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CD-Besprechung

harmonia mundi HMC 901868

1 CD • 50min • 2004

10.06.2005

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 5
Klangqualität:
Klangqualität: 5
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 5

Felix Mendelssohn-Bartholdys Oktett von 1825, der Geniestreich eines Sechzehnjährigen, erfreut sich schon lange bei Musikern wie Hörern einer außerordentlichen Wertschätzung – und zwar in den unterschiedlichsten Versionen. Sei es, dass große Geiger wie Jascha Heifetz (denen der erste Violinpart die brillantesten Aufgaben stellt) ihre Freunde um sich scharten, sei es, dass renommierte Quartette das Werk zum Anlass eines kammermusikalischen Gipfeltreffens nahmen, sei es, dass Dirigenten wie Arturo Toscanini oder Zubin Mehta ihm mit vollem Streicherapparat ein orchestrales Klanggewand verpassten. Dieser Ansatz geht übrigens auf Mendelssohn selbst zurück, der das Werk „im Style eines sinfonischen Orchesterwerkes“ gespielt wünschte und das Walpurgisnacht-Scherzo selbst für Orchester bearbeitete.

Die Wiedergabe des Ensembles um den Cellisten Roel Dieltiens zielt in die entgegengesetzte Richtung. Der spröde, vibratoarme Spiel des an der sogenannten "Originalklang"-Bewegung orientierten Ensembles überträgt die körperlose Klangwelt des Scherzos auch auf die übrigen Sätze, was diesen keineswegs gut bekommt. Die Linienführung ist über weite Strecken nicht nachvollziehbar, Träger der Entwicklung werden von Nebenstimmen zugedeckt, die Artikulation erscheint nivelliert und derbe Akzente fallen aus dem Zusammenhang. Vom fugierten Presto-Finale bleiben mitunter wenig mehr als rhythmische Geräusche übrig. Eine generelle Instabilität des Tempos irritiert im Oktett ebenso wie in den zugegebenen Werken für Cello und Klavier (bei denen die manierierte Wiedergabe des Cello-Parts wenig Bezug zu den Möglichkeiten des Steinway-Flügels von 1874 hat), und unmotivierte Verzögerungen hemmen immer wieder den Fluss. Vielleicht hätte man sich weniger ausschließlich auf das – in der Tat hörenswerte – Scherzo verlegen und dafür den anderen Sätzen etwas mehr Zuwendung gönnen sollen.

Konterkariert wird das ausgedünnte Spiel des Ensembles durch das dicke, undurchsichtige Klangbild der Aufnahme, die die Mittelstimmen schluckt und in der Tiefe mulmig wirkt. Von Mendelssohns kunstvollem Stimmengeflecht bekommt man in anderen Aufnahmen mehr zu hören. Und auch die Spieldauer der CD ist kärglich bemessen...

Sixtus König † [10.06.2005]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Felix Mendelssohn Bartholdy
1Streichoktett Es-Dur op. 20
2Variations concertantes D-Dur op. 17 für Violoncello und Klavier
3Romance sans paroles D-Dur op. 109 für Violoncello und Klavier (dédiée à Mlle. Lise Christiani)
4Albumblatt

Interpreten der Einspielung

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