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CD-Besprechung

Cedille CDR 90000 072

1 CD • 73min • 2002

01.04.2004

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9
Klangqualität:
Klangqualität: 8
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Was ist los mit der Präsenz von Hindemiths Werken im europäischen Konzertleben, insbesondere mit den Bläserkammermusiken? Nachdem die Komponisten der Nachkriegszeit nur noch die seriellen, kopflastigen Techniken gelten ließen und die 68er später, nach dem Abklingen der Postmoderne, mit viel Spekulativem und zumeist Provokativem die Szene beherrschten (und damit die jugendlichen Zuhörer in die Arme der Sub- und Popkulturen trieb), sollte man meinen, daß der alte, „neobarocke“ Hindemith (1895-1963) wieder die Chance zu einer (höchst erwünschten) Renaissance haben sollte. Jedenfalls im alten Europa. Doch Fehlanzeige! Nun also ist es ein Klarinettenvirtuose aus dem fernen Osten, seines Zeichens Assistant Principal Clarinetist im Chicago Symphony Orchestra und weltreisender Solist im besten Mannesalter, der gemeinsam mit seinen amerikanischen Kollegen ein intelligentes, vital und makellos musiziertes Hindemith-Programm vorlegt. Offensichtlich erwartet die von einer amerikanischen Stiftung geförderte Produktion mit eigenem Label nicht einmal erwähnenswerte Absatzchancen im Heimatland des Komponisten, da das von dem Klarinettenprofessor der Bradley-Universität Stephen Heinemann sorgfältig textierte Begleitheft ohne deutsche Übersetzung auskommt. So bleibt es also vorrangig bei der akustischen Begegnung (für Entdeckernaturen) und Wiederbegegnung (für Kenner) mit Musik höchster kompositorischer Potenz, die Hindemith als einen Bahnbrecher und Universalisten unter den Schöpfern der neuen Musik des 20. Jahrhunderts bestätigt. Wer das Wagnis eingeht, hier konzentriert zuzuhören, der erlebt eine Musik, die bei aller kreativen Freude im Umgang mit Dissonanzen und progressiver Harmonik nichts von ihrer Bedeutung eingebüßt hat und die es erlaubt, ohne theoretisierende Werkdeutungen und ohne mystische Erklärungsversuche an der Entwicklung spannender musikalischer Ereignisketten teilzunehmen. Dem Klarinettisten John Bruce Yeh und seinen Mitstreitern gebührt Dank, Anerkennung und Beifall!

Dr. Gerhard Pätzig [01.04.2004]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Paul Hindemith
1Sonate für Klarinette und Klavier (1939)
2Quintett op. 30 für Klarinette und Streichquartett
3Quartett für Klarinette, Violine, Violoncello und Klavier (1938)
4Zwei Duette für Violine und Klarinette (1932)
5Variationen für Klarinette und Streicher (1932)

Interpreten der Einspielung

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