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CD-Besprechung

cpo 777 239-2

1 CD • 72min • 2004

02.01.2007

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8
Klangqualität:
Klangqualität: 8
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Der deutsche Pianist Markus Becker nun auch mit Werken von Beethoven! Das ist ein deutliches cpo-Signal. Nicht nur Werke von Außenseitern wie Alfred Koerppen (gutingi 237), Antheil oder Dussek (cpo) geht es, sondern nun um zwei anspruchsvolle Sonaten aus dem frühen und späten Schaffen des Bonner Meisters mit Heimrecht in Wien und Umgebung. Es liegt nahe, Beckers Aufnahme der C-Dur-Sonate op. 2,3 mit der Oehms-Produktion mit Michael Korstick zu vergleichen. Beide Einspielungen haben in den ersten beiden Sätzen Kontur, verraten am Beginn im heiklen Terzenthema technische Geschicklichkeit, im Folgenden – wenn es in Dreiklangszerlegungen verwegen über die Klaviatur geht – Brillanz und Vorwärtsdrang, ohne jedoch etwa in der Akzentsetzung der Bässe jene Dringlichkeit zu erzielen, wie sie in Sviatoslav Richters Melodyia/Eurodisc so unvergesslich das Jetzige und das Kommende signalisieren. Natürlich muss man kein Richter sein, um dennoch verantwortungsvoll, kundig und spannend Beethoven zu übermitteln. Problematisch allerdings empfinde ich Beckers im Tempo nicht nur überzogene, sondern nervös daherflimmernde Deutungen der Sätze drei und vier. Es ist, als habe er sich dieser Sätze als echter Techniker, als Virtuose in Konkurrenz zu bedeutenden Interpreten entledigen, sich als Pianist in Extrembereichen beweisen wollen. Ein wenig mehr Zurückhaltung, ein wenig mehr Disziplin wäre zur Wirkung anzuraten. Es handelt sich um genau jene Umsicht, die Beckers Aufnahme der Hammerklaviersonate auszeichnet. Der Kopfsatz hat Tempo im Sinne der Beethovenschen – umstrittenen – Bewegungsvorgaben. Beckers Deutung atmet Klang in den extremen Diskantausflügen, der langsame Satz zieht anschaulich, mit berührenden melodischen Momenten vorüber – eine weite Landschaft voller Rätsel, aber auch mit Lösungsvorschlägen auf dem Weg zur gleichsam global, will sagen: übermenschlich entworfenen Fuge, die Becker im Zeichen von mühevoller Mühelosigkeit auf Touren hält und bis zum Ende als Monument gedachter, aber auch gepeitschter Mehrstimmigkeit auf hoher, aber niemals überhitzter Temperatur hält.

Eine CD, die das Wollen und Können eines Künstlers dokumentiert, der in zwei – erwähnten – Sätzen etwas unkontrolliert wirkt, ansonsten wertgesicherte Anschauungen und plastisches Klavierspiel zu Bedenken gibt.

Peter Cossé † [02.01.2007]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Ludwig van Beethoven
1Klaviersonate Nr. 29 B-Dur op. 106 (Hammerklaviersonate)
2Klaviersonate Nr. 3 C-Dur op. 2 Nr. 3

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