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CD-Besprechung

Feuer und Bravour

Ramée RAM 0803

1 CD • 68min • 2007

04.02.2009

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9
Klangqualität:
Klangqualität: 9
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Der Preußenkönig Friedrich II., genannt der Große, liebte die Musik, war ein begabter Flötist und hat, vermutlich angeleitet durch seinen Hofkapellmeister Johann Joachim Quantz, etliche eigene Werke hinterlassen, die ihn als braven, doch keinesfalls genialen Komponisten ausweisen. Schon an seinem Kronprinzenhof in Rheinsberg herrschte eine kunstsinnige Atmosphäre, und als König schuf sich Friedrich bald in Sanssouci sein Refugium, in dem er sich im kleinen Kreis seinen philosophischen und musikalischen Leidenschaften hingab. Musik für diese Stunden der Entspannung haben die beiden Gambistinnen Irene Klein und Jane Achtmann zusammengestellt und präsentieren sie gemeinsam mit der Cellistin Rebeka Rusóó und Barbara Maria Willi auf Cembalo und Fortepiano. Neben der Traversflöte, des Königs Instrument, war auch die Gambe ein Lieblingsinstrument der Epoche: Ihr vornehm näselnder Ton bot mit seiner an Farben reichen Klangskala Möglichkeit zur Darstellung verschiedenster musikalischer Affekte, auf die man besonders in der vom König geliebten französischen Musik großen Wert legte. So ist Ludwig Christian Hesse (1716-1772) mit Bearbeitungen französischer Opernmusik für Gambenduett und Cello vertreten. Christoph Schaffrath (1709-1763), schon seit 1734 Cembalist in Friedrichs Diensten, und Hofkapellmeister Johann Gottlieb Graun (1702/03-1771) steuern galante Kammermusik zur königlichen Unterhaltung bei. Georg Anton Benda (1722-1795) verbrachte seine ersten Berufsjahre als Musiker in Potsdam, wo sein älterer Bruder Franz erster Violinist der Hofkapelle war. Das Vorbild von Bendas beiden auf dieser CD eingespielten Klaviersonaten ist eindeutig Carl Philipp Emmanuel Bach (1714-1788), der seit 1740 Kammercembalist Friedrichs II. war und für seine Zeit der Inbegriff moderner Musik in Deutschland.

Dass Philip Emmanuel Bach in diesem Programm mit Musik für die Privatstunden des Königs nicht auftaucht, ist wohlbegründet: Friedrich mochte den von Zeitgenossen als liebenswürdig geschilderten Bach nicht und hat an ihn in mehr als einem Vierteljahrhundert Dienst für seinen Hof kaum je das Wort gerichtet. Bach ist offensichtlich wegen seiner außerordentlichen Fähigkeiten als Virtuose und wegen seines klingenden Namens nach Berlin engagiert worden. Seine Musik war der Majestät vermutlich zu modern und kompliziert: Friedrichs Geschmack war etwas altmodisch und auf leicht konsumierbare Musik gerichtet; Philipp Emanuel Bach hat in einer späteren Autobiographie einmal beklagt, während seiner Berliner Zeit allzu oft zur Produktion von Dutzendware gezwungen gewesen zu sein.

„Music and Mirthì (Musik und Heiterkeit) nennen Irene Klein und Jane Achtmann ihr Duo, ihr Programm für Friedrich den Großen entspricht dieser Zielsetzung ebenso perfekt wie die musikalische Umsetzung zweifellos den hohen Anforderungen der Majestät standgehalten hätte: Eine gelungene Einladung für uns in demokratischen Zeiten Nachgeborene also, mit dem König in der Abgeschiedenheit seines Privatschlosses auszuspannen!

Detmar Huchting [04.02.2009]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
1Ouverture 00:03:41
2Lent et doux 00:02:10
3Ah! Ma Tante 00:02:16
Georg Anton Benda
4Sonatina I D-Dur (aus: Sammlung vermischter Clavierstücke I) – Rondeau. Andante 00:02:09
5Sonatina II F-Dur (aus: Sammlung vermischter Clavierstücke I) – Andantino 00:02:24
6Sonatina III a-Moll (aus: Sammlung vermischter Clavierstücke I) – Allegro 00:01:52
Christoph Schaffrath
7Duetto d minor for Viola da gamba 00:15:02
10Descente de Jupiter, Majestueux 00:01:03
11Andante allegretto 00:01:31
12Accourez, riante jeunesse 00:01:51
13Tambourin en Rondeau 00:01:47
Anon.
14Scherzando F-Dur 00:02:42
15Rondeau C-Dur 00:01:48
Georg Anton Benda
16Sonatina IV C-Dur (aus: Sammlung vermischter Claiverstücke I) 00:02:00
17Sonatina V e-Moll (aus: Sammlung vermischter Claiverstücke I) – Allegretto 00:01:56
18Sonatina VI d-Moll (aus: Sammlung vermischter Claiverstücke I) 00:02:32
Johann Gottlieb Graun
19Trio Concertante D major for Viola da gamba and B.c. 00:21:31

Interpreten der Einspielung

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