hans Werner Henze einer der meistgespielten zeitgenössischen Komponisten, und seine Musik präsent zu halten, ist dem jungen Cellisten Isang Enders ein Anliegen. So stellt Enders’ neue CD faktisch Henzes Gesamtwerk für Violoncello und Orchester vor, wobei die Situation leicht unübersichtlich ist: nach der frühen Ode an den Westwind hat sich Henze seit den späten 1970er Jahren mehrfach Musik für Cello und Ensemble bzw. Orchester zugewandt, revidiert und neu kombiniert, aber schließlich anno 1992 als letztgültige Fassungen die hier eingespielten Englischen Liebeslieder sowie Introduktion, Thema und Variationen (Letzteres mit Harfe und Streichorchester) eingerichtet. Ergänzt wird das Programm durch Henzes Trauer-Ode für Margaret Geddes für sechs Celli.
Salute to the Violin
Prospero PROSP0036
1 CD • 59min • 2021
17.08.2022 • 8 9 8
„Salute to the Violin“ hat der deutsch-amerikanische Cellist Timothy Hopkins (Jg. 1995) sein Debütalbum genannt, und in der Tat sind alle vier von ihm ausgewählten Werke im Original für die Violine bestimmt, wobei drei von ihnen allerdings ohnehin beliebte Objekte von Bearbeitungen für alle möglichen Instrumente und Instrumentenkombinationen sind. Am Klavier begleitet ihn die junge aus Tomsk stammende, seit rund zehn Jahren in Deutschland ansässige Pianistin Vita Kan.
arpeggione
cpo 555 446-2
1 CD • 69min • 2020
10.08.2022 • 9 9 9
Die (wie der Duden vorschlägt), der oder das (alle drei Geschlechter sind im Zusammenhang mit diesem Instument gebräuchlich) Arpeggione ist ein Hybridinstrument zwischen Violoncello und Gitarre, das in den ersten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts wegen seines silbrigen Klanges eine gewisse, wenn auch eingeschränkte, Beliebtheit genoss – man mag heute darin fast einen klanglichen Ersatz des romantischen Zeitalters für die mit der Barockmusik untergegangene Gambe vermuten.
dichter.liebe
Schumann ... Heine
Prospero PROSP 0046
2 CD • 1h 43min • 2021
09.07.2022 • 8 8 8
Lieder ohne Worte scheinen wieder sehr in Mode zu kommen. Jedenfalls häufen sich die Versuche, bei der Wiedergabe der großen Liedzyklen von Schubert und Schumann den Sänger (und damit auch den gesungenen Text) auszusparen und seinen Part einem Solo-Instrument zu übertragen oder auch mehreren. Mir ist zuletzt eine Winterreise mit dem Trio Bogányi untergekommen (haenssler classic HC21023), bei der sich Oboe und Fagott zu Klavierbegleitung in den „Gesang“ teilen – eine sehr reizvolle Klangerfahrung für alle, die den Zyklus gut kennen, aber ohne zwingende dramaturgische Konzeption.
crossroads
Veress | Mamlok | Mihalovici | Saygun | Ginastera
eda records EDA 047
1 CD • 73min • 2020
06.07.2022 • 8 10 9
Unter den zahlreichen CDs mit Musik für Violoncello solo, die – nicht zuletzt pandemiebedingt – in den vergangenen zwei Jahren herausgekommen sind, sticht die Produktion von eda records mit der Berlinerin Adele Bitter, seit gut 20 Jahren Vorspielerin beim Deutschen Symphonie-Orchester Berlin, mit ihrem Repertoire besonders hervor. Endlich mal eine Künstlerin, die sich traut, ein reines Programm aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts anzubieten – ohne etwa noch eine Portion Bach unterzumischen.
Emile Jaques-Dalcroze
Works for Violoncello & Piano
TYXart TXA22167
1 CD • 42min • 2021
28.06.2022 • 9 9 9
Der Westschweizer Komponist Emile Jaques-Dalcroze war eine prominente und innovative Figur im Übergang vom 19. zum 20. Jahrhundert. Vor allem als Musikpädagoge und Entwickler einer neuen Rhythmus-Lehre beeinflusste der Zeitgenosse und Freund von Arthur Honnegger führende Persönlichkeiten, etwa den Choreorgraphen Sergei Diaghilew. Er und viele andere Musiker und Literaten pilgerten in die von ihm begründete Bildungsanstalt für Musik und Rhythmus in der Nähe von Dresden, von dem bis zum Kriegsausbruch 1914 Musikleben viel Ausstrahlung ausging.
