BR-Chor: Drei Generationen Bach in einem Konzert
Akademie für Alte Musik Berlin - Leitung Peter Dijkstra
Seit vielen Jahren verbindet den Chor des Bayerischen Rundfunks und die Akademie für Alte Musik Berlin eine künstlerische Partnerschaft, die Maßstäbe setzt. Am Samstag, 9. Mai, spüren die beiden Ensembles im Münchner Prinzregententheater unter der Leitung von Peter Dijkstra der Faszination dreier Bach-Generationen nach – und setzen mit einer Uraufführung von Héloïse Werner einen zeitgenössischen Kontrapunkt.
Der Name Bach steht nicht nur für einen einzelnen Komponisten, sondern für einen ganzen musikalischen Kosmos. Über Generationen prägte der weit verzweigte "Clan der Thüringer" als Organisten, Kantoren, Stadtpfeifer und Hoftrompeter das mitteldeutsche Musikleben. In diesem Programm entfaltet der BR-Chor gemeinsam mit der Akademie für Alte Musik Berlin die reiche Klangwelt dieser Familie.
Zwei Werke für Doppelchor
Ausgangspunkt sind zwei eindrucksvolle Werke für Doppelchor: Johann Christoph Bachs Lieber Herr Gott, wecke uns auf und Johann Michael Bachs Motette Herr, ich warte auf dein Heil. In ihrer geistigen Tiefe und klanglichen Dichte schlagen sie eine Brücke von der spätbarocken Tradition zur großangelegten Chormusik Johann Sebastian Bachs, dessen Werke im Zentrum des Abends stehen.
Kantaten und Motetten
Mit drei Liedern aus dem Schemelli-Gesangbuch sowie den Kantaten Aus der Tiefen rufe ich, Herr, zu dir und Gottes Zeit ist die allerbeste Zeit (Actus tragicus) präsentiert das Programm sehr persönliche, innige Seiten des Leipziger Thomaskantors. Gerade in diesen Werken zeigen sich Textausdeutung, Affektreichtum und kompositorische Raffinesse in exemplarischer Weise. Die langjährige, vertrauensvolle Zusammenarbeit des BR-Chors und der Akademie für Alte Musik Berlin ermöglicht dabei eine stilistische Durchdringung, die weit über routinierte Kooperation hinausgeht und sich in einer gemeinsamen Klangsprache niederschlägt.
Mit Motetten aus Carl Philipp Emanuel Bachs Der Kampf der Tugend / Bitten wird der Blick auf die nächste Generation gelenkt. Hier zeigen sich bereits empfindsame und frühklassische Tendenzen, die den Weg in eine neue musikalische Epoche weisen. Den Höhepunkt der Bach-Tradition markiert schließlich die berühmte Motette Singet dem Herrn ein neues Lied.
Moderne Stimme als Kontrast
Einen bewusst gesetzten Kontrast bildet die Uraufführung von Erinnerungen für gemischten Chor a cappella der jungen französischen Komponistin Héloïse Werner. "Wer musikalische Abenteuer sucht, ist bei Héloïse Werner gerade richtig", schrieb der "Observer" – ein Urteil, das auch die künstlerische Neugier des BR-Chores widerspiegelt. Im Auftrag des Ensembles entwickelt Werner einen zeitgenössischen Kontrapunkt zur Bach-Tradition: ein Werk, das sich mit dem Thema Erinnerung auseinandersetzt und zugleich fragt, wie historische Klangwelten heute weitergedacht und neu gehört werden können.
Konzerttermin:
Samstag, 9. Mai, 20.00 Uhr, Prinzregententheater, München
(Einführung um 19.00 Uhr)
Restkarten an der Abendkasse erhältlich zu 23,- bis 55,- Euro, (U30-Tickets für junges Publikum 10,- Euro)
