
Naxos 8.557908
1 CD • 56min • 2005
13.07.2007
Künstlerische Qualität:
Klangqualität:
Gesamteindruck:
Er war einer der berühmtesten und einflussreichsten Musiker seiner Zeit: Luigi Cherubini, dessen mehr als sechzigjähriges Wirken den Zeitraum von der Frühklassik bis zur Romantik umspannt. Beethoven schätzte ihn unter all seinen Zeitgenossen am höchsten, Schumann, Brahms und Wagner bewunderten ihn, doch heute sind seine Werke weitgehend aus dem Repertoire verschwunden. Geboren in Florenz, wirkte Cherubini hauptsächlich in Paris, wo er 1842 starb. Er verarbeitete die verschiedenartigsten Einflüsse und wurde wegweisend für die Entwicklung des Musikdramas im 19.Jahrhundert. Er entwickelte neue Formprinzipien und gewann dem Orchester neue Klangwirkungen ab. Gleichzeitig wurde er – nicht zuletzt von seinen namhaften Schülern – als Meister des Kontrapunkts verehrt.
Seine größten Erfolge erntete er mit Opern und Kirchenmusik, sein instrumentales Schaffen fand vor allem in den Ouvertüren zu seinen Opern Niederschlag. Diese haben sich – im Gegensatz zu den zugehörigen Bühnenwerken – bis heute im Repertoire gehalten. Cherubini hat wesentlich zur Entwicklung dieser Gattung beigetragen, indem er die bis dahin übliche kurze Einleitung zu einer eigenständigen Komposition von individueller Form ausbaute, in der Dramatik und lyrische Empfindung gleichermaßen zu ihrem Recht kommen. Drei dieser Ouvertüren enthält die vorliegende Veröffentlichung – jede von ihnen ein Meisterwerk ganz eigenen Charakters. Lodoiska, 1802 auch in Wien gespielt, hatte in ihrer freien Form mit ausdrucksstarker langsamer Einleitung ohne Frage Einfluss auf Beethoven, während das Ungestüm von Medea die Wolfsschlucht-Musik von Webers Freischütz vorwegnimmt.
Von Cherubinis einziger Sinfonie, geschrieben 1815 für die Londoner „Philharmonc Society“ und später zu einem Streichquartett umgestaltet, sagte Robert Schumann, sie sei zu quartettmäßig für eine Sinfonie und zu sinfonisch für ein Quartett. Gleichwohl ist es ein hervorragend gearbeitetes, einfallsreiches und kurzweiliges Werk, das sehr wohl einen Platz im Repertoire verdient. Der leichte, flüssige Tonfall weist auf Bizets C-dur-Sinfonie voraus.
Die Wiedergabe durch das Orchester von Sanremo unter Leitung des versierten Maestro Bellugi ist sehr ordentlich, könnte aber (vor allem im forte-Bereich) differenzierter sein und insgesamt noch mehr Brillanz und trockenen Biss haben – wozu es allerdings auch einer weniger topfigen Akustik bedürfte.
Sixtus König † † [13.07.2007]
Anzeige
Komponisten und Werke der Einspielung
Tr. | Komponist/Werk | hh:mm:ss |
---|---|---|
CD/SACD 1 | ||
Luigi Cherubini | ||
1 | Symphony D major | 00:30:02 |
5 | Medée | 00:07:49 |
6 | Faniska | 00:07:39 |
7 | Lodoïska | 00:10:32 |
Interpreten der Einspielung
- Orchestra Sinfonica di Sanremo (Orchester)
- Piero Bellugi (Dirigent)