Miklós Perényi
Summary Vol. II
Bartók, Debussy, Kodály, Martinů, Mendelssohn, Schumann
Tacet S 268
1 CD/SACD stereo/surround • 77min • 2020, 2021
18.06.2022 • 10 10 10
Der große ungarische Cellist Miklós Perényi zählt mit seinen 74 Jahren mittlerweile sicherlich zu den Altmeistern seiner Zunft, und so hat ihn das Label Tacet für die zweite Folge des neuen Projekts „Summary“ ausgewählt, die das Alterswerk herausragender Musiker und Ensembles präsentiert. Das Resultat ist ein Programm, das ganz von Perényis persönlichen Vorlieben geprägt ist, eine bunte Palette, die von deutscher Romantik bis hin zu Perényis Landsmännern Bartók und Kodály reicht.
Weinberg
Evil Penguin Classic EPRC 0045
1 CD • 68min • 2021
22.04.2022 • 9 9 9
Es gehört zu den leichten Merkwürdigkeiten der vorliegenden Produktion, dass das Beiheft zwar mit nahezu 30(!) Bildern der Aufnahmesitzungen aufwartet, aber abgesehen von einer Auflistung der Musiker nichts über die Interpreten verrät. So muss eine kurze Internetrecherche herhalten, um festzustellen, dass es sich bei Les Métamorphoses um ein recht junges belgisches Kammerorchester handelt, gegründet von Raphaël und Camille Feye (Dirigent bzw. künstlerische Leiterin), das sich in der Tradition historischer Aufführungspraxis etwa eines Harnoncourt oder Norrington sieht.
Maria Bach
Piano Quintet »Wolga«
cpo 555 341-2
1 CD • 75min • 2019, 2020
11.04.2022 • 8 9 8
Selbst wenn bereits vor gut 25 Jahren schon einmal ein Werk aus der Feder der österreichischen Komponistin Maria Bach (1896–1978) den Weg auf CD gefunden hat, dürfte ihr Name den meisten Musikliebhabern bislang kaum geläufig sein. Bach, aus gutem, musik- und kulturbegeistertem Hause stammend (Erich Wolfgang Korngold etwa war ein Bekannter aus Kindheitstagen), war Schülerin von Joseph Marx und konnte speziell in den 1920er und 1930er Jahren einige Erfolge als Komponistin in Wien und darüber hinaus feiern. In späteren Jahren konzentrierte sie sich eher auf die Malerei, komponiert hat sie indes ihr Leben lang.
Joachim Raff
Complete Works for Cello and Piano
Avie AV2490
1 CD • 72min • 2021
11.02.2022 • 10 10 10
Oxana Shevchenko und Christoph Croisé feiern in ihrem zweiten gemeinsamen Album den schweizerischen Komponisten Joachim Raff, der vor 200 Jahren am Ufer des Zürichsees das Licht der Welt erblickte. Er gehörte zu Lebzeiten zu den im deutschen Sprachraum meistaufgeführten Tonkünstlern. Sein Ruhm verblasste nach seinem Tod 1882 jedoch schnell. Heute kennt man allgemein nur noch seine Cavatina op. 85,3 als sentimentales Encore der Geiger.
Werman Merkel Reger
Complete Works for Violoncello and Organ
MDG 903 2206-6
1 CD/SACD stereo/surround • 73min • 2020
08.02.2022 • 10 10 10
Es ist die Kombination zweier ungleicher Partner: Orgel und Cello. Erstere kann infernalische Klanggewalten entfesseln aber auch sanft säuseln, Letzteres ist ein Synonym für melodischen Schmelz hat aber eindeutig das Nachsehen, wenn es um die Klanggewalt geht. Das muss aber kein Nachteil sein. Dass so etwas gut gehen kann, zeigt die vorliegende Einspielung mit Musik für Orgel und Cello, die der Organist Gordon Safari und die Cellistin Hannah Vinzens eingespielt haben.
