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CD-Besprechung

Naxos 8.557848

1 CD • 66min • 2005

03.09.2007

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10
Klangqualität:
Klangqualität: 10
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Klassik Heute
Empfehlung

Dies ist eine vorzügliche Neueinspielung der beiden Violinsonaten von Busoni, die ohnehin nicht oft im Katalog vertreten sind. Dem jungen Geiger Joseph Lin und seinem arrivierten Begleiter Benjamin Loeb ist das kleine Kunststück gelungen, die gern als epigonales Frühwerk herabgewürdigte erste Sonate op. 29 e-Moll (1890) derart glutvoll und beseelt zu präsentieren, dass man sich diesem Vorurteil als unbefangener Hörer kaum anschließen mag – ungeachtet der Tatsache, dass auch Busoni selbst davon sprach, erst mit der zweiten Violinsonate op. 36a (übrigens in der gleichen Tonart) seine eigentliche Tonsprache gefunden zu haben. Selbst wenn Busonis Vorbilder Beethoven, Schubert und Brahms gelegentlich durchleuchten, so ist doch alles ausgesprochen eigen im Ton. Die Bandbreite des Ausdrucks beider Musiker ist vorzüglich, die Wirkungen bestürzend: Düster-dramatisch geht es in die erste Sonate; der erste Satz entwickelt sich leidenschaftlich und nicht weniger sogartig als der Kopfsatz der vierten Sinfonie von Brahms. Der hier herrlich singende zweite Satz schwingt in großen Bögen, Lin und Loeb treffen das angegebene „molto sostenuto“, ohne in Stocken zu verfallen. Schlicht, doch voller Größe ist nach dem knackigen Scherzo (Tr. 5) die Einleitung zum Finale der zweiten Sonate, gespielt mit noblem Ton, sensationell der ätherische, flexible Geigenton mit fast unhörbarem, geschmackvollem Portamento in der Coda (ca. 17’10). Überzeugend ist auch das zurückhaltende, geschmackvoll eingesetzte Vibrato Lins. Entzückende kleine Zugaben sind die Bagatellen op. 28, die in sich eine geschlossene viersätzige Tanzsuite bilden.

Der Klang der CD ist warm und sehr räumlich, die schwierige Balance zwischen Violine und Klavier überzeugend gelöst. Das Klavier ist zwar etwas lauter (was aufgrund der Größenunterschiede der Instrumente durchaus natürlich ist), aber keineswegs dominant und hat einen goldwarmen, „herbstlichen“ Sound, der auch im fortissimo nie donnert und aufgrund langer Nachschwingzeit weit tragende Bögen auch in leisen Passagen ermöglicht – sicher kein Allerweltsflügel. Ich stufe diese packend musizierte Produktion ohne zu zögern als Referenz-Aufnahme ein.

Dr. Benjamin G. Cohrs [03.09.2007]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Ferruccio Busoni
1Violinsonate Nr. 1 e-Moll op. 29 00:26:38
4Violinsonate Nr. 2 e-Moll op. 36a 00:32:56
7VierBagatellen op. 28 00:06:53

Interpreten der Einspielung

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