China-Rückblick des WDR Sinfonieorchesters
Masterclasses und Brahms-Marathon
„Es sind die Begegnungen mit Menschen, die eine Konzertreise so wertvoll machen“, sagt Cristian Măcelaru im Rückblick auf die China-Tournee, von der das WDR Sinfonieorchester am 22. A pril zurückgekehrt ist. Wegen eines Unwetters war das 80-köpfige Ensemble gezwungen, seine Reisepläne vor der letzten Konzertstation kurzfristig zu ändern. Der Instrumententransport musste nach mehrstündigen Warteschleifen in Haikou landen und das Orchester verschlug es nach Guilin. Das erste Konzert in Guangzhou fiel schließlich aus. Noch am Flughafen-Gate entschieden die Xinghai Concerthall und das Orchestermanagement, alle vier Brahms-Sinfonien zyklisch an einem Tagen zu spielen. Nach den Konzerten in den chinesischen Metropolen Tianjin, Peking, Xi’an, Chengdu und Shanghai wurde der Brahms-Marathon in Guangzhou zu einem Höhepunkt der Tournee.
Große Begeisterung junger Musikfans
Das vervielfachte das ohnehin enorme Begeisterungspotential des jungen Publikums, das in Scharen die Bühneneingänge der Konzertsäle belagerte – auf der Jagd nach Autogrammen von Musikern und Orchesterchef. „Unter drei Zugaben ließ man das Orchester quasi nicht von der Bühne“, so Orchestermanager Sebastian König.
Meisterklassen treffen auf großes Interesse
Der persönliche Kontakt mit Musikstudenten in Peking, Shanghai, Tianjin und Chengdu hat den kulturellen Austausch zu einem vielseitigen Erlebnis gemacht. Michael Faust (Flöte), Mathis Kaspar Stier (Fagott) Svetlin Doytchinov (Oboe), Ludwig Rast (Horn), Kris Garfitt (Posaune), Cristian Suvaiala (Geige) und Peter Mönkediek (Trompete) gaben insgesamt zehn Meisterklassen und waren beeindruckt von Engagement und Interesse der Studierenden.
Dies war wohl meine letzte große Konzertreise mit dem WDR Sinfonieorchester und ich bin äußerst dankbar für die Erfahrungen, die ich in mehreren Masterclasses institutionell, professionell aber vor allem menschlich machen durfte." (Michael Faust)
Ich war beeindruckt vom hohen Level der Fagottklasse am Conservatory of Music in Chengdu. Faszinierend ist immer wieder, wie problemlos man über die Musik kommunizieren und eine Verbindung aufbauen kann, trotz Sprachbarrieren." (Mathis Kaspar Stier)
Tausende Zuhörern besuchten die insgesamt acht Konzerte des WDR Sinfonieorchesters in den chinesischen Metropolen und bestätigten die von Cristian Măcelaru im Vorfeld der Tournee betonte Bedeutung Chinas in der Entwicklung der klassischen Musik. Für Cristian Măcelaru, der bereits zum sechsten Mal in China gastierte, tragen Reisen wie diese zu gegenseitiger Verständigung und Wertschätzung bei. Durch Musik Verbindungen zu schaffen ist dem rumänischen Dirigenten, der lange in den USA gelebt und seinen Lebensmittelpunkt vor einigen Jahren nach Europa zurück verlegt hat, ein echtes Herzensanliegen. Auch in der kommenden Saison spielt das WDR Sinfonieorchester außerhalb Deutschlands.
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