Bachiana
A Solo Cello Fantasy
hänssler CLASSIC HC21007
1 CD • 60min • 2020
25.01.2022 • 9 9 9
Beim Titel Bachiana des neuen Soloalbums der Cellistin Ana Topalovic mag man zunächst vielleicht an Villa-Lobos denken, doch tatsächlich ist das Konzept ein anderes: Bach – in Gestalt seiner Solosuite Nr. 1 – fungiert hier vielmehr als Rahmen, in den fünf Stücke zeitgenössischer Komponistinnen eingebettet werden. Am Stück gehört kann man die CD also als eine Art ausgedehnte Interpretation von Bachs erster Cellosuite angereichert durch Musik aus dem 21. Jahrhundert betrachten; gleichzeitig liefert die CD aber auch einen Überblick über Solomusik für Violoncello aus den letzten rund zwei Dekaden.
Luigi Boccherini
6 Sonatas for violoncello and basso
Klangpantomime • Sound Pantomimes
Coviello Classics COV92005
2 CD • 1h 42min • 2017
26.12.2021 • 9 10 10
Dafür, dass Luigi Boccherini selbst Cellovirtuose war, hat er seinen Cellokonzerten und -sonaten eine verblüffend geringe Bedeutung in seinem Schaffen eingeräumt: keines der zwölf Konzerte und keine der mehr als 30 Sonaten wurde von ihm selbst in Druck gegeben, und in seinem Werkverzeichnis finden diese Kompositionen nicht einmal Erwähnung. Der Grund dafür ist vermutlich, dass es sich um verhältnismäßig frühe, für den eigenen Gebrauch komponierte Werke handelt. Lediglich sechs seiner Sonaten erschienen (allerdings nicht auf Boccherinis Veranlassung) zu seinen Lebzeiten im Druck, erstmals in der ersten Hälfte der 1770er Jahre in London.
Elgar • Bridge
Cello Concertos
Naxos 8.574320
1 CD • 56min • 2020
25.12.2021 • 10 7 9
Der 1988 in Berlin geborene Gabriel Schwabe ist von der Nachwuchshoffnung längst zu künstlerischer Reife gewachsen, wie vor allem seine Naxos-Einspielungen der Cellokonzerte von Saint-Saëns und des Doppelkonzerts von Brahms beweisen. Gerade dabei hatte er – zusammen mit Tianwa Yang – eine musikalische Frische an den Tag gelegt, die dem meist als akademisch-grüblerisch eingeordneten Werk teils ungewohnte Facetten abgewinnen konnte.
Cello-Konzerte
Leila Shirvani
Antes BM319322
1 CD • 67min • 2019
12.12.2021 • 9 9 9
Was für eine Frische und welch ein optimistischer Schwung lebt in Joseph Haydns C-Dur Cellokonzert! Und welche Delikatesse offenbaren die Rokoko-Variationen von Tschaikowsky! Schon allein deswegen möchten wohl alle Cellisten sie in ihrem Repertoire haben, um idealerweise diesen ganzen Reichtum im Konzert aufleben zu lassen. Dies gelingt einer hochmotivierten Formation, bestehend aus der britisch-persischen Cellistin Leila Shirvani und einem engagierten Orchester aus Rom, dem von Enrico Melozzi dirigierten Orchestra Notturna Clandestina.
Nadège Rochat
Antonín Dvořák | André Caplet
Ars Produktion ARS 38 301
1 CD/SACD stereo/surround • 61min • 2019
24.11.2021 • 9 8 9
Die Französisch-Schweizerin Nadège Rochat präsentiert hier – nach vorangegangenen Alben mit den Cellokonzerten von Lalo und Milhaud (Nr. 1) sowie von Elgar und Walton – ein hochinteressant zusammengestelltes Programm: Nach Antonín Dvořáks Konzert als dem überragenden und beliebtesten Beitrag zur Gattung spielt sie ein fast komplett vergessenes Meisterwerk unvergleichlicher Eigenart und Raffinesse: die 1921-22 entstandene, 1923 orchestrierte Épiphanie nach einer äthiopischen Legende von André Caplet (1878-1925).
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